Ich habe festgestellt, dass man ohne TV seine Zeit durchaus prima verbringen kann. Inzwischen habe ich schon das Buch, das ich nach Silvester angefangen habe, fast fertig gelesen (über 400 Seiten!), mit einer alten Freundin telefoniert, Kunstblumen für das Wohnzimmer bestellt, mir Plissee-Muster zur Ansicht schicken lassen (alles fürs neue Haus) und schon dreimal gebloggt. Damit bin ich sehr zufrieden.
Das einzige was ich wirklich vermisse ist die Tagesschau. Denn da werden nicht nur wichtige Informationen über die aktuelle politische Lage in Deutschland und in der Welt, über Kultur, Sport und Wetter berichtet, sondern auch darüber was unsere Politiker gerne essen.
Zum Beispiel in der letzten Tagesschau, die ich gesehen habe. Am 06. Januar 2016. Am Feiertag der Heiligen drei Könige.
Da fühlen sich ganz schön viele Politiker angesprochen. Dieser Tag ist nämlich ein ganz wichtiger Tag in der deutschen Politik. Es ist der Auftakt fürs neue Jahr, für neue politische Vorsätze und die politische Jahresplanung. Und von diesem Tag scheinen sich drei Parteien dieses Jahr besonders angesprochen zu fühlen.
Die FDP haben im Moment zwar keinen heiligen König im Bundestag, aber das Dreikönigstreffen muss einfach aus langjähriger Tradition erhalten bleiben. Horst Seehofer (der heilige König der CSU) will dieses Jahr besonders aufmüpfig gegen die heiligste Königin Deutschlands auftreten, deshalb hat er Angela Merkel sogar ins beschauliche Bad Kreuth eingeladen. Und die Grünen haben es dieses Jahr ziemlich eilig, schließlich wird in Baden-Württemberg gleich im März der neue Landtag gewählt. Deshalb haben sie Winfried Kretschmann - den ersten und einzigen grünen Ministerpräsidenten (also besonders heilig!) - in die Vorstandsklausur nach Berlin eingeladen.
Erstaunlich fand ich was Simone Peters, die Parteivorsitzende der Grünen, zu dieser wichtigen Tagung, zu sagen hatte:
"(Das wichtigste der Käsespätzle...) ist die Soße, in der zwei Käsesorten harmonisch ineinander verschmelzen. So ist es auch in unseren Flügeln, da gibt es unterschiedliche Würzungen und Bereiche, die in das Gericht mit einfließen. Am Ende schmelzen sie zusammen."
Liebe ARD, vielen Dank für diesen Bericht! Jetzt weiß ich Bescheid. Wenn ich noch in Baden-Württemberg leben würde, würde ich bei der Landtagswahl im März auf jeden Fall grün wählen.
Ich liebe Käsespätzle!
Tuesday, 12 January 2016
Saturday, 9 January 2016
Tag Nummer drei
Noah und Florian gucken zusammen den Film "Free birds". Ich halte mich an meinen Vorsatz und gehe jetzt lesen.
Es macht mir nichts aus. Fast nichts. Aber ein bisschen schade ist es schon. Mit Noah gemütlich vor dem Fernseher sitzen ist auch schön. Schließlich kuschelt unser schon 9 Jahre (!) alter Sohn nicht mehr so gerne mit uns.
Beim Fernsehgucken aber schon.
Friday, 8 January 2016
Nachtrag zum Waschlappen vom 1. Dezember
Am Morgen nach dem rabenschwarzen Tag im Dezember, als ich eine halbe Stunde früher nach Hause gegangen war (und meine Kollegin wohl gemerkt hatte, dass es mir nicht gut ging):
Kollegin: Geht es Ihnen heute wieder besser?
Ich: Ja, schon. Aber nicht zu 100 % gut.
Kollegin: Was ist denn los? War was gestern?
Ich: Ja, der Tag gestern war wirklich blöd.
Monolog:
Sie haben mich ja bei dieser blöden Situation mit der ehemaligen Kollegin gerettet, und mich beim Kuchen-essen angekündigt. Dann war es ja auch ok dabei zu sein. Aber ein bisschen komisch gefühlt habe ich mich schon. Da zu sitzen, und alle unterhalten sich und alle duzen sich. Nur mit mir nicht. Alle duzen sich - auch mit Frau Kawulok, die doch zwei Monate nach mir angefangen hat.
Es war ja ok für mich, mich noch nicht mit allen zu duzen. Ich bin ja noch nicht so lange hier - und duze mich auch schon mit einigen. Aber als ich da saß und zuhörte, habe ich gemerkt, dass Frau Kawulok, die zwei Monate nach mir gekommen ist, sich jetzt schon mit allen duzt.
Klar, es ist eine blöde Situation für mich, weil ich hier alleine sitze und noch nicht mal Pause machen kann. Da habe ich auch recht wenig Kontakt mit den anderen, da redet man nicht viel miteinander. Da dauert es einfach eine Weile bis man sich näher kennen lernt.
Aber da zu sitzen, und zu merken, dass sich alle duzen, nur mit mir nicht, da ist die Distanz noch viel größer. Da fühlt man sich wie ein Außenseiter. Das war wie ein Waschlappen im Gesicht. Ich verstehe das einfach nicht. Warum: Was habe ich denn falsch gemacht?
