Gestern Abend um 20.31.
Thea: Ich kann nicht schlafen.
Ich: Mach die Augen zu und denk an was Schönes.
Thea: Aber ich muss dir unbedingt was sagen.
Ich (gehe ins Zimmer): Was willst du mir denn sagen?
Thea (sitzt aufrecht im Bett): Die Schafe, sie sind über den Zaun gesprungen.
Ich (setze mich zu ihr): Welche Schafe?
Thea: Na, die Schafe.
Ich: Ach so, die.
Thea: Ja, sie sind über den Zaun gesprungen und jetzt gehen sie den Weg entlang, und halten sich an den Händen, und dann gehen sie den Berg hinauf, und dort ist eine Bäckerei, und dann gehen sie hinein, und dann kaufen sie für jeden einen Schokoladen-Donat, und dann gehen sie wieder hinaus, und dann setzen sie sich auf eine Bank, und dann essen sie die Donats, und der eine hat keinen Platz auf der Bank, weil ihm der Donat nicht schmeckt, und dann gibt er ihm seinem Vater, und dann gehen sie den Berg wieder herunter, und dort ist ein Bauernhof, und dann...
Ich: ...legen sie sich in den Stall und machen die Augen zu, und dann sind sie ganz still und schlafen alle ein.
Thea: Ja, genau.
Und dann macht sie die Augen zu, und dann ist sie ganz still und dann schläft sie ein
Tuesday, 3 April 2012
Sunday, 1 April 2012
Erdbeeren im April
Heute Morgen rief ganz überraschend eine alte Schulfreundin an. Da wir uns lange nicht mehr gesehen hatten, hatten wir uns viel zu erzählen. Dementsprechend lang dauerte das Telefonat.
In der Zwischenzeit kocht Florian mit den Kindern das Mittagessen. Als es fertig war, musste ich nach anderthalb Stunden das Gespräch beenden.
Die drei hatten Nudeln mit Tomaten-Soße gekocht und ich setzte mich an den fertig gedeckten Tisch. Es herrschte verdächtige Stille und Thea und Noah futterten eifrig die Nudeln. Ich wunderte mich ein bisschen über ihren Heißhunger, doch ich führte es darauf zurück, dass ein selbstgekochtes Essen immer besonders gut schmeckt.
Nach dem Essen halfen beide freiwillig beim Abräumen des Tisches. Spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen. Sogar einen Nachtisch hatten sie vorbeitet. Es gab für jeden ein Schälchen mit gezuckerten Erdbeeren. Noah und Thea kamen mit ihren Schälchen aus der Küche zurück und Florian brachte mir meins. Als wir alle wieder am Tisch saßen, herrschte seltsame Stille. Noah und Thea beugten sich über in ihre Schälchen und sahen verstohlen zu mir rüber. Florian steckte sich grinsend eine Erbeere in den Mund.
Nichts ahnend spießte ich eine dicke Erdbeere auf, die mit besonders viel Zucker bestreut war, und nahm sie genießerisch in den Mund.
Doch als ich sie auf der Zunge war, zog sich in meinem Mund alles zusammen. Jetzt wusste ich, warum so eine verdächtige Stille beim Essen geherrscht hatte.
Meine Erdbeeren war nicht mit Zucker sondern mit Salz bestreut.
April, April!
In der Zwischenzeit kocht Florian mit den Kindern das Mittagessen. Als es fertig war, musste ich nach anderthalb Stunden das Gespräch beenden.
Die drei hatten Nudeln mit Tomaten-Soße gekocht und ich setzte mich an den fertig gedeckten Tisch. Es herrschte verdächtige Stille und Thea und Noah futterten eifrig die Nudeln. Ich wunderte mich ein bisschen über ihren Heißhunger, doch ich führte es darauf zurück, dass ein selbstgekochtes Essen immer besonders gut schmeckt.
