Meine Arbeit in der Buchhandlung ist so vielseitig und anstrengend, dass ich gerne noch ganz viel schreiben würde, viel erzählen und verarbeiten. Es sind vor allem Hochs, ich fühle mich einfach gut dort. Aber es gibt auch ganz schön viele Tiefs. So einfach ist die Arbeit nicht, und ich habe schon auch leichte Startschwierigkeiten.
Gerade hatte ich festgestellt, dass ich über meine Arbeit im Büro noch nicht geschrieben habe. Da ich es aber sehr interessant fand und mir auch viel Spaß gemacht hat, möchte ich auch noch darüber berichten.
Insgesamt war ich fast zwei Wochen im Büro und kümmerte mich um die Aktion "Kanon der Literatur": Hundert Leser, hundert Bücher, hundert Rezensionen. (Jeder kann mitmachen und darf über sein Lieblingsbuch schreiben.) Ich habe alle Beiträge gelesen, in ein Formular eingefügt und die Rechtschreibung überprüft. Es war nicht einfach 100 Beiträge zu bekommen, aber es hat dann doch geklappt. Ich habe alle gelesen und es hat mir viel Spaß gemacht. Es ist sehr interessant zu lesen, wer eine Rezension geschrieben hat und welches die Lieblingsbücher sind. Natürlich sind Klassiker dabei wie: Goethes Faust, die Bibel, der Zauberberg von Thomas Mann, aber auch viele Krimis, Historische Romane, Fantasy und sehr viele Neuerscheinungen...
Besonders interessant ist, wer die Rezensionen geschrieben hat. Leider weiß ich nicht genau, wie mit der Aktion angefangen wurde. Ich weiß zwar, dass wichtige Personen aus der Stadt, Kulturschaffende, Lehrer, Professoren, Journalisten durch Briefe persönlich angesprochen wurden. Außerdem lagen natürlich die Ausschreibungen im Buchladen an den Kassen, wurden auf der Homepage und im Newsletter veröffentlicht und die Stammkunden wurden persönlich angesprochen.
Mitgemacht haben Lehrer, Journalisten, Mitarbeiter von der Universität, Kulturschaffende, viele Buchhändler, Auszubildende, sogar ein paar Schüler und vor allem sehr viele Rentner. Mich würde sehr interessieren, wer sich selbst animiert hat mitzumachen, oder ob sich doch die meisten erst durch die persönliche Anschreiben davon überzeugen ließen. Ich nehme an, dass es doch eher die direkte Anfrage war.
Natürlich habe ich auch selbst eine Rezension beigetragen. Mein Post über den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Den hatte ich zwar vor meiner OP geschrieben, aber ich musste ihn noch ein bisschen überarbeiten, denn ich musste auf die Anschlagszahl von über 1500 aufstocken. Also musste ich noch ein bisschen ausführlicher darüber schreiben. Es hat zwar lange gedauert, ich habe mir auch ein paar andere Rezensionen angeschaut und ein bisschen was übernommen. Es hat mir vor allem viel Spaß gemacht und ich bin sehr zufrieden damit. Aber ein bisschen beschummelt habe ich schon...
Doch ich finde, ich kann das so machen. Ich habe nichts genau abgeschrieben, sondern mir ein paar Ideen geholt, meine Wortfindungsstörung kompensiert.
Auf jeden Fall kam meine Rezension bei der Kollegin, die für diese Aktion zuständig ist, sehr gut an. Sie hat das Buch nicht gelesen, und meinte, ich hätte jetzt tatsächlich ihre Lust geweckt.
Das freut mich!
Saturday, 16 August 2014
Saturday, 9 August 2014
Fazit des ersten Monats...
Ich habe Urlaub. Die erste Woche Urlaub seit dem Beginn meiner Maßnahme. Morgen fahren wir in den Süden, auf einen Campingplatz in Frankreich, weit weg von Norddeutschland und hoffentlich in wunderbares, schönes Wetter, viel Spaß mit den Kindern, relaxen, genießen, ausruhen - und auch weg von meinen Gedanken über mein Praktikum, meine Arbeit, mein Können, meine Zukunft.
Vorher muss ich aber noch ein bisschen über den ersten Monat in der Buchhandlung nachdenken - ein kleines Fazit ziehen. Kurz gesagt, ich finde es einfach toll, dort zu arbeiten und ich möchte unbedingt dort bleiben - egal was ich arbeiten soll.
Aber der erste Monat war auch nicht so einfach für mich, und ich bin immer noch nicht sicher, ob es für mich Sinn macht, ob ich gut genug dafür bin, und ob ich wirklich Chancen habe, übernommen zu werden. Die Arbeit an der Kasse habe ich überstanden, mehr oder weniger war es ok. Aber hundertprozentig eingearbeitet in die Arbeitsabläufe an der Kasse bin ich noch nicht. Mir sind immer noch einige Sachen unklar, ich musste mir immer wieder von den Kollegen helfen lassen. Und ein paar kleine Fehler sind mir passiert, eigentlich jeden Tag eine Kleinigkeit. Nichts besonders schlimmes, aber einen positiven Eindruck macht das bei den Kollegen nicht, denn sie mussten mir immer mal wieder helfen. Wenn sie jetzt gefragt werden, ob ich übernommen werden soll, bekomme ich - glaube ich - zwar kein kategorisches "nein", aber auch bestimmt kein spontanes "Ja".
Was mich an mir persönlich besonders stört ist, dass ich immer noch sehr unsicher und zurückhaltend bin, ganz und gar nicht selbstbewusst. Ich habe Angst, etwas nicht richtig zu machen, traue mir nicht zu, etwas schon alleine machen zu können. Ich ziehe mich immer wieder zurück, gebe an die Kollegen ab und frage mich immer wieder, ob ich etwas falsch gemacht habe. Das merkt man, die Kollegen, die Kunden und auch ich. Und ich hasse mich dafür. Aber ich kann es nicht ändern. Noch nicht!
Ganz toll fand ich den Tag, als ich in der Taschenbuch-Abteilung gearbeitet hatte und einige Kunden beraten konnte, was für Bücher sie lesen könnten. Das hat mir so viel Spaß gemacht. Mit einer Frau hatte ich mehrere Büchertische angeschaut und ihr einige Bücher vorgestellt.
Es war so toll, dass diese Frau eine halbe Stunde später auf mich zu kam und mir dann gesagt hatte, für welche Bücher sie sich entschieden hat. Zwei meiner Lieblingsbücher, die ich ihr empfohlen hatte. Ich freu mich, dass ich sie überzeugen konnte - und ich bin sicher, dass ihr diese Bücher gefallen werden.
Am liebsten würde ich jetzt ganz viele Bücher lesen, damit ich auf dem Laufenden bin, was es im Moment für tolle Geschichten gibt, gute Bücher, schlechte Bücher, Krimis oder Liebesromane, leichte oder anspruchsvolle Literatur, lustige Bücher, schräge Bücher, ernste Bücher,... damit ich ganz viele Kunden beraten kann. Das würde mir so viel Spaß machen.