Kollegin: Nehmen Sie das nicht so ernst. Das ist leider so, die Kollegen sind ein bisschen gespalten. Wir drei sind hier im Sekretariat und der Rest ist in der Sachbearbeitung. Das ist eine Gruppe zu der wir einfach nicht dazugehören - und Sie gehören zu uns, ins Sekretariat. Die Sachbearbeiter haben einfach einen engeren Kontakt miteinander, weil sie auch viel mehr miteinander zu tun haben. Nehmen Sie das wirklich nicht zu persönlich. Ich habe auch ziemlich lange gebraucht, um mich mit Frau Schneider und Frau Lindemann zu duzen. Und Frau Kawulok hat mich einfach selbst gleich geduzt.
Dazu konnte ich nichts mehr sagen. Ich war so froh, dass ich sie darauf angesprochen hatte, dass ich offen gewesen war, meine Sorge los war. (Meinen Monolog hatte ich mir natürlich in einer endlos langen, schlaflosen Nacht überlegt, weil mich diese Situation einfach so mitgenommen hatte.) Und es war gut, dass ich mich zu diesem Gespräch überwunden hatte, denn ihre Antwort war beruhigend. Die Kluft zwischen Sekretariat und Sachbearbeitung ist nicht toll, aber wenigstens erklärte es die Situation.
Und es tat gut zu hören, dass nicht meine "liebe Kollegin" der Neuen das "Du" angeboten hatte, sondern, dass die Neue es von selbst einfach gemacht hatte. Dazu hatte ich mich natürlich nicht getraut.
Nach der Mittagspause kam meine Kollegin noch einmal zu mir ins Büro.
Kollegin: Mögen Sie Mon Cheri?
Ich: Eigentlich nicht. Ich finde entweder Schokolade oder Alkohol. Zusammen muss nicht sein.
Kollegin: Ich auch nicht. Aber Sie müssen jetzt. Ich habe nicht besseres gefunden.
Ich guckte sie verwirrt an und wusste nicht was ich sagen sollte. Da öffnete sie eine Schachtel Mon Cheri und reichte sie mir entgegen.
Kollegin: Greifen Sie zu. Ich biete Ihnen das "Du" an. Ich bin Monika.
Diese Mon Cheri Praline schmeckten besser als eine ganz 300g Tafel Milka NussNougat.
Kollegin: Geht es Ihnen heute wieder besser?
Ich: Ja, schon. Aber nicht zu 100 % gut.
Kollegin: Was ist denn los? War was gestern?
Ich: Ja, der Tag gestern war wirklich blöd.
Monolog:
Sie haben mich ja bei dieser blöden Situation mit der ehemaligen Kollegin gerettet, und mich beim Kuchen-essen angekündigt. Dann war es ja auch ok dabei zu sein. Aber ein bisschen komisch gefühlt habe ich mich schon. Da zu sitzen, und alle unterhalten sich und alle duzen sich. Nur mit mir nicht. Alle duzen sich - auch mit Frau Kawulok, die doch zwei Monate nach mir angefangen hat.
Es war ja ok für mich, mich noch nicht mit allen zu duzen. Ich bin ja noch nicht so lange hier - und duze mich auch schon mit einigen. Aber als ich da saß und zuhörte, habe ich gemerkt, dass Frau Kawulok, die zwei Monate nach mir gekommen ist, sich jetzt schon mit allen duzt.
Klar, es ist eine blöde Situation für mich, weil ich hier alleine sitze und noch nicht mal Pause machen kann. Da habe ich auch recht wenig Kontakt mit den anderen, da redet man nicht viel miteinander. Da dauert es einfach eine Weile bis man sich näher kennen lernt.
Aber da zu sitzen, und zu merken, dass sich alle duzen, nur mit mir nicht, da ist die Distanz noch viel größer. Da fühlt man sich wie ein Außenseiter. Das war wie ein Waschlappen im Gesicht. Ich verstehe das einfach nicht. Warum: Was habe ich denn falsch gemacht?
Kollegin: Nehmen Sie das nicht so ernst. Das ist leider so, die Kollegen sind ein bisschen gespalten. Wir drei sind hier im Sekretariat und der Rest ist in der Sachbearbeitung. Das ist eine Gruppe zu der wir einfach nicht dazugehören - und Sie gehören zu uns, ins Sekretariat. Die Sachbearbeiter haben einfach einen engeren Kontakt miteinander, weil sie auch viel mehr miteinander zu tun haben. Nehmen Sie das wirklich nicht zu persönlich. Ich habe auch ziemlich lange gebraucht, um mich mit Frau Schneider und Frau Lindemann zu duzen. Und Frau Kawulok hat mich einfach selbst gleich geduzt.
Dazu konnte ich nichts mehr sagen. Ich war so froh, dass ich sie darauf angesprochen hatte, dass ich offen gewesen war, meine Sorge los war. (Meinen Monolog hatte ich mir natürlich in einer endlos langen, schlaflosen Nacht überlegt, weil mich diese Situation einfach so mitgenommen hatte.) Und es war gut, dass ich mich zu diesem Gespräch überwunden hatte, denn ihre Antwort war beruhigend. Die Kluft zwischen Sekretariat und Sachbearbeitung ist nicht toll, aber wenigstens erklärte es die Situation.
Und es tat gut zu hören, dass nicht meine "liebe Kollegin" der Neuen das "Du" angeboten hatte, sondern, dass die Neue es von selbst einfach gemacht hatte. Dazu hatte ich mich natürlich nicht getraut.
Nach der Mittagspause kam meine Kollegin noch einmal zu mir ins Büro.
Kollegin: Mögen Sie Mon Cheri?