Nach dem Essen halfen beide freiwillig beim Abräumen des Tisches. Spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen. Sogar einen Nachtisch hatten sie vorbeitet. Es gab für jeden ein Schälchen mit gezuckerten Erdbeeren. Noah und Thea kamen mit ihren Schälchen aus der Küche zurück und Florian brachte mir meins. Als wir alle wieder am Tisch saßen, herrschte seltsame Stille. Noah und Thea beugten sich über in ihre Schälchen und sahen verstohlen zu mir rüber. Florian steckte sich grinsend eine Erbeere in den Mund.
Nichts ahnend spießte ich eine dicke Erdbeere auf, die mit besonders viel Zucker bestreut war, und nahm sie genießerisch in den Mund.
Doch als ich sie auf der Zunge war, zog sich in meinem Mund alles zusammen. Jetzt wusste ich, warum so eine verdächtige Stille beim Essen geherrscht hatte.
Meine Erdbeeren war nicht mit Zucker sondern mit Salz bestreut.
April, April!
Tuesday, 27 March 2012
Wahre Liebe
Gestern ist Florian von einer längeren Dienstreise zurück gekommen. Als die Kinder im Bett waren, freuten wir uns auf einen gemütlichen Abend.
Florian holte sich ein Bier und eine Tüte Chips aus der Küche. Dann lies er sich geschafft aufs Sofa fallen und machte den Fernseher an. Ich sah ihn von der Seite an und dachte über das Verhältnis von Ehemännern und Ehefrauen nach.
Wenn Frauen abends alleine sind, trinken sie ein Schlückchen Wein, schauen im Fernsehn einen Liebesfilm und essen Schokolade.
Wenn ihre Ehemänner zu Hause sind, sitzen Frauen neben ihnen auf dem Sofa und schauen zufrieden mit ihnen Fußball. Sie trinken statt Wein Bier, essen Chips statt Schokolade und der leichte Geruch von Schweiß macht ihnen überhaubt nichts aus.
Und rülpsen und furzen muss jeder mal. Ja, das ist wahre Liebe.
Florian holte sich ein Bier und eine Tüte Chips aus der Küche. Dann lies er sich geschafft aufs Sofa fallen und machte den Fernseher an. Ich sah ihn von der Seite an und dachte über das Verhältnis von Ehemännern und Ehefrauen nach.
Wenn Frauen abends alleine sind, trinken sie ein Schlückchen Wein, schauen im Fernsehn einen Liebesfilm und essen Schokolade.
Wenn ihre Ehemänner zu Hause sind, sitzen Frauen neben ihnen auf dem Sofa und schauen zufrieden mit ihnen Fußball. Sie trinken statt Wein Bier, essen Chips statt Schokolade und der leichte Geruch von Schweiß macht ihnen überhaubt nichts aus.
Und rülpsen und furzen muss jeder mal. Ja, das ist wahre Liebe.
Wednesday, 21 March 2012
Nognog und Maugmaug
Florian ist auf Dienstreise. Wie immer herrscht beim ins Bett-gehen Chaos. Noah ist verschwunden. Thea rennt kreischend hin und her.
Ich sitze auf dem Boden mit Theas türkisfarbenen Schlafanzug in der Hand und starre das grüne Entchen mit gelben Riesenschnabel an.
Grüne Ente mit gelbem Riesen-Schnabel: Nagnag, Thea, nagnag, ich bin so müde, nagnag. Willst du mich nicht endlich anziehen, nagnag, dann können wir zusammen kuscheln.
Thea kommt sofort zu mir gelaufen.
Thea: Na klar.
Und sie streichelt liebevoll das gelbe Entchen auf dem türkisfarbenen Pyjama, zieht sich an und kriecht ins Bett.
Ich hab gar keine Zeit mich zu wundern, denn wie aus dem Nichts taucht Noah auf, reißt die Schranktüre auf und holt seinen blauen Schlafanzug heraus, auf dem eine graue Ratte mit Augenklappe ist.
Noah: Hallo Maungmaung, du mussst nicht traurig sei. Maungmaung, ich bin ja jetzt da.
Er streift den Schlafanzug über, umarmt sich selbst und die grauen Ratte auf seinem Bauch und schlüpft unter die Bettdecke.
