Monday, 20 July 2015

Neuigkeit!

Wir hatten eine tolle Woche, mit Terminen und Festen, Regen und Sonne, Geburtstag und Konzert, mit alten und neuen Nachbarn, Freunden und Familie.

Und besonders gut habe ich mich gefühlt, weil ich noch eine wunderbare Nachricht erhalten habe. Ich habe tatsächlich die Zusage für den Job beim Studentenwerk bekommen. Und das obwohl Florian im Gottesdienst doch keine Fürbitte für mich gehalten hat.

ICH HABE EINEN JOB!!!!

Im September fange ich an. Ein neuer Start, eine neue Zeit, eine neue Chance. Ich freue mich!

Bis dahin werde ich noch mit den Kinder und der Familie die Sommerferien - und natürlich auch zwei Wochen Urlaub mit Florian - genießen.

Jetzt will ich so schnell wie möglich den Vertrag unterschrieben, damit ich es schwarz auf weiß habe:

ICH HABE EINEN JOB!

Aber beim Öffentlichen Dienst muss ich mich wohl noch ein bisschen auf den Vertrag gedulden. Gute Mühlen malen langsam... 

Thursday, 16 July 2015

Eine klitzekleine Bitte für die Fürbitte...

Jetzt ist noch ein Tag vergangen und ich habe immer noch keine Antwort vom Studentenwerk bekommen.

Morgen ist Theas Abschiedsgottesdienst aus dem Kindergarten. Ich habe im Internet ein bisschen über Fürbitten recherchiert und 
auch schon was dabei gelernt. Man sagt da nicht "lieber Gott" sondern "guter Gott". 

Außerdem habe ich für Florian ein paar Fürbitten gefunden, die auch ich guten Gewissens sagen würde. Vielleicht könnte er noch eine klitzekleine Fürbitte für mich einbauen. So nebenbei und möglichst unauffällig...

Variante 1:
Guter Gott, gib uns Eltern das Gespür, dass wir die Probleme unserer Kinder rechtzeitig sehen und dass wir ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen

...und schenk Theas Mutter einen Job.

Variante 2:
Guter Gott, 
wir bitten dich für uns Eltern, dass wir immer genügend Kraft und Liebe haben, um unsere Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und schenk unseren Kindern die Freude am Lernen
...und Theas Mutter einen Job.

Variante 3:
Guter Gott, wir bitten dich für unsere Kinder, dass sie mit viel Offenheit und Lebensfreude auf andere Menschen zugehen können und in ihrem neuen Lebensabschnitt gute Freunde und Freundinnen finden
...und schenk Theas Mutter einen Job.

Variante 4:
Guter Gott, wir bitten dich für unsere Kinder, dass sie Mut haben mögen. Den Mut, im Leben eigene Wege zu gehen, egal ob ihr Weg eben ist oder ob er Stolpersteine bereithält
...und schenk Theas Mutter einen Job.

Variante 5:
Guter Gott, bitte schenk uns die Kraft und Geduld, dass wir unseren Kindern bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeiten beistehen können und sie mit ihren kleinen und großen Sorgen immer zu uns kommen können
...und schenk Theas Mutter einen Job.

Mal sehen, für welche er sich entscheidet.

Wednesday, 15 July 2015

Und alles nur aus Liebe...

Gestern haben sie mich im Kindergarten angesprochen, ob Florian beim Abschiedsgottesdienst nicht eine Fürbitte halten könnte. Ich hätte beinahe angefangen zu lachen. Dass ausgerechnet er angesprochen wird, ist wirklich ulkig. 

Florian und ich glauben schon lange nicht mehr an Gott, und hatten eigentlich überlegt, ob wir aus der Kirche austreten. Doch weil sowohl der Kindergarten als auch die Schulkindbetreuung von einem kirchlichen Trägers organisiert werden, haben wir uns dagegen entschieden.

Das Grinsen kann ich mir beim Gedanken daran jetzt immer noch nicht verkneifen. Er ist ein toller Papa und konnte Thea zu Liebe natürlich nicht nein sagen. Ich freue mich drauf, zu sehen, wie er, der überzeugte Atheist, in der Kirche mit dem lieben Gott spricht.