Ich: Eigentlich nicht. Ich finde entweder Schokolade oder Alkohol. Zusammen muss nicht sein.
Kollegin: Ich auch nicht. Aber Sie müssen jetzt. Ich habe nicht besseres gefunden.
Ich guckte sie verwirrt an und wusste nicht was ich sagen sollte. Da öffnete sie eine Schachtel Mon Cheri und reichte sie mir entgegen.
Kollegin: Greifen Sie zu. Ich biete Ihnen das "Du" an. Ich bin Monika.
Diese Mon Cheri Praline schmeckten besser als eine ganz 300g Tafel Milka NussNougat.
Thursday, 7 January 2016
Auf die Plätze, fertig, 2016
Heute ist mein erster neuer Arbeitstag im neuen jahr und der erste tag von meinem Vorsatz nicht mehr Fernsehen zu gucken.
Ich freue mich auf den Abend. Ich habe einige Bücher zu Weihnachten geschenkt bekommen und habe richtig Lust sie zu lesen. Und ich möchte noch über ganz viele Dinge aus der letzten Zeit schreiben. Außerdem bin ich nach dem ersten Arbeitstag wieder ganz schön müde.
Es waren schöne Weihnachtsferien, aber es ist auch gut wieder arbeiten zu können.
Ich freue mich auf den Abend. Ich habe einige Bücher zu Weihnachten geschenkt bekommen und habe richtig Lust sie zu lesen. Und ich möchte noch über ganz viele Dinge aus der letzten Zeit schreiben. Außerdem bin ich nach dem ersten Arbeitstag wieder ganz schön müde.
Es waren schöne Weihnachtsferien, aber es ist auch gut wieder arbeiten zu können.
Sunday, 27 December 2015
Fünf Vorsätze und noch eine Kleinigkeit...
Ich habe viel zu lange nicht mehr geschrieben.
Ich könnte mich jetzt mit dem weihnachtlichen Stress, den vielen Feiern, Adventskalender basteln und Geschenke kaufen und noch vieles mehr rechtfertigen, aber das ändert nichts. Und das muss ich auch nicht.
Deshalb mache ich jetzt etwas anderes. Ich setze mir wieder ein paar gute Vorsätze für nächstes Jahr. Und weil ich so ein spontaner Mensch bin, dem immer wieder viele kreative und schlaue Ideen einfallen, wie man heikle Probleme löst, ist mir gerade ein neues Experiment eingefallen.
Ich werde zwei Monate lang nicht Fernsehn gucken. Keine Nachrichten. Kein Fußball. Auch nicht während ich bügle oder Wäsche zusammen legen muss. Nicht ausnahmsweise, weil gerade der Film, den ich eigentlich unbedingt mal gucken wollte, im Fernsehn läuft. Nicht mit den Kindern, die schon lange nichts gesehen haben und man als Familie ja auch mal einen Filmabend machen kann. Nicht während Florian auf Dienstreise ist und die Tage viel anstrengender sind als sonst. Und auch nicht während ich blogge und der Abend ohne Fernsehn so still und unheimlich ist.
Nein. Nachrichten kann man in der Zeitung oder auf dem Smartphone lesen. Auf den Film, den ich schon immer mal gucken wollte, kann ich noch länger verzichten. Mit den Kindern kann man auch Spiele-Abende machen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann bestimmt auch ohne mich gewinnen. Und mit Musik kann man prima bügeln, sich die einsamsten Abende ein bisschen angenehmer machen und viel konzentrierter Tagebuch schreiben.
Und damit habe ich ein gravierendes Problem gelöst: den notorischen Zeitmangel. Denn dann hat man plötzlich wieder ganz viel Zeit für die anderen - wichtigeren - Dinge des Lebens. Für Hobbys und Sport, für Familie und Freunde und auch für den Haushalt.
Deshalb beschließe ich, Maria M., heute am 27.12.2015, um 8.44 Uhr, ab 07.01.2016 (nach Ende der Ferien und einem Familien-Besuch bei uns) zwei Monate lang nicht TV zu sehen und damit fünf Vorsätze für nächstes Jahr einzugehen:
1. Regelmäßig Tagebuch schreiben
2. Viel lesen
3. Zwei Kilo abnehmen
4. Sport machen
5. Mit Freunden in Kontakt bleiben
Und bevor ich es mir anderes überlege, veröffentliche ich jetzt diesen Post und gehe heute Abend schnell noch mal ins Kino.
Ab nächstes Jahr wird alles besser.
Ich könnte mich jetzt mit dem weihnachtlichen Stress, den vielen Feiern, Adventskalender basteln und Geschenke kaufen und noch vieles mehr rechtfertigen, aber das ändert nichts. Und das muss ich auch nicht.
Deshalb mache ich jetzt etwas anderes. Ich setze mir wieder ein paar gute Vorsätze für nächstes Jahr. Und weil ich so ein spontaner Mensch bin, dem immer wieder viele kreative und schlaue Ideen einfallen, wie man heikle Probleme löst, ist mir gerade ein neues Experiment eingefallen.
Ich werde zwei Monate lang nicht Fernsehn gucken. Keine Nachrichten. Kein Fußball. Auch nicht während ich bügle oder Wäsche zusammen legen muss. Nicht ausnahmsweise, weil gerade der Film, den ich eigentlich unbedingt mal gucken wollte, im Fernsehn läuft. Nicht mit den Kindern, die schon lange nichts gesehen haben und man als Familie ja auch mal einen Filmabend machen kann. Nicht während Florian auf Dienstreise ist und die Tage viel anstrengender sind als sonst. Und auch nicht während ich blogge und der Abend ohne Fernsehn so still und unheimlich ist.