Wie gut, dass Kinder so eine blühende Phantasie haben.
Ich sitze auf dem Boden mit Theas türkisfarbenen Schlafanzug in der Hand und starre das grüne Entchen mit gelben Riesenschnabel an.
Grüne Ente mit gelbem Riesen-Schnabel: Nagnag, Thea, nagnag, ich bin so müde, nagnag. Willst du mich nicht endlich anziehen, nagnag, dann können wir zusammen kuscheln.
Thea kommt sofort zu mir gelaufen.
Thea: Na klar.
Und sie streichelt liebevoll das gelbe Entchen auf dem türkisfarbenen Pyjama, zieht sich an und kriecht ins Bett.
Ich hab gar keine Zeit mich zu wundern, denn wie aus dem Nichts taucht Noah auf, reißt die Schranktüre auf und holt seinen blauen Schlafanzug heraus, auf dem eine graue Ratte mit Augenklappe ist.
Noah: Hallo Maungmaung, du mussst nicht traurig sei. Maungmaung, ich bin ja jetzt da.
Er streift den Schlafanzug über, umarmt sich selbst und die grauen Ratte auf seinem Bauch und schlüpft unter die Bettdecke.
Wie gut, dass Kinder so eine blühende Phantasie haben.
Tuesday, 6 March 2012
Die Sache mit Christian Wulff und meiner Tochter
Die Gemeinsamkeiten zwischen Christian Wulff und meiner Tochter nehmen nicht ab. Wulff hat sein hartnäckig verteidigtes Amt als Bundespräsident endlich aufgegeben und Thea ihren Schnuller.
Leider hat sie von der Schnullerfee nur das Prinzessinnen Schloss von Playmobil bekommen. Der Ehrensold von Christian Wulff wäre mir lieber gewesen.
Leider hat sie von der Schnullerfee nur das Prinzessinnen Schloss von Playmobil bekommen. Der Ehrensold von Christian Wulff wäre mir lieber gewesen.
Friday, 2 March 2012
Das verflixte dritte Jahr
Vor ungefähr einem halben Jahr traf ich im Supermarkt eine alte Bekannte meiner Mutter. Seit Jahren nicht mehr gesehen, wußte sie nichts von meinem Beitrag zur Verbesserung der Geburtenrate in Deutschland. Nun war sie überaus entzückt von Thea.
Alte Frau (tätschelt Thea den Kopf): Wie heißt du denn?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie heißt Thea.
Alte Frau (zwickt sie in die Backe): Und wie alt bist du?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie ist zwei.
Thea (schaut empört von einer zur anderen und faucht): Ich bin zwei und halb!
Als wir den Supermarkt verließen, lobte ich Thea dafür, dass sie der alten Frau so pfiffig gekontert hatte. Und Thea war so stolz, dass sie fortan zwei-und-halb Jahre alt blieb - bis zu ihrem dritten Geburtstag.
Gestern war es nun soweit, das zwei-und-halbte Jahr war vorbei. Stolz streckte sie jedem, der ihr über den Weg lief ihre Hand entgegen.
Thea: Ich bin drei Jahre alt.
Und zu sehen waren vier Finger.
Alte Frau (tätschelt Thea den Kopf): Wie heißt du denn?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie heißt Thea.
Alte Frau (zwickt sie in die Backe): Und wie alt bist du?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie ist zwei.
Thea (schaut empört von einer zur anderen und faucht): Ich bin zwei und halb!
Als wir den Supermarkt verließen, lobte ich Thea dafür, dass sie der alten Frau so pfiffig gekontert hatte. Und Thea war so stolz, dass sie fortan zwei-und-halb Jahre alt blieb - bis zu ihrem dritten Geburtstag.
Gestern war es nun soweit, das zwei-und-halbte Jahr war vorbei. Stolz streckte sie jedem, der ihr über den Weg lief ihre Hand entgegen.
Thea: Ich bin drei Jahre alt.
Und zu sehen waren vier Finger.