Andererseits fand ich es auch super im Büro zu sitzen und die Rezensionen für den Kanon der Literatur zu lesen. Bei dieser Aufgabe habe ich mich besser gefühlt, sicherer, competenter. Am Computer mit einem einfachen Programm Texte in ein Format zu bringen, redigieren, Listen schreiben, alphabetisch sortieren, da habe ich mich sicher gefühlt. Das ist etwas was ich gut kann, und was mir auch wirklich viel Spaß gemacht hat.
Interessant fand ich, dass mir da eigentlich auch ziemlich viel Verantwortung übertragen wurde. Ich bin diejenige, die die Texte bis zum Schluss überarbeitet hat. Ich wurde gefragt, ob sie jetzt übergeben werden können. Es war mein grünes Licht! Ich hoffe so inständig, dass ich es auch gut hinbekommen habe, und nicht irgendetwas falsch gemacht, vergessen oder übersehen habe.
Doch die Kollegin, die eigentlich dafür zuständig war, hat mich gelobt. Sie sagte dem Chef, dass ich für sie eine große Hilfe war, dass ich sie sehr unterstützt habe, dass ich eigentlich Sachen gemacht habe, die sie hätte machen sollen. Dass ich außerdem nicht nur beim Kanon der Literatur geholfen habe, sondern auch im Verkauf und an der Kasse. Das kam beim Chef sehr gut an und er hat sich dann bei mir bedankt ("herzlichen Dank"). Das fühlt sich so gut an!!!
Ich muss aber dazu sagen, dass der Chef eine Woche im Urlaub war, also gar nichts mitbekommen hat. Und dass auch die Kollegin von meiner Arbeit an der Kasse nichts mitbekommen hat. Also kann sie nicht wirklich beurteilen, ob ich da tatsächlich eine große Hilfe war. Außerdem hat das "herzlichen Dank" auch etwas mit einem schlechten Gewissen zu tun, da ich von ihnen nicht bezahlt werde. Ich bin ja nur Praktikantin... Aber es fühlt sich trotzdem sehr gut an!
Jetzt freue ich mich auf den Urlaub. Leider nur eine Woche, so viele Bücher werde ich also nicht lesen können. Aber eins möchte ich fertig lesen und ein neues anfangen... Lesen macht Spaß, es gibt so viele gute Geschichten!
Und dann freue ich mich wieder auf die Zeit in der Buchhandlung.
Vorher muss ich aber noch ein bisschen über den ersten Monat in der Buchhandlung nachdenken - ein kleines Fazit ziehen. Kurz gesagt, ich finde es einfach toll, dort zu arbeiten und ich möchte unbedingt dort bleiben - egal was ich arbeiten soll.
Aber der erste Monat war auch nicht so einfach für mich, und ich bin immer noch nicht sicher, ob es für mich Sinn macht, ob ich gut genug dafür bin, und ob ich wirklich Chancen habe, übernommen zu werden. Die Arbeit an der Kasse habe ich überstanden, mehr oder weniger war es ok. Aber hundertprozentig eingearbeitet in die Arbeitsabläufe an der Kasse bin ich noch nicht. Mir sind immer noch einige Sachen unklar, ich musste mir immer wieder von den Kollegen helfen lassen. Und ein paar kleine Fehler sind mir passiert, eigentlich jeden Tag eine Kleinigkeit. Nichts besonders schlimmes, aber einen positiven Eindruck macht das bei den Kollegen nicht, denn sie mussten mir immer mal wieder helfen. Wenn sie jetzt gefragt werden, ob ich übernommen werden soll, bekomme ich - glaube ich - zwar kein kategorisches "nein", aber auch bestimmt kein spontanes "Ja".
Was mich an mir persönlich besonders stört ist, dass ich immer noch sehr unsicher und zurückhaltend bin, ganz und gar nicht selbstbewusst. Ich habe Angst, etwas nicht richtig zu machen, traue mir nicht zu, etwas schon alleine machen zu können. Ich ziehe mich immer wieder zurück, gebe an die Kollegen ab und frage mich immer wieder, ob ich etwas falsch gemacht habe. Das merkt man, die Kollegen, die Kunden und auch ich. Und ich hasse mich dafür. Aber ich kann es nicht ändern. Noch nicht!
Ganz toll fand ich den Tag, als ich in der Taschenbuch-Abteilung gearbeitet hatte und einige Kunden beraten konnte, was für Bücher sie lesen könnten. Das hat mir so viel Spaß gemacht. Mit einer Frau hatte ich mehrere Büchertische angeschaut und ihr einige Bücher vorgestellt.
Es war so toll, dass diese Frau eine halbe Stunde später auf mich zu kam und mir dann gesagt hatte, für welche Bücher sie sich entschieden hat. Zwei meiner Lieblingsbücher, die ich ihr empfohlen hatte. Ich freu mich, dass ich sie überzeugen konnte - und ich bin sicher, dass ihr diese Bücher gefallen werden.
Am liebsten würde ich jetzt ganz viele Bücher lesen, damit ich auf dem Laufenden bin, was es im Moment für tolle Geschichten gibt, gute Bücher, schlechte Bücher, Krimis oder Liebesromane, leichte oder anspruchsvolle Literatur, lustige Bücher, schräge Bücher, ernste Bücher,... damit ich ganz viele Kunden beraten kann. Das würde mir so viel Spaß machen.
Andererseits fand ich es auch super im Büro zu sitzen und die Rezensionen für den Kanon der Literatur zu lesen. Bei dieser Aufgabe habe ich mich besser gefühlt, sicherer, competenter. Am Computer mit einem einfachen Programm Texte in ein Format zu bringen, redigieren, Listen schreiben, alphabetisch sortieren, da habe ich mich sicher gefühlt. Das ist etwas was ich gut kann, und was mir auch wirklich viel Spaß gemacht hat.
Interessant fand ich, dass mir da eigentlich auch ziemlich viel Verantwortung übertragen wurde. Ich bin diejenige, die die Texte bis zum Schluss überarbeitet hat. Ich wurde gefragt, ob sie jetzt übergeben werden können. Es war mein grünes Licht! Ich hoffe so inständig, dass ich es auch gut hinbekommen habe, und nicht irgendetwas falsch gemacht, vergessen oder übersehen habe.
Doch die Kollegin, die eigentlich dafür zuständig war, hat mich gelobt. Sie sagte dem Chef, dass ich für sie eine große Hilfe war, dass ich sie sehr unterstützt habe, dass ich eigentlich Sachen gemacht habe, die sie hätte machen sollen. Dass ich außerdem nicht nur beim Kanon der Literatur geholfen habe, sondern auch im Verkauf und an der Kasse. Das kam beim Chef sehr gut an und er hat sich dann bei mir bedankt ("herzlichen Dank"). Das fühlt sich so gut an!!!