Nein. Nachrichten kann man in der Zeitung oder auf dem Smartphone lesen. Auf den Film, den ich schon immer mal gucken wollte, kann ich noch länger verzichten. Mit den Kindern kann man auch Spiele-Abende machen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann bestimmt auch ohne mich gewinnen. Und mit Musik kann man prima bügeln, sich die einsamsten Abende ein bisschen angenehmer machen und viel konzentrierter Tagebuch schreiben.
Und damit habe ich ein gravierendes Problem gelöst: den notorischen Zeitmangel. Denn dann hat man plötzlich wieder ganz viel Zeit für die anderen - wichtigeren - Dinge des Lebens. Für Hobbys und Sport, für Familie und Freunde und auch für den Haushalt.
Deshalb beschließe ich, Maria M., heute am 27.12.2015, um 8.44 Uhr, ab 07.01.2016 (nach Ende der Ferien und einem Familien-Besuch bei uns) zwei Monate lang nicht TV zu sehen und damit fünf Vorsätze für nächstes Jahr einzugehen:
1. Regelmäßig Tagebuch schreiben
2. Viel lesen
3. Zwei Kilo abnehmen
4. Sport machen
5. Mit Freunden in Kontakt bleiben
Und bevor ich es mir anderes überlege, veröffentliche ich jetzt diesen Post und gehe heute Abend schnell noch mal ins Kino.
Ab nächstes Jahr wird alles besser.
Tuesday, 1 December 2015
Bitterkalter Waschlappen
Heute kam bei meiner Arbeit eine ehemalige Mitarbeiterin mit ihrem neugeborenen Kind zu Besuch. Sie ging einfach an meinem Büro vorbei. Ich frage ihr noch hinterher, ob sie zur Beratung will... da ruft sie noch, dass sie hier dazu gehört und sich auskennt. Und schon war sie im Sekretariat.
Da ich vor einiger Zeit eine Karte an eine ehemalige Mitarbeiterin unterschrieben hatte - und auch noch Geld gegeben hatte -, konnte ich mir schon denken wer es ist. Sie blieb eine Weile dort, die Tür blieb offen und ich bekam ziemlich viel mit. Wie die Geburt war, wie der Junge heißt, wie süß er ist, wie schön, dass sie sich endlich mal hatte blicken lassen.
Dann schob sie den Wagen wieder an mir vorbei zu den anderen Mitarbeitern. Kurze Zeit später ging die eine Kollegin aus dem Sekretariat auch an mir vorbei und sagte, dass sie das Telefon jetzt auf mich umgestellt hätte. Sie sei jetzt hinten.
Mehr sagte sie nicht. Nicht warum, nicht wie lange, nicht wo die andere Sekretärin ist, nicht was für Auskünfte ich geben soll. Nichts.
Eine kurze Zeit später kam die andere Sekretärin, die Liebe, die sich ein bisschen um mich kümmert, mit der ich den meisten Kontakt habe, die mich morgens fragt wie es mir geht, wie das Wochenende war, die mir Fragen beantwortet, die mir sagt, wer Urlaub macht, wer krank ist. Einfach die Kollegin, die sich wie ein richtige Kollegin anfühlt. Die einzige.
Sie erzählte mir wer die Frau war und ich sagte, ich solle jetzt Pause machen und dazugehen. Sie hätte Kuchen mitgebracht.
Ich nahm meine Tasse und ging Richtung Gemeinschaftsraum und da sah ich auch schon von weitem, wie alle da saßen, sich unterhielten und lachten und Kuchen aßen. Da konnte ich nicht einfach so hin.Ich kannte die Frau nicht, sie hatte sich mir nicht vorgestellt, nichts gesagt, geschweige denn mich zum Kuchen essen eingeladen. Ich fühlte mich einfach fehl am Platz.
Ich ging zurück in mein Büro. Genau in dem Moment kam mir die liebe Kollegin zufällig entgegen und fragte gleich warum ich nicht hingegangen sei. Dann erzählte ich ihr wie es war und sagte, sie solle hingehen. Es war ja eine alte Kollegin von ihr. Und dann ging sie auch hin.
Nach einer Viertelstunde kam sie wieder und sagte, jetzt sei ich aber dran. Sie hätte mich angekündigt und die Frau hätte nicht gewusst, wer ich bin und dass ich dazu gehöre. Dann konnte ich ja gar nicht anders und ging hin. Und war froh, dass sie das so für mich geregelt hatte. Da konnte ich einfach hingehen und sagen, dass mir die Kollegin gerade gesagt hatte, dass es hier Kuchen gibt...
Und es war ja auch okay. Ich setzte mich hin, bekam ein Stück Kuchen, holte mir noch einen Kaffee, fragte wie das Kind heißt. Und dann saß ich einfach da, am äußersten Platz, und hörte zu. Und schon bald hatte ich den Kuchen aufgegessen und den Kaffee leer getrunken, denn zu sagen hatte ich nichts, und hätte eigentlich auch schon bald wieder gehen können.
Aber ich wollte nicht nur hingehen und essen und wieder weg. Ich wollte noch bleiben und dazugehören. Also blieb ich einfach da. Dann wurden noch einige Fotos auf dem Handy gezeigt, dafür musste ich natürlich aufstehen und hingehen und war trotzdem so weit weg, dass ich fast gar nichts sah. Aber immerhin kam ich dann mit "süß" und "goldig" und "niedlich" auch noch zu Wort. Dann war es ja noch ganz okay.