Thursday, 1 March 2012
Im Gedenken an Whitney Houston
Das letzte Foto von Whitney Houston (siehe: news.at): "So sah sie im Sarg aus".
Stimmt, auch in meinem Albtraum.
Aber das Foto ist nicht von mir. Als Sargträger hat man leider keinen Fotoapparat dabei.
Stimmt, auch in meinem Albtraum.
Aber das Foto ist nicht von mir. Als Sargträger hat man leider keinen Fotoapparat dabei.
Wednesday, 15 February 2012
Die Träume der Sargträger
Ich stehe vor der Kapelle auf dem Friedhof in unserem Dorf. Neben mir fünf Frauen. Wir sind alle schwarz gekleidet, mit schlichten schwarzen Sakkos, schwarzen Stoffwesten und schwarzen Stoffhose. Wir sind Sargträger.
Von drinnen hören wir den Pfarrer sagen: "Gehe hin in Frieden." Das ist unser Stichwort. Wir bilden ein Spalier und setzen uns langsam in Bewegung. Drei auf der rechten Seite und drei auf der Linken. Mit ernster Miene, das Kreuz durchgedrückt, würdevoll die Köpfe gesenkt. Wir betreten die Kapelle. Die Trauergemeinde sitzt mit gesenkten Köpfen auf den Bänken. Ab und an hört man unterdrücktes Weinen. Taschentücher im Gesicht, leises Schnäutzen.
Absolut synchron bewegen wir uns auf den Altar zu. Vor dem Sarg bleiben wir stehen. Langsam beugen wir uns herab und heben den Hochglanz-Mahagonie-Sarg hoch. Schwer liegt er auf meinen Schultern als wir die Kapelle verlassen. Über uns schlägt die Kirchenglocke. Wir schreiten dahin, gefolgt von der kleinen Trauergemeinde. Unter unseren Füßen knirscht der Kies, auf unsere Häupter legt sich der Niesel. Immer weiter und weiter gehen wir den Pfad entlang
Plötzlich ertönt aus dem Himmel ein erbärmliches Gejammer, alle stieren entsetzt nach oben. Eine garstige Zombievisage mit weit auf gerissenem Maul stürzt auf die Trauergesellschaft hernieder und direkt auf mich zu. Mit gefletschten Zähnen kreischt das hässliche Biest in den höchsten Tönen genau in mein Ohr.
Mir schwinden die Sinne und ich lasse panikartig den Sarg fallen. Er knallt mit mächtigen Getöse vor meine Füße und ich stehe wie angewurzelt da. Der Deckel springt auf und rutscht ganz langsam auf den Boden. Ein entsetztes Raunen geht durch die Menge.
Im Sarg liegt Whitney Houston.
Was für ein Albtraum! Ich will lieber kein Sargträger werden.
Von drinnen hören wir den Pfarrer sagen: "Gehe hin in Frieden." Das ist unser Stichwort. Wir bilden ein Spalier und setzen uns langsam in Bewegung. Drei auf der rechten Seite und drei auf der Linken. Mit ernster Miene, das Kreuz durchgedrückt, würdevoll die Köpfe gesenkt. Wir betreten die Kapelle. Die Trauergemeinde sitzt mit gesenkten Köpfen auf den Bänken. Ab und an hört man unterdrücktes Weinen. Taschentücher im Gesicht, leises Schnäutzen.
Absolut synchron bewegen wir uns auf den Altar zu. Vor dem Sarg bleiben wir stehen. Langsam beugen wir uns herab und heben den Hochglanz-Mahagonie-Sarg hoch. Schwer liegt er auf meinen Schultern als wir die Kapelle verlassen. Über uns schlägt die Kirchenglocke. Wir schreiten dahin, gefolgt von der kleinen Trauergemeinde. Unter unseren Füßen knirscht der Kies, auf unsere Häupter legt sich der Niesel. Immer weiter und weiter gehen wir den Pfad entlang
Plötzlich ertönt aus dem Himmel ein erbärmliches Gejammer, alle stieren entsetzt nach oben. Eine garstige Zombievisage mit weit auf gerissenem Maul stürzt auf die Trauergesellschaft hernieder und direkt auf mich zu. Mit gefletschten Zähnen kreischt das hässliche Biest in den höchsten Tönen genau in mein Ohr.