Ich muss aber dazu sagen, dass der Chef eine Woche im Urlaub war, also gar nichts mitbekommen hat. Und dass auch die Kollegin von meiner Arbeit an der Kasse nichts mitbekommen hat. Also kann sie nicht wirklich beurteilen, ob ich da tatsächlich eine große Hilfe war. Außerdem hat das "herzlichen Dank" auch etwas mit einem schlechten Gewissen zu tun, da ich von ihnen nicht bezahlt werde. Ich bin ja nur Praktikantin... Aber es fühlt sich trotzdem sehr gut an!
Jetzt freue ich mich auf den Urlaub. Leider nur eine Woche, so viele Bücher werde ich also nicht lesen können. Aber eins möchte ich fertig lesen und ein neues anfangen... Lesen macht Spaß, es gibt so viele gute Geschichten!
Und dann freue ich mich wieder auf die Zeit in der Buchhandlung.
Tuesday, 5 August 2014
Kassensturz
Die Ferien haben angefangen und es ist ein regnerischer Tag. Florian hat Urlaub und hatte sich so viele schöne Dinge vorgenommen mit den Kindern zu unternehmen, aber bei dem Wetter fällt alles aus.
Heute fange ich erst um 14. Uhr an zu arbeiten und bin fünf Stunden an der Kasse. Ich bin gespannt, wie der Tag sein wird, ob das Wetter genutzt wird, um den Schulbuchkauf hinter sich zu bringen, oder ob man bei diesem Wetter lieber das Haus nicht verlässt...
Ich bin nervös. Kasse ist anstrengend und anspruchsvoll. Ich wurde in der letzten Woche schon jeden Tag zwei Stunden in der Stoßzeit eingearbeitet. Aber ich habe immer noch ein paar Abläufe, die mir nicht so ganz klar sind. Das möchte ich nicht alleine machen, denn ich will keine Fehler machen. Aber immer die Kollegen fragen ist nicht angenehm, besonders wenn viel los ist.
Einige Aufgaben habe ich mir zuhause aufgeschrieben, damit ich mir genauer merken kann, wie es geht. Das hat gut getan, jetzt fühle ich mich bei diesen Abläufen sicher und brauche keine Hilfe. Allerdings gibt es auch einige Situationen, die finden nicht oft statt, also kann ich es nicht üben und fühle mich noch unsicher.
Am besten fände ich, wenn diese Abläufe bei meinen Kolleginnen sind, aber das ist unrealistisch und auch nicht besonders sinnvoll, denn dann lerne ich es nicht.
Psychisch fühle mich ein bisschen unter Druck, diese Verantwortung zu tragen. Auf den Kassenzetteln steht mein Name, wenn ich etwas falsch mache, fällt das sofort auf. Aber daran darf ich nicht denken, das hilft mir nicht.
Und ich muss es einfach auch akzeptieren. Das Praktikum ist ein Test, ob ich so etwas machen kann oder nicht. Wenn ich es nicht schaffe, muss ich was anderes tun. Aber in der Buchhandlung gibt es noch viele andere Aufgaben...
Heute fange ich erst um 14. Uhr an zu arbeiten und bin fünf Stunden an der Kasse. Ich bin gespannt, wie der Tag sein wird, ob das Wetter genutzt wird, um den Schulbuchkauf hinter sich zu bringen, oder ob man bei diesem Wetter lieber das Haus nicht verlässt...
Ich bin nervös. Kasse ist anstrengend und anspruchsvoll. Ich wurde in der letzten Woche schon jeden Tag zwei Stunden in der Stoßzeit eingearbeitet. Aber ich habe immer noch ein paar Abläufe, die mir nicht so ganz klar sind. Das möchte ich nicht alleine machen, denn ich will keine Fehler machen. Aber immer die Kollegen fragen ist nicht angenehm, besonders wenn viel los ist.
Einige Aufgaben habe ich mir zuhause aufgeschrieben, damit ich mir genauer merken kann, wie es geht. Das hat gut getan, jetzt fühle ich mich bei diesen Abläufen sicher und brauche keine Hilfe. Allerdings gibt es auch einige Situationen, die finden nicht oft statt, also kann ich es nicht üben und fühle mich noch unsicher.
Am besten fände ich, wenn diese Abläufe bei meinen Kolleginnen sind, aber das ist unrealistisch und auch nicht besonders sinnvoll, denn dann lerne ich es nicht.
Psychisch fühle mich ein bisschen unter Druck, diese Verantwortung zu tragen. Auf den Kassenzetteln steht mein Name, wenn ich etwas falsch mache, fällt das sofort auf. Aber daran darf ich nicht denken, das hilft mir nicht.
Und ich muss es einfach auch akzeptieren. Das Praktikum ist ein Test, ob ich so etwas machen kann oder nicht. Wenn ich es nicht schaffe, muss ich was anderes tun. Aber in der Buchhandlung gibt es noch viele andere Aufgaben...
Wednesday, 30 July 2014
Der beste Sohn der Welt!
Letzter Schultag - endlich Ferien! Und heute bekam Noah sein erstes Zeugnis.
Deutsch:
Sprechen und Zuhören: stets aktiv, sachlich klar, zusammenhängend ausdrucksfähig und umfangreicher Wortschatz
Lesen und mit Texten umgehen: beherrscht die Buchstaben, kann nahezu flüssig lesen und den Inhalt erfassen und wiedergeben.
Seine Schrift ist formgerecht und linientreu, aber nicht sauber genug!
Mathe:
Zahlen: Umgang mit Zahlen bis 20 und weit darüber hinaus sicher ordnen und vergleichen, löst die plus und minus-Aufgaben im Raum 20 und darüber hinaus und das Kopfrechnen schnell und sehr sicher. Er bearbeitet bereits Aufgaben des 2. Schuljahres.
Größen und Maße: Die Geldwerte kann er sicher anwenden und Sachaufgaben selbstständig lösen.
Raum und Formen: Kennt geometrische Figuren, findet die Spiegelachse und erkennt symmetrische Figuren.
Das Arbeitsverhalten entspricht den Erwartungen.
Das Sozialverhalten entspricht den Erwartungen.
Noah M. nimmt laut Konferenzbeschluss vom 24.07.2014 im Schuljahr 2014/2015 am Unterricht der 2. Klasse teil.
Typisch Noah: schlampig schreiben und korrekt mit Geld umgehen können!
Prima gemacht!
Deutsch:
Sprechen und Zuhören: stets aktiv, sachlich klar, zusammenhängend ausdrucksfähig und umfangreicher Wortschatz
Lesen und mit Texten umgehen: beherrscht die Buchstaben, kann nahezu flüssig lesen und den Inhalt erfassen und wiedergeben.
Seine Schrift ist formgerecht und linientreu, aber nicht sauber genug!
Mathe:
Zahlen: Umgang mit Zahlen bis 20 und weit darüber hinaus sicher ordnen und vergleichen, löst die plus und minus-Aufgaben im Raum 20 und darüber hinaus und das Kopfrechnen schnell und sehr sicher. Er bearbeitet bereits Aufgaben des 2. Schuljahres.