Aber in diesen vielleicht zwanzig Minuten hörte ich noch zwei ganz kleine unscheinbare Worte: ein "du" und der Name "Monika". Und zwar von einer Kollegin, die zwei Monate nach mir angefangen hat zu arbeiten
Das sie zu allen die da saßen Du sagte, hatte mich schon ein bisschen getroffen, aber nicht so sehr, schließlich haben sie alle mehr Kontakt zu einander wie ich zu ihnen.
Doch "Monika" ist die Kollegin, mit der ich jeden Tag ganz viel zu tun habe. Mit der ich den meisten Kontakt habe. Die Liebe, die nett und hilfsbereit zu mir ist. Und zu der ich auch so offen war und gesagt habe, dass ich am Gehirn operiert wurde. Zu ihr sage ich immer noch "Frau Pieper" und nicht "Monika". Immer noch "Sie" und nicht "Du".
Das war wie ein kalter Waschlappen mitten ins Gesicht. Warum die andere und ich nicht?
Da ich vor einiger Zeit eine Karte an eine ehemalige Mitarbeiterin unterschrieben hatte - und auch noch Geld gegeben hatte -, konnte ich mir schon denken wer es ist. Sie blieb eine Weile dort, die Tür blieb offen und ich bekam ziemlich viel mit. Wie die Geburt war, wie der Junge heißt, wie süß er ist, wie schön, dass sie sich endlich mal hatte blicken lassen.
Dann schob sie den Wagen wieder an mir vorbei zu den anderen Mitarbeitern. Kurze Zeit später ging die eine Kollegin aus dem Sekretariat auch an mir vorbei und sagte, dass sie das Telefon jetzt auf mich umgestellt hätte. Sie sei jetzt hinten.
Mehr sagte sie nicht. Nicht warum, nicht wie lange, nicht wo die andere Sekretärin ist, nicht was für Auskünfte ich geben soll. Nichts.
Eine kurze Zeit später kam die andere Sekretärin, die Liebe, die sich ein bisschen um mich kümmert, mit der ich den meisten Kontakt habe, die mich morgens fragt wie es mir geht, wie das Wochenende war, die mir Fragen beantwortet, die mir sagt, wer Urlaub macht, wer krank ist. Einfach die Kollegin, die sich wie ein richtige Kollegin anfühlt. Die einzige.
Sie erzählte mir wer die Frau war und ich sagte, ich solle jetzt Pause machen und dazugehen. Sie hätte Kuchen mitgebracht.
Ich nahm meine Tasse und ging Richtung Gemeinschaftsraum und da sah ich auch schon von weitem, wie alle da saßen, sich unterhielten und lachten und Kuchen aßen. Da konnte ich nicht einfach so hin.Ich kannte die Frau nicht, sie hatte sich mir nicht vorgestellt, nichts gesagt, geschweige denn mich zum Kuchen essen eingeladen. Ich fühlte mich einfach fehl am Platz.
Ich ging zurück in mein Büro. Genau in dem Moment kam mir die liebe Kollegin zufällig entgegen und fragte gleich warum ich nicht hingegangen sei. Dann erzählte ich ihr wie es war und sagte, sie solle hingehen. Es war ja eine alte Kollegin von ihr. Und dann ging sie auch hin.
Nach einer Viertelstunde kam sie wieder und sagte, jetzt sei ich aber dran. Sie hätte mich angekündigt und die Frau hätte nicht gewusst, wer ich bin und dass ich dazu gehöre. Dann konnte ich ja gar nicht anders und ging hin. Und war froh, dass sie das so für mich geregelt hatte. Da konnte ich einfach hingehen und sagen, dass mir die Kollegin gerade gesagt hatte, dass es hier Kuchen gibt...
Und es war ja auch okay. Ich setzte mich hin, bekam ein Stück Kuchen, holte mir noch einen Kaffee, fragte wie das Kind heißt. Und dann saß ich einfach da, am äußersten Platz, und hörte zu. Und schon bald hatte ich den Kuchen aufgegessen und den Kaffee leer getrunken, denn zu sagen hatte ich nichts, und hätte eigentlich auch schon bald wieder gehen können.
Aber ich wollte nicht nur hingehen und essen und wieder weg. Ich wollte noch bleiben und dazugehören. Also blieb ich einfach da. Dann wurden noch einige Fotos auf dem Handy gezeigt, dafür musste ich natürlich aufstehen und hingehen und war trotzdem so weit weg, dass ich fast gar nichts sah. Aber immerhin kam ich dann mit "süß" und "goldig" und "niedlich" auch noch zu Wort. Dann war es ja noch ganz okay.
Aber in diesen vielleicht zwanzig Minuten hörte ich noch zwei ganz kleine unscheinbare Worte: ein "du" und der Name "Monika". Und zwar von einer Kollegin, die zwei Monate nach mir angefangen hat zu arbeiten
Das sie zu allen die da saßen Du sagte, hatte mich schon ein bisschen getroffen, aber nicht so sehr, schließlich haben sie alle mehr Kontakt zu einander wie ich zu ihnen.
Doch "Monika" ist die Kollegin, mit der ich jeden Tag ganz viel zu tun habe. Mit der ich den meisten Kontakt habe. Die Liebe, die nett und hilfsbereit zu mir ist. Und zu der ich auch so offen war und gesagt habe, dass ich am Gehirn operiert wurde. Zu ihr sage ich immer noch "Frau Pieper" und nicht "Monika". Immer noch "Sie" und nicht "Du".