Mir schwinden die Sinne und ich lasse panikartig den Sarg fallen. Er knallt mit mächtigen Getöse vor meine Füße und ich stehe wie angewurzelt da. Der Deckel springt auf und rutscht ganz langsam auf den Boden. Ein entsetztes Raunen geht durch die Menge.
Im Sarg liegt Whitney Houston.
Was für ein Albtraum! Ich will lieber kein Sargträger werden.
Saturday, 11 February 2012
Tobias Kurfer: Horrorjobs - wie ich mich probehalber ausbeuten ließ
Als ich neulich an einer Buchhandlung vorbei schlenderte, sprang mir plötzlich mein Putzhandschuh ins Auge. Der gelbe Haushaltshandschuh von Vileda, der Griffige, aus Naturlatex mit Baumwollvelouriserung. Der, mit der einzigartigen Oberflächenstruktur und speziellen ComfortPlus Innenbeschichtung, mit dem ich alle feuchten Putzarbeiten in unserem Haus verrichte.
Haargenauso sah es aus, das Bild auf dem Buch. Und der Titel passte irgendwie auch dazu: "Horrorjobs, wie ich mich probehalber ausbeuten ließ".
Ich fühlte mich gleich angesprochen. Denn einige der Horrorjobs, um die es sich dreht, sind mir durchaus bekannt: Kinderanimateur, Klomann (bzw.-frau) und Tellerwäscher. Der entscheidende Unterschied ist, dass ich mich nicht nur probehalber ausbeuten lasse, sondern rund-um-die-Uhr.
Meine Neigung zum Selbstmitleid ließ mich das Buch kaufen.
Leider hat mich der Inhalt des Buches enttäuscht. Die Geschichten sind kurz, zu wenig tiefgreifend und dafür nicht witzig genug. Einzelne Szenen sind grotesk, andere ergreifend, viele sind lustig. Aber ein "irrwitziger Trip durch eine oft fremde und skurrile Berufswelt" ist es nicht. Dafür sind zu viele persönliche Anekdoten des Autors dabei, die nicht besonders witzig sind und vom eigentlichen Thema ablenken. Es bleibt zu wenig Platz für den Horror dieser Berufe, für den Ekel, das Scheitern, die Scham und die Überwindung, die sie auslösen und kosten. Und für die Betroffenheit, die die Diskrepanz von harter Arbeit, mieser Entlohnung und sozialer Missbilligung auslöst, für Berufe, die für unser alltägliches Leben selbstverständlich und unabdingbar sind.
Allerdings hat mich das Buch durchaus inspiriert: Ich könnte mich auch mal als Dogwalker, Sexshop-Aushilfe, Geisterbahn-Erschrecker, Museumswärter oder Sargträger ausprobieren.
Der Sargträger-Beruf hat mich besonders beeindruckt. Er zeichnet sich durch seine simplen handwerklichen Fertigkeiten aus: 1. Würdevoll vor sich hin schreiten; 2. Trauer und Ernsthaftigkeit ausstrahlen; 3. keinen Buckel machen bei der Senkung des Sarges; und 4. mit gefasster Stimme "Amen" sagen. Dieses Maß an Pietät traue ich mir durchaus zu.
Aber die nehmen ausschließlich Männer.
Haargenauso sah es aus, das Bild auf dem Buch. Und der Titel passte irgendwie auch dazu: "Horrorjobs, wie ich mich probehalber ausbeuten ließ".
Ich fühlte mich gleich angesprochen. Denn einige der Horrorjobs, um die es sich dreht, sind mir durchaus bekannt: Kinderanimateur, Klomann (bzw.-frau) und Tellerwäscher. Der entscheidende Unterschied ist, dass ich mich nicht nur probehalber ausbeuten lasse, sondern rund-um-die-Uhr.
Meine Neigung zum Selbstmitleid ließ mich das Buch kaufen.