Größen und Maße: Die Geldwerte kann er sicher anwenden und Sachaufgaben selbstständig lösen.
Raum und Formen: Kennt geometrische Figuren, findet die Spiegelachse und erkennt symmetrische Figuren.
Das Arbeitsverhalten entspricht den Erwartungen.
Das Sozialverhalten entspricht den Erwartungen.
Noah M. nimmt laut Konferenzbeschluss vom 24.07.2014 im Schuljahr 2014/2015 am Unterricht der 2. Klasse teil.
Typisch Noah: schlampig schreiben und korrekt mit Geld umgehen können!
Prima gemacht!
Friday, 25 July 2014
Sehr gut erzogener Sohn
Heute regnete es den ganzen Tag. Am Nachmittag saßen Thea und Noah eine Zeit lang friedlich in ihren Zimmern und spielten. Totenstille.
Doch plötzlich fängt Thea an zu schreien, rennt in meinen Arm und weint bitterlich.
Ich: Was ist passiert?
Thea: Noah hat mich gehauen...
Ich: Wieso? Was habt ihr denn gemacht?
Thea (hält sich die Backe): ganz dolle gehauen!
Ich: Noah, komm sofort runter!
Noah kommt runter und schaut mich grinsend an. Ja, er hat sie gehauen...
Ich: Was soll das? Warum hast du sie gehauen?
Noah: Sie hat gesagt, ich soll sie hauen.
Ich: Quatsch...
Noah: Doch!
Ich schaue Thea an. Ja, sie hat es gesagt...
Ich: Warum hast du ihm denn gesagt, er soll dich hauen?
Thea: Er hat gefragt, wer noch auf dem Baum sitzt.
Ich: Wie bitte? Was für ein Baum?
Thea: Ein Birnbaum eben!
Ich verstehe nur Bahnhof und schaue Noah fragend an.
Noah: Ich habe ihr nur eine kleine Geschichte erzählt.
Ich: Was für eine Geschichte?
Noah: Die Geschichte vom Birnbaum.
Thea heult und rennt weg.
Ich: Also: Erzähl mir mal die Geschichte vom Birnbaum!
Noah: O.k.: Haumich und Pflaumich klettern auf den Birnenbaum. Pflaumich fällt runter. Wer ist noch oben?
Ich: Hau mich!
Und was macht mein Sohn?
Doch plötzlich fängt Thea an zu schreien, rennt in meinen Arm und weint bitterlich.
Ich: Was ist passiert?
Thea: Noah hat mich gehauen...
Ich: Wieso? Was habt ihr denn gemacht?
Thea (hält sich die Backe): ganz dolle gehauen!
Ich: Noah, komm sofort runter!
Noah kommt runter und schaut mich grinsend an. Ja, er hat sie gehauen...
Ich: Was soll das? Warum hast du sie gehauen?
Noah: Sie hat gesagt, ich soll sie hauen.
Ich: Quatsch...
Noah: Doch!
Ich schaue Thea an. Ja, sie hat es gesagt...
Ich: Warum hast du ihm denn gesagt, er soll dich hauen?
Thea: Er hat gefragt, wer noch auf dem Baum sitzt.
Ich: Wie bitte? Was für ein Baum?
Thea: Ein Birnbaum eben!
Ich verstehe nur Bahnhof und schaue Noah fragend an.
Noah: Ich habe ihr nur eine kleine Geschichte erzählt.
Ich: Was für eine Geschichte?
Noah: Die Geschichte vom Birnbaum.
Thea heult und rennt weg.
Ich: Also: Erzähl mir mal die Geschichte vom Birnbaum!
Noah: O.k.: Haumich und Pflaumich klettern auf den Birnenbaum. Pflaumich fällt runter. Wer ist noch oben?
Ich: Hau mich!
Und was macht mein Sohn?
Wednesday, 23 July 2014
Das Schweigen der Praktikantin
Der Titel dieses Posts hat zwei Bedeutungen. Das erste ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, über meine Krankheit sprechen zu müssen, mich zu rechtfertigen, warum ich Praktikum mache, warum ich manche Sachen nicht gut machen kann, warum ich so bin wie ich bin .
Doch da muss ich schon aufpassen was ich sage, denn in meinem Vorstellungsgespräch habe ich von meiner schweren Krankheit gesprochen, aber ich habe nicht gesagt, dass ich bestimmte Sachen nicht mehr machen kann. Ich weiß nicht, ob das nicht ein Fehler war... aber so ist es jetzt.
Letzte Woche Freitag hatte ich mit einer Kollegin darüber gesprochen, denn man weiß nicht so recht, wie man mich einordnen soll. In meinem Lebenslauf steht ein ziemlich hohes Niveau, aber Bücher in Regale einräumen passt dazu nicht. Und so unsicher und schwerfällig wie ich mich im Abholfach angestellt habe, passt irgendwie auch nicht zu meiner Berufserfahrung.
Also habe ich der Kollegin, die im Abholfach für mich zuständig ist, gesagt, dass ich jetzt durch meine schwere Krankheit auch Sachen, die ich früher gemacht habe, nicht mehr so gut kann. Sie war sehr verständnisvoll und freundlich, hat aber auch gesagt, dass es ihr wohl aufgefallen ist, dass ich unsicher bin und mich ein bisschen zurückgenommen habe, als ob ich mir nicht zutrauen würde, dass ich etwas kann.
Es war gut, dass ich ihr das gesagt hatte, denn danach fühlte ich ich ein bisschen aufgetaut. Ich konnte ihr zeigen, was meine Problemchen sind, und sie hat gesagt, dass ich mich nicht so dämlich anstelle, sondern dass es besonders an der Kasse im Abholfach sehr kompliziert ist. Danach habe ich mir viel mehr zugetraut, einfach alles zu probieren - einfach machen! Dann funktionierte alles viel besser. Ich war offener den Kunden gegenüber, habe mir auch zugetraut, Gutscheine, Karten und andere Extras ohne ihre Hilfe zu verkaufen. Und siehe da, ich habe es auch meistens geschafft.
Der Tag war besser als die ganze Woche. Ich fühlte mich gut, habe einen etwas besseren Bezug zu der Kollegin - wir duzen uns inzwischen - und ich kam ganz gut mit der Kasse zurecht.
Gut, dass ich das gemacht habe! Aber ich muss aufpassen, ich darf es nicht so offen allen sage, schließlich weiß es der Chef nicht.
Das zweite Schweigen ist die Mittagspause. Es gibt einen sehr schönen Aufenthaltsraum, luftig und sonnig, mit mehreren Tischen und Stühlen, einem großen Bücherregal mit Leseexemplaren und mehreren Zeitungen, einem Sitzkissen, einem Sessel und ein paar Decken. Im Flur vor dem Aufenthaltsraum ist eine Küchenzeile mit einem guten Kaffeeautomaten, einer Mikrowelle, einer Spülmaschine und sehr schönem Geschirr. (Da steht wohl irgendwo auch ein Kühlschrank, den habe ich aber noch nicht gefunden, ich brauche ihn im Moment nicht.)