Das war wie ein kalter Waschlappen mitten ins Gesicht. Warum die andere und ich nicht?
Tuesday, 17 November 2015
Einsames Feedback
Heute hat mir eine Kollegin gesagt, dass ich etwas falsch gemacht habe.
Ich hatte bei einem Antrag übersehen, dass es ein Erstantrag ist und hatte die Unterlagen nicht in die richtige Ablage gelegt. Der Antrag wurde also schon zu der zuständigen Sachbearbeiterin geleitet bevor die Akte angelegt wurde. Sie hat ihn dann einfach zurückgebracht und er muss jetzt erstmal angelegt werden.
Das ist nicht so schlimm, aber sie hat auch gesagt, dass es nicht das einzige Mal ist.
Und das ist gar nicht gut. Ich fühle mich ziemlich mies dabei. Ich weiß nicht genau was für Konsequenzen das für die Studenten hat.
Ich hoffe, dass es nichts gravierendes ist und ich hoffe, dass es mir nicht sehr oft passiert ist.
Ich fühle mich manchmal ein bisschen komisch. Ich bin die einzige, die alleine im Büro sitzt und ich mache keine Mittagspause. Da habe ich mit den meisten Kollegen kaum Kontakt, nur mit den beiden Sekretärinnen. Aber auch nicht viel.
Ich brockel den ganzen Tag da rum, mache meine Arbeit, unterhalte mich selten mit einer Kollegin, nur eben mal "Hallo" und "Tschüss", kriege nichts Persönliches mit, lerne keinen näher kennen.
Kein Wunder, dass ich mich immer noch nur mit wenigen Kollegen duze. Ich bin nicht in die Gruppe integriert. Ich fühle mich ein bisschen abseits.
Das ist bestimmt nicht beabsichtigt, es liegt einfach daran, dass ich alleine im Büro sitze und auch keine Pause machen kann. Ich finde es schade.
Und ich hätte gerne mal ein Feedback, ob sie mit mir zufrieden sind oder ob ich viele Fehler mache.
Ich hatte bei einem Antrag übersehen, dass es ein Erstantrag ist und hatte die Unterlagen nicht in die richtige Ablage gelegt. Der Antrag wurde also schon zu der zuständigen Sachbearbeiterin geleitet bevor die Akte angelegt wurde. Sie hat ihn dann einfach zurückgebracht und er muss jetzt erstmal angelegt werden.
Das ist nicht so schlimm, aber sie hat auch gesagt, dass es nicht das einzige Mal ist.
Und das ist gar nicht gut. Ich fühle mich ziemlich mies dabei. Ich weiß nicht genau was für Konsequenzen das für die Studenten hat.
Ich hoffe, dass es nichts gravierendes ist und ich hoffe, dass es mir nicht sehr oft passiert ist.
Ich fühle mich manchmal ein bisschen komisch. Ich bin die einzige, die alleine im Büro sitzt und ich mache keine Mittagspause. Da habe ich mit den meisten Kollegen kaum Kontakt, nur mit den beiden Sekretärinnen. Aber auch nicht viel.
Ich brockel den ganzen Tag da rum, mache meine Arbeit, unterhalte mich selten mit einer Kollegin, nur eben mal "Hallo" und "Tschüss", kriege nichts Persönliches mit, lerne keinen näher kennen.
Kein Wunder, dass ich mich immer noch nur mit wenigen Kollegen duze. Ich bin nicht in die Gruppe integriert. Ich fühle mich ein bisschen abseits.
Das ist bestimmt nicht beabsichtigt, es liegt einfach daran, dass ich alleine im Büro sitze und auch keine Pause machen kann. Ich finde es schade.
Und ich hätte gerne mal ein Feedback, ob sie mit mir zufrieden sind oder ob ich viele Fehler mache.
Monday, 16 November 2015
Abgewartet und Tee getrunken
Mein Arzt in der Spezialklinik scheint im Urlaub gewesen zu sein. Meine Neurologin hat versucht ihn zu erreichen, ich hatte eine Email an ihn geschrieben und auch versucht ihn anzurufen.
Ich wollte doch versuchen einen früheren Termin als im April zu vereinbaren und meine Neurologin wollte fragen, ob sie in der Zeit vor meiner dortigen Untersuchung noch andere Untersuchung hier machen könnte. Leider haben wir ihn beide nicht erreicht und da er sich in letzter Zeit eigentlich immer recht zeitnah bei mir gemeldet hatte, nehme ich an, dass er die Woche im Urlaub war.
Dadurch, dass ich diese Woche eine ziemlich heftige Erkältung hatte und auch noch an zwei Tagen meine Kollegin vertreten musste, also alleine im Büro war, der erste Elternabend für Thea stattfand, den ich nicht absagen wollte, und Florian auch noch auf Dienstreise war, wurde ich von meinen Sorgen sehr gut abgelenkt.
Doch leider konnte ich mit der Erkältung die Zeit des Wartens nicht mit Gin überstehen, sondern musste viel Tee trinken. Einerseits zum Abwarten der Rückmeldung meiner Ärzte und andererseits zum Bekämpfen der Erkältung.
Die Erkältung habe ich inzwischen recht gut überstanden. Hoffentlich erreiche ich heute meine Arzt in der Spezialklinik.