Und ich bin froh, dass sie mich nicht gefragt haben. Ich hätte auch nicht nein sagen können. Aber ich hätte mich auf jeden Fall ziemlich komisch gefühlt, wenn ich den lieben Gott, an den ich nicht glaube, direkt ansprechen muss - und mir auch noch ganz viele Leute und Noah und Thea dabei zugucken. 

(Aber auch ich muss in der Kirche auf die Bühne...)

Tuesday, 14 July 2015

Wartezeit und Zeitvertreib

Jetzt habe ich schon die Küche, die Kinderzimmer und das Wohnzimmer aufgeräumt, die Küche und die Bäder geputzt, die Böden gesaugt und gewischt. Sogar den Backofen hab ich geputzt, im Wäschetrockner den Luftweg gereinigt und auf dem Sofa im Flur ein paar Flecken entfernt. 

Und habe immer noch nichts vom Studentenwerk gehört.

Ich bin nervös. Ich würde mich so freuen, wenn es keine Absage ist.

Saturday, 11 July 2015

Ein Lichtblick...

Ich hatte seit langem mal wieder ein Vorstellungsgespräch. Gesucht wird eine Sachbearbeiterin für den Servicepoint eines Studentenwerks, also eine Teilzeitstelle im Öffentlichen Dienst. 

Es war ein sehr angenehmes und nettes Gespräch und ich glaube ich habe auch einen ganz guten Eindruck gemacht. Es waren vier Personen, die Personalleiterin, die Leiterin für die Abteilung, in der ich arbeiten würde, ein Betriebsrat und die Gleichstellungsbeauftragte, die auch für die Schwerbehinderten zuständig ist. 

Als erstes haben sie sich vorgestellt und dann hat mich die Personalleiterin gleich gefragt, wieso ich mich, mit meinen recht hohen Qualifikationen für so eine recht einfache Stelle beworben habe. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was ich geantwortet habe, aber jetzt denke ich, hätte ich es anders sagen sollen. Ich hätte sagen sollen, dass ich das war ich früher gemacht habe, also PR und Öffentlichkeitsarbeit, durch meine schwere Krankheit jetzt nicht mehr machen kann - also jetzt was anderes suche.

Aber das Gespräch war gut, ich habe einen ausführlichen Lebenslauf - mit meiner Hirn-OP - erzählt und ich würde die Stelle auch wirklich gerne machen. Es ist eine recht einfache Arbeit. Als erster Anlaufpunkt in einer Etage die Studenten an die richtige Person weiterleiten, Anträge annehmen und überprüfen, ob alle Unterlagen dabei sind, einfache Fragen beantworten. Das ist zwar recht einfach, aber es ist auch für das Studentenwerk etwas ganz neues und ich wäre am Servicepoint alleine. Das ist ein kleiner Haken für mich. Ich fände es besser jemanden neben mir zu haben, den ich fragen kann, der mich ein bisschen überwacht. Aber das werden Sie zu Beginn auch mit mir machen und ich traue ich mir durchaus zu. Ich brauche einfach nur eine gute Einarbeitung und Verständnis dafür, warum ich vielleicht öfters nachfrage. Deshalb wäre ich auch gerne bereit, schon in den Sommerferien anzufangen zu arbeiten. Wir müssten die Kinderbetreuung dann ein bisschen anders organisieren, aber das ist kein großes Problem.  

Doch leider war das nur ein Vorstellungsgespräch... Außer mir sind sechs andere Bewerber eingeladen worden, davon auch noch zwei oder drei Schwerbehinderte. Das hat mich ein bisschen überrascht und auch enttäuscht. Ich dachte meine Schwerbehinderung wäre - besonders im Öffentlichen Dienst - ein kleiner Vorteil den "normalen" Bewerbern gegenüber. Aber das denke wohl nicht nur ich, sondern auch noch andere Schwerbehinderte, die einen Job suchen. 

Am Dienstag bekomme ich eine Antwort. Ich bin gespannt.


Thursday, 9 July 2015

Mission schwarz: gescheitert!

Es ist passiert. Ich bin heute beim schwarzfahren erwischt worden. 