Es wirkt alles sehr angenehm und freundlich, und so ist es eigentlich auch. Aber ein bisschen komisch ist es doch... Doch ein Aufenthaltsraum heißt Aufenthaltsraum, weil man sich in einem Aufenthaltsraum aufhält und nicht unterhält. Also schweigt man. Klar, jetzt weiß ich es.
Wenn jemand in einer Liege liegt und die Augen zu hat (und das ist ganz oft der Fall), dann spricht man automatisch ruhiger und am besten gar nicht. Teilweise wird gar nicht "hallo" oder "guten Appetit" gesagt, nur gelächelt. Die Kollegen, die in der gleichen Abteilung arbeiten, setzen sich nicht nebeneinander, sondern jeder an einen freien Tisch. Man teilt sich die Zeitungen, holt vielleicht sein Buch raus, isst, liest und schweigt.
Irgendwie passt es zu einer Buchhandlung. Zum Lesen gehört Stille, Ruhe, Alleinsein. Und wenn man den ganzen Tag im Buchladen steht, mit Kunden spricht, freundlich lächelt, Bücher empfiehlt, "guten Tag" und "auf Wiedersehen" sagt, freut man sich, die Klappe halten zu können.
Aber ein bisschen langweilig ist es schon...
Doch da muss ich schon aufpassen was ich sage, denn in meinem Vorstellungsgespräch habe ich von meiner schweren Krankheit gesprochen, aber ich habe nicht gesagt, dass ich bestimmte Sachen nicht mehr machen kann. Ich weiß nicht, ob das nicht ein Fehler war... aber so ist es jetzt.
Letzte Woche Freitag hatte ich mit einer Kollegin darüber gesprochen, denn man weiß nicht so recht, wie man mich einordnen soll. In meinem Lebenslauf steht ein ziemlich hohes Niveau, aber Bücher in Regale einräumen passt dazu nicht. Und so unsicher und schwerfällig wie ich mich im Abholfach angestellt habe, passt irgendwie auch nicht zu meiner Berufserfahrung.
Also habe ich der Kollegin, die im Abholfach für mich zuständig ist, gesagt, dass ich jetzt durch meine schwere Krankheit auch Sachen, die ich früher gemacht habe, nicht mehr so gut kann. Sie war sehr verständnisvoll und freundlich, hat aber auch gesagt, dass es ihr wohl aufgefallen ist, dass ich unsicher bin und mich ein bisschen zurückgenommen habe, als ob ich mir nicht zutrauen würde, dass ich etwas kann.
Es war gut, dass ich ihr das gesagt hatte, denn danach fühlte ich ich ein bisschen aufgetaut. Ich konnte ihr zeigen, was meine Problemchen sind, und sie hat gesagt, dass ich mich nicht so dämlich anstelle, sondern dass es besonders an der Kasse im Abholfach sehr kompliziert ist. Danach habe ich mir viel mehr zugetraut, einfach alles zu probieren - einfach machen! Dann funktionierte alles viel besser. Ich war offener den Kunden gegenüber, habe mir auch zugetraut, Gutscheine, Karten und andere Extras ohne ihre Hilfe zu verkaufen. Und siehe da, ich habe es auch meistens geschafft.
Der Tag war besser als die ganze Woche. Ich fühlte mich gut, habe einen etwas besseren Bezug zu der Kollegin - wir duzen uns inzwischen - und ich kam ganz gut mit der Kasse zurecht.
Gut, dass ich das gemacht habe! Aber ich muss aufpassen, ich darf es nicht so offen allen sage, schließlich weiß es der Chef nicht.
Das zweite Schweigen ist die Mittagspause. Es gibt einen sehr schönen Aufenthaltsraum, luftig und sonnig, mit mehreren Tischen und Stühlen, einem großen Bücherregal mit Leseexemplaren und mehreren Zeitungen, einem Sitzkissen, einem Sessel und ein paar Decken. Im Flur vor dem Aufenthaltsraum ist eine Küchenzeile mit einem guten Kaffeeautomaten, einer Mikrowelle, einer Spülmaschine und sehr schönem Geschirr. (Da steht wohl irgendwo auch ein Kühlschrank, den habe ich aber noch nicht gefunden, ich brauche ihn im Moment nicht.)
Es wirkt alles sehr angenehm und freundlich, und so ist es eigentlich auch. Aber ein bisschen komisch ist es doch... Doch ein Aufenthaltsraum heißt Aufenthaltsraum, weil man sich in einem Aufenthaltsraum aufhält und nicht unterhält. Also schweigt man. Klar, jetzt weiß ich es.
Wenn jemand in einer Liege liegt und die Augen zu hat (und das ist ganz oft der Fall), dann spricht man automatisch ruhiger und am besten gar nicht. Teilweise wird gar nicht "hallo" oder "guten Appetit" gesagt, nur gelächelt. Die Kollegen, die in der gleichen Abteilung arbeiten, setzen sich nicht nebeneinander, sondern jeder an einen freien Tisch. Man teilt sich die Zeitungen, holt vielleicht sein Buch raus, isst, liest und schweigt.
Irgendwie passt es zu einer Buchhandlung. Zum Lesen gehört Stille, Ruhe, Alleinsein. Und wenn man den ganzen Tag im Buchladen steht, mit Kunden spricht, freundlich lächelt, Bücher empfiehlt, "guten Tag" und "auf Wiedersehen" sagt, freut man sich, die Klappe halten zu können.
Aber ein bisschen langweilig ist es schon...
Friday, 18 July 2014
Ein Tief abholen?
Es gibt so viele Tiefs bei meiner neuen Arbeit, dass ich das gar nicht aufzählen möchte. Ich merke, dass ich größere Probleme habe, die ich früher nicht hatte.
Momentan bin ich im Abholfach und es ist nicht einfach für mich. Die Bücher werden nicht nach Autoren sortiert, sondern nach Bestellnamen. Diese richtig sortieren, ist nicht einfach, sie sind sich so ähnlich und trotzdem gehören sie nicht nebeneinander, z. B. Dieterich und Dietrich, dazwischen passen: Dieterreich, Dietersten, Dietono... da ist die Suche nicht einfach. Kunden, sagen die Namen oft so undeutlich, dass man ganz oft die Richtigen nicht findet, ich brauche auch lange, um an das richtige Regal zu kommen. Ich brauche lange beim Einsortieren und ich brauche auch viel Zeit beim Suchen.
Aber am schwierigsten ist die Kasse. Ich habe am Dienstag mit der Kasse angefangen und ich bin jetzt immer noch sehr unsicher. Die Kasse ist sehr kompliziert und vor allem auch verantwortungsvoll. Und mir passieren einfach viele Fehler. Es sind Kleinigkeiten, sie sind nicht schlimm, das passiert jedem mal, besonders wenn man gerade erst angefangen hat. Aber es passiert mir oft und ich brauche noch ein bisschen Zeit um es zu lernen.