Saturday, 7 November 2015
Abwarten und Gin trinken
Nach dem Telefonat mit meinem Epileptologen habe ich sehr viel nachgedacht und einige Email mit ihm ausgetauscht. Ich mache mir Sorgen und habe Angst und versuche es gleichzeitig auch einfach zu verdrängen, damit mein Leben jetzt einfach mal so bleibt wie es ist. Ganz normal!
Dass die Untersuchung gemacht werden muss ist klar, aber was mich da erwartet, wenn tatsächlich eine autoimmune Entzündung festgestellt wird, das ist überhaupt nicht klar. Und da kann mir der Arzt auch gar nichts dazu sagen. Da müssen wir erst einmal abwarten was die Untersuchung ergibt...
Aber einen Termin für mich ist nicht einfach zu organisieren, denn die Klinik ist ca. 650 km weit weg. Selbst bei einer ambulanten Untersuchung brauchen ich mit Hin- und Rückfahrt mindestens zwei Tage.
Bisher war es nie ein Problem, denn die Familie wohnt in der Nähe und wir haben das meistens dazu genutzt, die Familie zu besuchen. Jetzt sind Noah und Thea in der Schule und ich arbeite. Wir können nicht einfach so, wann immer wir wollen Urlaub machen. Die Weihnachtsferien sind die nächste Möglichkeit dafür. Aber vor Weihnachten ins Krankenhaus gehen, verdirbt mir die ganze Vorfreude auf die Adventszeit. Natürlich könnte ich auch alleine mit dem Zug fahren. Doch bei meinem neuen Job bin ich noch in der Probezeit und darf eigentlich keinen Urlaub nehmen. Und ich möchte meiner Chefin nicht sagen müssen, dass ich für einen Arzttermin zwei Urlaubstage brauche, da ich in eine Spezialklinik muss, die 700 km weit weg ist.
Also hatte ich meinen Epileptologen in der Klinik gefragt, ob es in Ordnung wäre die Untersuchung erst in den Osterferien machen zu lassen. Ich würde lieber noch fünf Monate Ungewissheit aushalten, als in der Weihnachtszeit eventuell mit einer längeren Behandlung beginnen zu müssen. Außerdem wollte ich damit auch ein bisschen testen, für wie dringend er diese Untersuchung hält. Ob es nicht doch wichtig ist, die Untersuchung relativ bald zu machen. Die Antwort war recht vage. Er sagte, ein Termin in fünf Monaten wäre "vertretbar" und hatte mir den 1. April angeboten, den allerletzten Tag von zweieinhalb Wochen Ferien. Bis dahin sollte ich mich von meiner Neurologin betreuen lassen und einfach mal abwarten...
Meine Neurologin fand den Termin eher ungünstig. Wenn schon ein solcher Verdacht besteht, sollte man die Untersuchung lieber gleich hinter sich bringen. Wo sie ja auch recht hat... Sie würde mir raten den Termin möglichst noch in diesem Jahr zu machen. Darüber war ich dann aber nicht besonders begeistert. Daraufhin sagte sie, ich solle einfach ein bisschen darüber nachdenken und nochmal mit dem Arzt im Krankenhaus darüber sprechen, ob ein Termin vor Weihnachten nicht besser wäre. Und dann mal abwarten...
Auf jeden Fall sollte ich mich in nächster Zeit von meinem Hausarzt mal gründlich durchchecken lassen. Gucken, ob alles andere in Ordnung ist, denn eine autoimmune Entzündung kann sich auch auf andere Stellen übertragen. Und dann mal abwarten...
Also ging ich dann zu meinem Hausarzt. Er war auch eher der Meinung die Untersuchung nicht erst bis Anfang April hinauszuschieben. Aber er nahm mir gleich mal Blut ab, gab mir einen Termin zum Ultraschall meiner Niere und sagte ich soll mir von meinem Gynäkologen einen Ultraschall von meiner Gebärmutter machen lassen. Und dann mal abwarten, was die Untersuchungen ergeben...
Nächste Woche muss ich mir wohl einen Termin bei meinem Gynäkologen geben lassen. Aber egal was er mit mir machen wird, ich weiß schon, was er mir sagen wird: erstmal abwarten...
Klar, das mache ich jetzt gleich: Abwarten und Gin trinken!
Dass die Untersuchung gemacht werden muss ist klar, aber was mich da erwartet, wenn tatsächlich eine autoimmune Entzündung festgestellt wird, das ist überhaupt nicht klar. Und da kann mir der Arzt auch gar nichts dazu sagen. Da müssen wir erst einmal abwarten was die Untersuchung ergibt...
Aber einen Termin für mich ist nicht einfach zu organisieren, denn die Klinik ist ca. 650 km weit weg. Selbst bei einer ambulanten Untersuchung brauchen ich mit Hin- und Rückfahrt mindestens zwei Tage.
Bisher war es nie ein Problem, denn die Familie wohnt in der Nähe und wir haben das meistens dazu genutzt, die Familie zu besuchen. Jetzt sind Noah und Thea in der Schule und ich arbeite. Wir können nicht einfach so, wann immer wir wollen Urlaub machen. Die Weihnachtsferien sind die nächste Möglichkeit dafür. Aber vor Weihnachten ins Krankenhaus gehen, verdirbt mir die ganze Vorfreude auf die Adventszeit. Natürlich könnte ich auch alleine mit dem Zug fahren. Doch bei meinem neuen Job bin ich noch in der Probezeit und darf eigentlich keinen Urlaub nehmen. Und ich möchte meiner Chefin nicht sagen müssen, dass ich für einen Arzttermin zwei Urlaubstage brauche, da ich in eine Spezialklinik muss, die 700 km weit weg ist.