Ich hatte noch überlegt, ob ich schwarzfahre oder nicht, denn es war ein recht kritischer Zeitpunkt. Aber ich dachte: sei kein Feigling! Und dann habe ich es wieder getan. Auf der Hinfahrt zur Bibliothek (um die von den Kindern ausgeliehenen Spiele zurückzugeben) hatte ich eine 10-Karte auf der falschen Seite gestempelte Karte und dann auf der Rückfahrt noch einmal auf der richtigen Seite gestempelt. 

An der zweiten Haltestelle kamen zwei Kontrolleure in den Bus und die eine Frau hat meine Karte angeguckt und umgedreht. Und dann war es soweit... 

Aber es ging ganz schnell und war mir gar nicht peinlich. Glücklicherweise hatte ich genug Bargeld dabei und die Kontrolleurin fragte nicht nach meinem Namen. Sie war überaus freundlich und verständnisvoll und hat mir einfach eine gültige Fahrkarte ausgestellt. 

Sie kostete allerdings 40 Euro. Und man könnte sie auch Bußgeld nennen.

Monday, 6 July 2015

Pro und Contra, Teil- und Vollzeit

Am Freitag habe ich wieder mit meiner Beraterin von der Rentenversicherung telefoniert und noch einmal mit ihr über meinen Antrag für eine Weiterbildung als Bürokauffrau gesprochen.

Sie sagte, dass von der Rentenversicherung eine Weiterbildung eigentlich nur in Vollzeit genehmigt wird. Das heißt, dass ich den Weiterbildungskurs zur Teamassistentin, für den ich mich inzwischen fast schon entschieden hatte, gar nicht machen kann. Denn der ist in Teilzeit.

Allerdings hatte ich mir schon einen anderen Kurs angeschaut, hatte mich aber eigentlich schon gegen ihn entschieden. Er ist nämlich in Vollzeit, was für mich mit den Kindern viel schwieriger und sehr anstrengend ist. Außerdem finde ich ihn für mich inhaltlich auch nicht so geeignet. Der Weiterbildungskurs nennt sich "kaufmännisches Trainingszentrum" und beinhaltet Bürotätigkeiten und SAP. 

Das ist schon sehr reizvoll für mich, aber es ist auch ein 6wöchiges Praktikum und eine Bewerbungstraining-Phase dabei. Das macht mich ein bisschen skeptisch, denn Bewerbungstraining habe ich schon mehrmals gemacht und sechs Wochen Praktikum finde ich vor allem nach meiner Gehirn-OP zu kurz. So schnell kann ich mich nirgends einarbeiten, und selbst wenn, ist es schnell wieder vorbei. Außerdem erinnert es mich auch ein bisschen an die Maßnahme, die ich letztes Jahr gemacht habe. Noch einmal will ich nicht auf der Schulbank sitzen und alles "nachholen". Ich möchte lieber wirklich lernen - studieren - in einer Weiterbildung meine Bürotätigkeiten erweitern und zum Schluss ein Zertifikat haben, in dem schwarz auf weiß steht, dass ich im Büro arbeiten kann. 

Ich habe in einem langen Telefongespräch meiner Beraterin ganz viele Argumente für die Teilzeit-Weiterbildung genannt und sie wirkte recht verständnisvoll. Schließlich hat sie gesagt, dass sie meinen Wunsch nach der Teilzeit-Maßnahme - mit meinen Argumenten  - an den Bund weiterleiten wird. Sie kann mir aber nicht versprechen, dass mir die Teilzeit-Weiterbildung genehmigt wird oder ob ich nur die in Vollzeit machen darf. Also muss ich wohl abwarten. 

Aber das Abwarten spielt mir eigentlich ganz gut in die Karten, denn das kaufmännische Training beginnt schon Mitte August und für den September bräuchte ich dann schon einen Praktikumsplatz. Das so schnell organisiert zu kriegen, wenn ich es jetzt noch nicht mal genehmigt bekommen habe, ist sehr unrealistisch. Dieses Argument fand sie wirklich sehr einleuchtend. Die Weiterbildung als Teamassistentin fängt erst im September an. Direkt nach den Sommerferien. 

Genau der richtige Zeitpunkt für einen neuen Start.

Wednesday, 1 July 2015

Ganz hohes Hoch!

Ich habe gerade mit meiner Beraterin von der Rentenversicherung gesprochen und es gibt sehr gute Neuigkeiten. 