Manchmal ist es mir richtig peinlich, weil ich wieder etwas nicht richtig gemacht habe, dass ich wieder nachfragen muss, was mir schon so oft erklärt wurde, dass mir immer wieder gezeigt wird, wie man die Kasse benutzt. Ich kann mir viele Sachen einfach nicht so schnell merken, muss immer wieder nachfragen, und kann es mir wieder nicht merken. Ich halte einfach oft den Betrieb auf. Das ist deprimierend für mich und machte keinen guten Eindruck. Bei meinen Kollegen und bei den Kunden.
Außerdem muss ich sehr viel reden und mir fehlen öfters die richtigen Worte. Es sind Tüten nicht Taschen, Kassenzettel nicht Karte, Pin/Geheimnummer nicht Zahl, DVD nicht CD...
Eigentlich war es vorgesehen, dass ich nächste Woche wieder etwas anderes mache. Ich soll ins Büro, um bei einer Werbe-Aktion zu helfen. Es geht um den "Kanon der Literatur": hundert Leser, hundert Rezensionen, hundert Lieblingsbücher. Jeder, der gerne liest, kann über sein Lieblingsbuch schreiben und zur Buchhandlung schicken, dann werden hundert Rezensionen ausgesucht und veröffentlicht. Ich soll die Texte so bearbeiten, dass alle gleich aussehen und die wichtigen Daten eintragen: wer die Rezension geschrieben hat, wie das Buch heißt, Autor, Verlag, Erscheinungsjahr.
Doch es wurden nicht viele Rezensionen geschickt, ich werde wohl keine ganze Woche brauchen. Mein Chef hatte mich deshalb gefragt, was ich denn in dieser Woche noch gerne machen will, aber ich war so überrascht, dass ich gar nicht wusste, was ich antworten soll. Dann hatte er gesagt, ich soll einfach wieder zur Taschenbuch-Abteilung gehen.
Bei der Heimfahrt, dachte ich, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich noch einmal ins Abholfach gehe, damit ich es ein bisschen intensiver lernen kann und mich daran gewöhne. Ich möchte mich im Abholfach einarbeiten, damit ich in der Schulbuchzeit mit der Kasse gut zurecht komme.
Damit ich eine Aushilfe bin und nicht der Klotz am Bein.
Ich werde mit der Kollegin morgen darüber sprechen. Wenn es für sie ok ist, werde ich es mit dem Chef besprechen.
Momentan bin ich im Abholfach und es ist nicht einfach für mich. Die Bücher werden nicht nach Autoren sortiert, sondern nach Bestellnamen. Diese richtig sortieren, ist nicht einfach, sie sind sich so ähnlich und trotzdem gehören sie nicht nebeneinander, z. B. Dieterich und Dietrich, dazwischen passen: Dieterreich, Dietersten, Dietono... da ist die Suche nicht einfach. Kunden, sagen die Namen oft so undeutlich, dass man ganz oft die Richtigen nicht findet, ich brauche auch lange, um an das richtige Regal zu kommen. Ich brauche lange beim Einsortieren und ich brauche auch viel Zeit beim Suchen.
Aber am schwierigsten ist die Kasse. Ich habe am Dienstag mit der Kasse angefangen und ich bin jetzt immer noch sehr unsicher. Die Kasse ist sehr kompliziert und vor allem auch verantwortungsvoll. Und mir passieren einfach viele Fehler. Es sind Kleinigkeiten, sie sind nicht schlimm, das passiert jedem mal, besonders wenn man gerade erst angefangen hat. Aber es passiert mir oft und ich brauche noch ein bisschen Zeit um es zu lernen.
Manchmal ist es mir richtig peinlich, weil ich wieder etwas nicht richtig gemacht habe, dass ich wieder nachfragen muss, was mir schon so oft erklärt wurde, dass mir immer wieder gezeigt wird, wie man die Kasse benutzt. Ich kann mir viele Sachen einfach nicht so schnell merken, muss immer wieder nachfragen, und kann es mir wieder nicht merken. Ich halte einfach oft den Betrieb auf. Das ist deprimierend für mich und machte keinen guten Eindruck. Bei meinen Kollegen und bei den Kunden.
Außerdem muss ich sehr viel reden und mir fehlen öfters die richtigen Worte. Es sind Tüten nicht Taschen, Kassenzettel nicht Karte, Pin/Geheimnummer nicht Zahl, DVD nicht CD...
Eigentlich war es vorgesehen, dass ich nächste Woche wieder etwas anderes mache. Ich soll ins Büro, um bei einer Werbe-Aktion zu helfen. Es geht um den "Kanon der Literatur": hundert Leser, hundert Rezensionen, hundert Lieblingsbücher. Jeder, der gerne liest, kann über sein Lieblingsbuch schreiben und zur Buchhandlung schicken, dann werden hundert Rezensionen ausgesucht und veröffentlicht. Ich soll die Texte so bearbeiten, dass alle gleich aussehen und die wichtigen Daten eintragen: wer die Rezension geschrieben hat, wie das Buch heißt, Autor, Verlag, Erscheinungsjahr.
Doch es wurden nicht viele Rezensionen geschickt, ich werde wohl keine ganze Woche brauchen. Mein Chef hatte mich deshalb gefragt, was ich denn in dieser Woche noch gerne machen will, aber ich war so überrascht, dass ich gar nicht wusste, was ich antworten soll. Dann hatte er gesagt, ich soll einfach wieder zur Taschenbuch-Abteilung gehen.
Bei der Heimfahrt, dachte ich, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich noch einmal ins Abholfach gehe, damit ich es ein bisschen intensiver lernen kann und mich daran gewöhne. Ich möchte mich im Abholfach einarbeiten, damit ich in der Schulbuchzeit mit der Kasse gut zurecht komme.
Damit ich eine Aushilfe bin und nicht der Klotz am Bein.
Ich werde mit der Kollegin morgen darüber sprechen. Wenn es für sie ok ist, werde ich es mit dem Chef besprechen.
Saturday, 12 July 2014
Die seltsame Praktikantin
Die erste Woche ist vorbei und es war ok. Es hat Spaß gemacht, aber es war manchmal auch ein bisschen frustrierend.
Ich werde viel von Kunden angesprochen, aber ich konnte ganz oft nicht helfen und musste an meine Kolleginnen verweisen. Das liegt natürlich daran, dass ich mich in der Buchhandlung noch nicht gut auskenne, das wird sich ändern.
Aber ich merke auch ein paar andere Probleme. Das Einräumen der Bücher ist sehr anstrengend, man muss nicht nur alphabetisch sortieren, sondern die Bücher vorher durch die ISBN-Nummer suchen. Da habe ich ein paar Probleme, ich verliere die Konzentration, kann mir die Zahlen nicht merken, finde die Unterschiede nicht. Manchmal übersehe ich das richtige Buch, manchmal hole ich ein Falsches hervor. Glücklicherweise merke ich es an den Titeln, aber ich muss dann mit der Suche wieder von vorne anfangen. Natürlich ist das für jeden am Anfang kompliziert und schwierig, aber ich mache sehr viele Fehler, schweife oft ab, muss nochmal von vorne anfangen. Das ist ein bisschen deprimieren, denn ganz neu ist es nicht, so etwas habe ich früher schon oft gemacht, und da war ich konzentriert und schnell und versiert, jetzt bin ich langsam und unsicher. Aber auch das wird sich ändern.