Leider hat mich der Inhalt des Buches enttäuscht. Die Geschichten sind kurz, zu wenig tiefgreifend und dafür nicht witzig genug. Einzelne Szenen sind grotesk, andere ergreifend, viele sind lustig. Aber ein "irrwitziger Trip durch eine oft fremde und skurrile Berufswelt" ist es nicht. Dafür sind zu viele persönliche Anekdoten des Autors dabei, die nicht besonders witzig sind und vom eigentlichen Thema ablenken. Es bleibt zu wenig Platz für den Horror dieser Berufe, für den Ekel, das Scheitern, die Scham und die Überwindung, die sie auslösen und kosten. Und für die Betroffenheit, die die Diskrepanz von harter Arbeit, mieser Entlohnung und sozialer Missbilligung auslöst, für Berufe, die für unser alltägliches Leben selbstverständlich und unabdingbar sind.
Allerdings hat mich das Buch durchaus inspiriert: Ich könnte mich auch mal als Dogwalker, Sexshop-Aushilfe, Geisterbahn-Erschrecker, Museumswärter oder Sargträger ausprobieren.
Der Sargträger-Beruf hat mich besonders beeindruckt. Er zeichnet sich durch seine simplen handwerklichen Fertigkeiten aus: 1. Würdevoll vor sich hin schreiten; 2. Trauer und Ernsthaftigkeit ausstrahlen; 3. keinen Buckel machen bei der Senkung des Sarges; und 4. mit gefasster Stimme "Amen" sagen. Dieses Maß an Pietät traue ich mir durchaus zu.
Aber die nehmen ausschließlich Männer.
Monday, 6 February 2012
Die E-Rangers von Playmobil und Theas Schnuller
Noah wünscht sich die E-Rangers Future Base Station von Playmobil. Aber Weihnachten ist vorbei, der Osterhast bringt nur Schokoladeneier und der Geburtstag ist erst im Herbst. Noah musste sich was einfallen lassen.
Schmeichelnd umwarb er Thea.
Noah: Willst du nicht den Schnuller abgeben?
Thea: Nein.
Noah: Aber dann kannst du dir von der Schnullerfee die E-Ranger Station von Playmobil wünschen.
Thea: Cool!
Noah: Dann machst du es?
Thea nickt. Und nuckelt begeistert an ihrem Schnuller.
Noah: Du musst nur den Schnuller über den Zaum werfen und morgen bringt dir die Schnullerfee die E-Rangers Future Base Station.
Thea: Cool.
Noah: Dann mach doch!
Thea nickt. Und nuckelt nachdenklich an ihrem Schnuller.
Noah: Soll ich ihn für dich über den Zaun werfen?
Thea schüttelt den Kopf. Und nuckelt energisch an ihrem Schnuller.
Noah: Dann mach doch endlich!
Thea: Mach ich morgen.
Was du morgen kannst besorgen, das kannst du heute verschieben ohne Sorgen. Und Thea nuckelt zufrieden an ihrem Schnuller.
Schmeichelnd umwarb er Thea.
Noah: Willst du nicht den Schnuller abgeben?
Thea: Nein.
Noah: Aber dann kannst du dir von der Schnullerfee die E-Ranger Station von Playmobil wünschen.
Thea: Cool!
Noah: Dann machst du es?
Thea nickt. Und nuckelt begeistert an ihrem Schnuller.
Noah: Du musst nur den Schnuller über den Zaum werfen und morgen bringt dir die Schnullerfee die E-Rangers Future Base Station.
Thea: Cool.
Noah: Dann mach doch!
Thea nickt. Und nuckelt nachdenklich an ihrem Schnuller.
Noah: Soll ich ihn für dich über den Zaun werfen?
Thea schüttelt den Kopf. Und nuckelt energisch an ihrem Schnuller.
Noah: Dann mach doch endlich!
Thea: Mach ich morgen.
Was du morgen kannst besorgen, das kannst du heute verschieben ohne Sorgen. Und Thea nuckelt zufrieden an ihrem Schnuller.
Subscribe to:
Posts (Atom)