Sie hat mir gesagt, dass der ärztliche Befund recht positiv ist und ich jetzt nur noch wenig Einschränkungen bei den Arbeitstätigkeiten habe - fast gar nichts mehr. Das heißt, dass ich sowohl für Bürotätigkeiten als auch für den Verkauf geeignet bin. Ich kann mich also bewerben auf was ich möchte. Außerdem werden mir auch Weiterbildungsmaßnahmen genehmigt. Und wenn ich eine Weiterbildung mache, bekomme ich dafür auch wieder Übergangsgeld und Haushaltshilfe bezahlt! 

Das ist so unglaublich positiv, dass ich mir jetzt gleich eine 300g Tafel Milka NussNougat gönne, und danach das schöne Wetter genieße und schwimmen gehe. 

Ich finde es ja schon toll, dass ich einen positiven ärztlichen Befund bekommen habe und dass mir die Weiterbildung genehmigt wird. Aber dass ich dafür wieder Geld bekomme, fühlt sich einfach noch viel besser an. (Besonders für unser neues Haus und den Garten!)

Aber ich muss mich erst noch entscheiden, was für eine Weiterbildung ich machen will und dann den Antrag stellen. Und eigentlich habe ich mir, erst wenn ich die Genehmigung schwarz auf weiß vor mir liegen habe, eine Schokolade verdient.

Nein, ich gönne mir jetzt gleich eine 300g Tafel Milka NussNougat, sozusagen als Stärkung für meine 1500m Schwimm-Bahnen. 

Monday, 29 June 2015

Adam Blade: Beast Quest

Die Blockade ist geplatzt. Noah hat Spaß am Lesen gefunden. Seit neustem liest er fast jeden Tag alleine und zwar freiwillig! Diese Blockade hat das Buch „Tagus – Prinz der Steppe“, der vierte Band der Fantasy-Kinderbuchreihe „Beast Quest“ gebrochen.

Diese Bücher kenne ich aus meiner Zeit in der Buchhandlung. Es geht um dem 11 jährigen Tom, der in der fiktiven Welt Avantia ganz viele Abenteuer erlebt. Der böse Zauberer Malvel hat sechs magische Biester verzaubert, die das Land angreifen. Tom muss mit seiner Freundin Elenna gegen diese Biester kämpfen und Avantia retten. Wie gut, dass er so schlau und mutig ist, denn diese Biester sind sehr gefährlich...

Die ersten drei Bände hatten Florian und ich mit ihm gelesen, aber wir mussten ihn immer wieder dazu überreden. Für ihn war es ein Teil seiner Hausaufgaben (Regel: jeden Tag ca. 10 Minuten lesen üben) und richtig Spaß gemacht hat es ihm nicht. Doch neulich war ein Klassenkamerad bei uns zu Besuch und Noah hatte ihm seine „Beast Quest“ Bücher gezeigt.

Der Freund hatte dann einfach angefangen ihm aus Band 4 vorzulesen, dann hatten sie sich abgewechselt, und als sein Freund nach Hause ging, hat Noah einfach alleine weiter gelesen. Am nächsten Tag hat Noah wieder alleine gelesen, und am nächsten Tag war das Buch durch. Wir haben dann im Internet auf der Antolin-Homepage die Quizfragen zu dem Buch gemacht, die das inhaltliche Verständnis überprüfen. Ich war sehr gespannt, denn ich hatte das Buch nicht gelesen und hatte keine Ahnung. Aber er hat alle Fragen richtig beantwortet! Das hat ihn (und mich!) so gefreut und motiviert, dass er gleich das nächste lesen wollte.

Ich war so stolz auf ihn, dass ich am nächsten Tag gleich in die Stadt fuhr und Band 5 kaufte. Zwei Tage später hatte er auch das Buch fertig gelesen und die Quizfragen richtig beantwortet. Band 6 dauerte drei Tage und er hatte einen Fehler bei 15 Fragen, aber er wollte trotzdem weiter lesen. Nach Band 7 beschloss ich die nächsten Bände auszuleihen, schließlich gibt es bis jetzt 40 Bände und ich habe keine Lust alle zu kaufen.

Also fuhr ich letzten Freitag mit Noah und Thea in die Bibliothek. Bei der Gelegenheit wollte ich gleich auch Thea anmelden, schließlich kommt sie ja dieses Jahr auch schon in die Schule. Und sie war so stolz, dass sie ihre Mitgliedskarte selbst unterschreiben durfte, dass sie es jetzt kaum erwarten kann in die Schule zu kommen und lesen zu lernen.