Außerdem habe ich auch Probleme beim Sprechen. Mir fehlen manchmal die richtigen Worte, die in einer Buchhandlung wichtig sind (und die natürlich früher bei mir durchaus geläufig waren): Hardcover, Taschenbuch, Warengruppe, Sortiment, Roman, Krimi, Erzählung, Bestseller, Verlag, ISBN-Nummer... Und mir fehlen oft auch ganz banale Wörter wie: Regal, Tisch, Kasse, Erdgeschoss, Etage, Rolltreppe, Preis, Schriftsteller...
Aber ich glaube, ich werde mich einfach verbessern. Ich habe fünf Monate Zeit. Ich bin wohl nicht so flexibel und lernfähig wie früher, brauche einfach länger Zeit, mich da einzufuchsen. Aber wenn ich fünf Tage in der Woche, sechs Stunden lang in der Buchhandlung bin, gewöhne ich mich daran und lerne die Worte wie Vokabeln in der Schule.
Nächste Woche gehe ich in das Abholfach. Eigentlich wäre es nicht schlecht gewesen, ein bisschen länger in der Taschenbuch-Abteilung zu bleiben, um alles etwas näher kennenzulernen und mich daran zu gewöhnen. Aber etwas näher an eine Kollegin ranzukommen hat einen kleinen Vorteil. Wenn man in einem kleinen Raum sechs Stunden zusammen ist, muss man sich öfter unterhalten, da lernt man sich kennen.
Das ist wichtig für mich, ich brauche auch ein bisschen persönlichen Kontakt, ich muss ein bisschen erklären, warum ich ein Praktikum mache. Mein Lebenslauf hat offensichtlich bei den Kollegen die Runde gemacht, und ich merke manchmal, dass sich viele fragen, warum ich - eine 38 Jährige, Kulturwissenschaftlerin, mit Berufserfahrung bei Veranstaltungmanagement und PR/Öffentlichkeitsarbeit - ein Praktikum im Verkauf machen will, beim Regale einräumen.
Zumindest fühle ich mich angestarrt und habe schon einige neugierige Fragen gestellt bekommen. Die Frau, die sich diese Woche um mich gekümmert hat, fragte ständig, was sie mir alles erklären soll, ob sie mir nicht zu viel erklärt, ich kenne mich ja in der Buchbranche aus, ich soll sie auf jeden Fall unterbrechen, nicht dass sie mir immer was erzählt, was ich schon weiß. Aber es ist so, dass ich viele Dinge nicht mehr weiß, einfach vergessen habe. (Z. B. wie heißt diese lange Nummer (ISBN)? Was bedeutet sie? Ich wusste es nicht... Wenn sie mir die Sachen erklärt, erinnere ich mich daran. Diese Hilfe brauche ich.
Ich merke, dass sie nicht so richtig weiß, wie sie mit mir umgehen soll, und ich weiß es auch nicht. Ich bin die Praktikantin. Das hört sich bei mir nicht gut an, ich wäre lieber die Kollegin, oder einfach nur Maria M.
Tuesday, 8 July 2014
Erster Tag
Ich habe den ersten Tag in der Buchhandlung hinter mir. Ich bin todmüde, aber zufrieden und zuversichtlich.
Im Verkauf zu stehen ist etwas anderes als im Büro zu sitzen, es ist körperlich wesentlich anstrengender. Die Füße und der Rücken tun mir weh und auch in den Armen merke ich, dass ich den ganzen Tag Bücher geschleppt habe. Aber es ist schön in einer so großen Buchhandlung zu sein, so viele Bücher anzuschauen, anzufassen und kennenzulernen.
Glücklicherweise fange ich nicht an der Kasse an, sondern im Erdgeschoss in der Abteilung Taschenbuch, das ist nicht so kompliziert und ich bekomme einen Überblick. Im Wesentlich räume ich die Bücher, die am Tag vorher verkauft wurden, wieder in die Regale ein oder fülle die Tisch-Stapel wieder auf. Ich lerne viele Bücher kennen, sehe was verkauft wird, welches die beliebtesten Bücher sind, was der Unterschied zwischen Mystery und Fantasie ist, Krimi und Thriller, Neuheiten und Auslese, Spiegel-Bestseller Belletristik und Sachbuch, gebunden und Hardcover. Es ist sehr vielschichtig und teilweise kompliziert, aber sehr interessant und ich bin sicher, dass ich diesen Aufgaben gewappnet bin.
Ich finde, es war ein guter Start, meine Kollegin, die mich einarbeitet, ist nett und ich freue mich auf morgen.
Hinterher bin ich sofort in einen Schuhladen gegangen und habe mir ein paar flache Schuhe gekauft, die habe ich wirklich nötig, und eine 300 gr Tafel Milka NussNougat, die habe ich mir redlich verdient!
Im Verkauf zu stehen ist etwas anderes als im Büro zu sitzen, es ist körperlich wesentlich anstrengender. Die Füße und der Rücken tun mir weh und auch in den Armen merke ich, dass ich den ganzen Tag Bücher geschleppt habe. Aber es ist schön in einer so großen Buchhandlung zu sein, so viele Bücher anzuschauen, anzufassen und kennenzulernen.
Glücklicherweise fange ich nicht an der Kasse an, sondern im Erdgeschoss in der Abteilung Taschenbuch, das ist nicht so kompliziert und ich bekomme einen Überblick. Im Wesentlich räume ich die Bücher, die am Tag vorher verkauft wurden, wieder in die Regale ein oder fülle die Tisch-Stapel wieder auf. Ich lerne viele Bücher kennen, sehe was verkauft wird, welches die beliebtesten Bücher sind, was der Unterschied zwischen Mystery und Fantasie ist, Krimi und Thriller, Neuheiten und Auslese, Spiegel-Bestseller Belletristik und Sachbuch, gebunden und Hardcover. Es ist sehr vielschichtig und teilweise kompliziert, aber sehr interessant und ich bin sicher, dass ich diesen Aufgaben gewappnet bin.
Ich finde, es war ein guter Start, meine Kollegin, die mich einarbeitet, ist nett und ich freue mich auf morgen.
Hinterher bin ich sofort in einen Schuhladen gegangen und habe mir ein paar flache Schuhe gekauft, die habe ich wirklich nötig, und eine 300 gr Tafel Milka NussNougat, die habe ich mir redlich verdient!
Thursday, 3 July 2014
Einstiegs-Faux-pas
Heute habe ich schon eine meiner neuen Arbeitskolleginnen kennengelernt. Es war nicht der beste Einstieg.