Also hatte ich meinen Epileptologen in der Klinik gefragt, ob es in Ordnung wäre die Untersuchung erst in den Osterferien machen zu lassen. Ich würde lieber noch fünf Monate Ungewissheit aushalten, als in der Weihnachtszeit eventuell mit einer längeren Behandlung beginnen zu müssen. Außerdem wollte ich damit auch ein bisschen testen, für wie dringend er diese Untersuchung hält. Ob es nicht doch wichtig ist, die Untersuchung relativ bald zu machen. Die Antwort war recht vage. Er sagte, ein Termin in fünf Monaten wäre "vertretbar" und hatte mir den 1. April angeboten, den allerletzten Tag von zweieinhalb Wochen Ferien. Bis dahin sollte ich mich von meiner Neurologin betreuen lassen und einfach mal abwarten...
Meine Neurologin fand den Termin eher ungünstig. Wenn schon ein solcher Verdacht besteht, sollte man die Untersuchung lieber gleich hinter sich bringen. Wo sie ja auch recht hat... Sie würde mir raten den Termin möglichst noch in diesem Jahr zu machen. Darüber war ich dann aber nicht besonders begeistert. Daraufhin sagte sie, ich solle einfach ein bisschen darüber nachdenken und nochmal mit dem Arzt im Krankenhaus darüber sprechen, ob ein Termin vor Weihnachten nicht besser wäre. Und dann mal abwarten...
Auf jeden Fall sollte ich mich in nächster Zeit von meinem Hausarzt mal gründlich durchchecken lassen. Gucken, ob alles andere in Ordnung ist, denn eine autoimmune Entzündung kann sich auch auf andere Stellen übertragen. Und dann mal abwarten...
Also ging ich dann zu meinem Hausarzt. Er war auch eher der Meinung die Untersuchung nicht erst bis Anfang April hinauszuschieben. Aber er nahm mir gleich mal Blut ab, gab mir einen Termin zum Ultraschall meiner Niere und sagte ich soll mir von meinem Gynäkologen einen Ultraschall von meiner Gebärmutter machen lassen. Und dann mal abwarten, was die Untersuchungen ergeben...
Nächste Woche muss ich mir wohl einen Termin bei meinem Gynäkologen geben lassen. Aber egal was er mit mir machen wird, ich weiß schon, was er mir sagen wird: erstmal abwarten...
Klar, das mache ich jetzt gleich: Abwarten und Gin trinken!
Wednesday, 4 November 2015
Überraschung
Gestern war ich nach dem langen Arbeitstag so müde, dass ich vor der Glotze schon eingeschlafen war, bevor der erste Tote im Tatort gefunden wurde. Als ich wieder aufwachte, schlief Florian neben mir tief und fest, und in Fernsehn lief boxen.
Da ich zu faul war um nach der Fernbedienung zu suchen, guckte ich einfach zu. Ziemlich lange...
Florian (wieder wach): Du guckst boxen?
Ich: Ja
Florian: Und das findest du gut?
Ich: Ja.
Florian: Echt?
Ich: Boxen beruhigt.
Florian: Wie bitte?
Ich: Boxen beruhigt.
Florian: Meinst du das ernst?
Ich: Ja, das mir hat Manuela mal gesagt.
Florian: Und du?
Ich: Ich finde sie hat recht.
Florian: Und wer boxt?
Ich: Weiß nicht.
Florian: Wie? Das weißt du nicht?!
Ich: Ich gucke einfach nur zu, wie sich zwei Männer in die Fresse schlagen.
Florian: Und das beruhigt dich?
Ich: Ja. Und es hält mich wach.
Florian: Und seit wann guckst du das denn?
Ich: Seit der zweiten Runde.
Florian: Und in der 10 Runde weißt du immer noch nicht wer die zwei Typen sind???
Ich: Das interessiert mich gar nicht.
Florian: Ja, aber warum guckst du es denn dann?
Ich: Weil es beruhigt.
Florian: Dass du mich nach 20 Jahren immer noch überraschen kannst...
Das hat es mich auch.
Da ich zu faul war um nach der Fernbedienung zu suchen, guckte ich einfach zu. Ziemlich lange...
Florian (wieder wach): Du guckst boxen?
Ich: Ja
Florian: Und das findest du gut?
Ich: Ja.
Florian: Echt?
Ich: Boxen beruhigt.
Florian: Wie bitte?
Ich: Boxen beruhigt.
Florian: Meinst du das ernst?
Ich: Ja, das mir hat Manuela mal gesagt.
Florian: Und du?
Ich: Ich finde sie hat recht.
Florian: Und wer boxt?
Ich: Weiß nicht.
Florian: Wie? Das weißt du nicht?!
Ich: Ich gucke einfach nur zu, wie sich zwei Männer in die Fresse schlagen.
Florian: Und das beruhigt dich?
Ich: Ja. Und es hält mich wach.
Florian: Und seit wann guckst du das denn?
Ich: Seit der zweiten Runde.
Florian: Und in der 10 Runde weißt du immer noch nicht wer die zwei Typen sind???
Ich: Das interessiert mich gar nicht.
Florian: Ja, aber warum guckst du es denn dann?
Ich: Weil es beruhigt.
Florian: Dass du mich nach 20 Jahren immer noch überraschen kannst...
Das hat es mich auch.
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