Obwohl wir dort schon einmal bei einer Kinderbuch-Lesung in der Bibliothek waren, waren beide sehr beeindruckt von dem großen Gebäude und begeistert von den vielen Büchern. Wir waren fast zwei Stunden dort. Noah fragte gleich wo die „Beast Quest“ Bücher sind, hat sich eins geschnappt und dann gleich zwei Kapitel gelesen. Thea und ich hatten die Bücherei erst einmal erkundet, uns einige Bilderbücher angeschaut, Vorlesebücher durchstöbert und Spiele und CDs ausgesucht.

Noah hat sich sieben „Beast Quest“ Bücher und vier „Beast Quest“ CDs und eine DVD (leider gibt es kein „Beast Quest“ DVDs) ausgeliehen. Thea hat sich zwei Vorlesebücher, fünf Hörbücher und ein Brettspiel ausgesucht – und sie will unbedingt jetzt schon lesen lernen.

Inzwischen hat Noah schon die Hälfte von Band 8 gelesen und zwei CDs gehört. Theas Brettspiel haben wir schon ein paar mal gespielt und zwei Geschichten aus einem Vorlesebuch gelesen. Die DVDs haben sie natürlich beide schon geguckt.

Jetzt bin ich gespannt, ob Noah tatsächlich in vier Wochen alle 7 Bücher schafft und ob Thea wirklich lesen lernen will. Aber auf eins kann ich mich auf jeden Fall verlassen: die CDs werden ganz sicher alle angehört.

Die Frage ist nur wie oft.

Thursday, 25 June 2015

Joel Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal einen Krimi gelesen habe. Es ist auf jeden Fall schon lange her, denn Krimis finde ich eigentlich langweilig. 

Aber das Buch "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" von Joel Dicker hatte ich schon vor Weihnachten als Geschenk für meinen Schwiegervater gekauft. Doch ich hatte dann noch ein anderes gefunden, das besser zu ihm passte, und ein ehemaliger Kollege in der Buchhandlung hatte es mir empfohlen, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich kein Krimi-Fan bin. Also habe ich doch angefangen es zu lesen.

Es ist nämlich nicht nur ein Krimi, sondern auch ein Buch im Buch, eine Satire über den Literaturbetrieb und das Schriftsteller-Dasein, ein Gesellschaftsdrama, ein Roman über Freundschaft und Vertrauen, Verrat und Enttäuschung. Und es ist ein Roman über eine verbotene Liebe. 

Das Buch handelt über die Liebesgeschichte im Jahre 1975 des 30 jährigen Harry Quebert zu einem 15 jährigen Mädchen, Nola, die eines Tages plötzlich spurlos verschwindet. 33 Jahre später, werden ihre sterblichen Überreste zufällig in Harry Queberts Garten gefunden - mit dem handschriftlichen Manuskript seines berühmten Romans, der ihn zum Literaturprofessor gebracht hat. Alles deutet auf Harry Quebert als Täter hin. Aber sein Freund, ein ehemaliger Schüler und inzwischen schon erfolgreicher Schriftsteller, glaubt an seine Unschuld und stellt hartnäckige Nachforschungen an. Bis er - nach 700 sehr spannenden und flüssig lesbaren Seiten - die endgültige Wahrheit findet. Allerdings beweist das nicht nur die Unschuld seines Freundes, sondern entdeckt auch noch den wirklichen "Ursprung des Übels" (Titel des Bestsellers von Harry Quebert)...


Ein äußerst spannender, raffinierter und überraschender Fall! Doch zum Schluss finde ich, verändert sich die Perspektive ein bisschen zu häufig. Immer wieder tauchen neue Indizien auf, neue Wendungen, neue Theorien. Deshalb ist das Ende meiner Meinung nach, ein bisschen verwirrend und nicht mehr ganz plausibel. 

Aber es ist ein tolles Buch und hat mich sehr gefesselt. Besonders das letzte Drittel habe ich besonders schnell gelesen, denn es wurde ziemlich turbulent und spannend und ich musste unbedingt wissen wie es ausgeht.

Und so soll ein Krimi sein.