Ich war in der Buchhandlung, um für einen Freund von Noah ein (Geburtstagsgeschenk-)Buch zu kaufen. Da ich sowieso da war, ließ ich mich zum Geschäftsführer führen, um mit ihm kurz noch zu besprechen, wann ich am ersten Tag kommen soll. Das Gespräch wurde dann ein bisschen ausführlicher als ich dachte. Er sagte mir, dass ich gleich im Bereich Taschenbuch anfangen würde, und in der ersten Woche in die Kasse eingearbeitet werde.
Ich muss also gleich ins kalte Wasser springen, denn an der Kasse arbeiten, ist viel anspruchsvoller als Bücher in Regale einräumen. An der Kasse muss man strukturiert arbeiten können. Da wird mit Karte oder bar bezahlt, da werden Gutscheine ausgestellt, Bücher umgetauscht, Rechnungen storniert, Geschenke eingepackt. Da werden nicht nur Bücher gekauft, sondern auch Zeitschriften, Geschenke, Spiele, Postkarten, dafür muss man andere Produktgruppen eintippen... An der Kasse muss man sehr flexibel sein und alles perfekt können. Genau das ist eins meiner Schwachpunkt - meine exekutiven Funktionsstörungen. Ich gerate manchmal ins Chaos, wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig oder hintereinander machen muss, vergesse bestimmte Techniken, übersehe manche Sachen.
So etwas ist mir schon lange nicht mehr passiert. Aber sechs Stunden am Tag so etwas machen müssen, ist für mich sehr anspruchsvoll, ist eine Herausforderung!
Dass es bei mir gleich so los geht, hätte ich nicht gedacht, aber ich muss mich nicht wundern. In meinem Lebenslauf steht nichts über meine Aphasie und den Funktionsstörungen. Die Berufserfahrung, die da drin steht, sind wesentlich anspruchsvoller als Regale einräumen. Ich habe sogar schon mal als Weihnachtsaushilfe im Buchhandel gearbeitet (in meinem Studium vor 14 Jahren und vor meiner OP!).
Mir ist ein bisschen mulmig zumute, von mir wird ganz schön viel erwartet. Aber da muss ich jetzt durch! In diese Buchhandlung will ich rein!
Zum Schluss musste ich noch das Buch bezahlen. An der Kasse war ich, wegen des Gesprächs, ein bisschen nervös, fummelte in meinem Geldbeutel rum und holte zuerst meine EC-Karte heraus. Die Kassiererin nahm die Karte und steckte sie in das Laser-Gerät. Dann fand ich meine Kundenkarte und gab sie der Frau. Sie nahm die Karte und schaute mich direkt an.
Kassiererin: Sind Sie vielleicht unsere Praktikantin?
Ich: Ja, ich fange nächste Woche an.
Kassiererin: Ich habe ihre Bewerbung bekommen und sie gleich erkannt.
Ich: Oh, tatsächlich?
Kassiererin: Sie werden gleich bei mir anfangen. Ich werde Sie an der Kasse einarbeiten. Und jetzt sage ich es Ihnen gleich: Unsere Kundenkarte muss zuerst gegeben werden.
Ich: Ja, das habe ich mir gleich gedacht. Aber es ist mir einfach so passiert.
Kassiererin: Jetzt wissen sie es ja.
Das geht ja gut los, ich habe keinen guten Eindruck gemacht. Ich wusste, dass es andersrum geht, warum habe ich es trotzdem so gemacht?
Und meine Kollegin in spe machte auch keinen besonders freundlichen Eindruck auf mich.
Ich war in der Buchhandlung, um für einen Freund von Noah ein (Geburtstagsgeschenk-)Buch zu kaufen. Da ich sowieso da war, ließ ich mich zum Geschäftsführer führen, um mit ihm kurz noch zu besprechen, wann ich am ersten Tag kommen soll. Das Gespräch wurde dann ein bisschen ausführlicher als ich dachte. Er sagte mir, dass ich gleich im Bereich Taschenbuch anfangen würde, und in der ersten Woche in die Kasse eingearbeitet werde.
Ich muss also gleich ins kalte Wasser springen, denn an der Kasse arbeiten, ist viel anspruchsvoller als Bücher in Regale einräumen. An der Kasse muss man strukturiert arbeiten können. Da wird mit Karte oder bar bezahlt, da werden Gutscheine ausgestellt, Bücher umgetauscht, Rechnungen storniert, Geschenke eingepackt. Da werden nicht nur Bücher gekauft, sondern auch Zeitschriften, Geschenke, Spiele, Postkarten, dafür muss man andere Produktgruppen eintippen... An der Kasse muss man sehr flexibel sein und alles perfekt können. Genau das ist eins meiner Schwachpunkt - meine exekutiven Funktionsstörungen. Ich gerate manchmal ins Chaos, wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig oder hintereinander machen muss, vergesse bestimmte Techniken, übersehe manche Sachen.
So etwas ist mir schon lange nicht mehr passiert. Aber sechs Stunden am Tag so etwas machen müssen, ist für mich sehr anspruchsvoll, ist eine Herausforderung!
Dass es bei mir gleich so los geht, hätte ich nicht gedacht, aber ich muss mich nicht wundern. In meinem Lebenslauf steht nichts über meine Aphasie und den Funktionsstörungen. Die Berufserfahrung, die da drin steht, sind wesentlich anspruchsvoller als Regale einräumen. Ich habe sogar schon mal als Weihnachtsaushilfe im Buchhandel gearbeitet (in meinem Studium vor 14 Jahren und vor meiner OP!).
Mir ist ein bisschen mulmig zumute, von mir wird ganz schön viel erwartet. Aber da muss ich jetzt durch! In diese Buchhandlung will ich rein!
Zum Schluss musste ich noch das Buch bezahlen. An der Kasse war ich, wegen des Gesprächs, ein bisschen nervös, fummelte in meinem Geldbeutel rum und holte zuerst meine EC-Karte heraus. Die Kassiererin nahm die Karte und steckte sie in das Laser-Gerät. Dann fand ich meine Kundenkarte und gab sie der Frau. Sie nahm die Karte und schaute mich direkt an.
Kassiererin: Sind Sie vielleicht unsere Praktikantin?
Ich: Ja, ich fange nächste Woche an.
Kassiererin: Ich habe ihre Bewerbung bekommen und sie gleich erkannt.
Ich: Oh, tatsächlich?
Kassiererin: Sie werden gleich bei mir anfangen. Ich werde Sie an der Kasse einarbeiten. Und jetzt sage ich es Ihnen gleich: Unsere Kundenkarte muss zuerst gegeben werden.
Ich: Ja, das habe ich mir gleich gedacht. Aber es ist mir einfach so passiert.
Kassiererin: Jetzt wissen sie es ja.
Das geht ja gut los, ich habe keinen guten Eindruck gemacht. Ich wusste, dass es andersrum geht, warum habe ich es trotzdem so gemacht?
Und meine Kollegin in spe machte auch keinen besonders freundlichen Eindruck auf mich.
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