Thursday, 30 June 2011

Maria M.s Club, der etwas andere Waldi Club

Warum lädt eigentlich Waldemar Hartmann nicht auch nach den Spielen der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft in seinen "etwas anderen Club"* ein? Kann Waldi etwa nicht "mit Fußballexperten, Kabarettisten und anderen prominenten Fußballfans humorvoll und tiefgründig" über Frauenfußball diskutieren? "Denn zu diskutieren gibt es immer reichlich".

Fürwahr. Dass dies auch für den Frauen-Fussball gilt, hat wohl weder er noch die ARD bisher realisiert. Wenigstens gibt es genug Frauen, die sich "über die wichtigste Nebensache der Welt: den Fußball in all seinen Facetten unterhalten können!" Zumindest bei uns im Dorf.

Deshalb habe ich einen eigenen Club ins Leben gerufen, "Marias M.s Club - der etwas andere Waldi Club", in dem ich mit Frauen-Fußballexpert-innen, Kabarettist-innen und anderen prominenten Fußballfan-innen nach dem Spiel humorvoll und tiefgründig über Frauen-Fußball diskutieren kann.

Der Kasten Bier im Kühlschrank ist schon kalt. Und die Männer können sich nach dem Spiel "das SommerKino im Ersten: Nach 7 Tagen ausgeflittert" anschauen.

*(Zitate siehe: ARD, Waldis Club)

Englisch-Test für Rentern

Gestern war die letzte Stunde meines Englischkurses. Der Test. Am Abend zuvor zwei Stunden Vokabeln gebüffelt, danach von Florian abgefragt. Kurz vor dem Test noch eine Stunde alles wiederholt. Ich war noch nie so motiviert, ehrgeizig, begierig. Endlich wollte ich den Senioren zeigen, wie viel Wissen, Elan und Frische in mir steckt.

Spielregeln:
1. Wer fertig ist, hebt die Hand.
2. Wer die meisten Fragen richtig beantwortet gewinnt.
3. Bei Gleichstand gewinnt der Schnellere.

Zehn Fragen und los. Siegesgewiss setzte ich ein Kreuz nach dem anderen. Schon war ich fertig. Eben wollte ich den Arm strecken, da sah ich wie mein 68jähriger Tischnachbar auf mein Blatt schielte. Ein kurzer Moment des Staunens. Schon war sein letztes Kreuz gesetzt und die Senioren-Hand oben.

Ich war fassungslos. Entsetzt. Sprachlos. Ich hob den Arm und wollte protestieren. Frechheit! Er hatte bei mir abgeschrieben! Grinsend zwinkerte er mir zu. Schelmisch. Verschmitzt. Schadenfroh. Ich senkte den Arm. Mir glaubt doch eh keiner, dass ein tattergreisiger Rentner so unverfroren ist, mich auf diese dreiste Weise rein zu legen.

Es ist höchste Zeit, mich ernsthaft nach einer Alternative umzuschauen. Gegen diese Rentner hab ich offenbar keine Chance.

Wednesday, 29 June 2011

1. Spieltag: Deutschland 20ELF

Ich arbeite immer noch sehr engagiert an meinem Interesse für die Frauen Fußball-Weltmeisterschaft 2011. Gerade hab ich im Spielplan nachgeschaut, wann das nächste Spiel der Deutschen Frauen stattfindet. (Ich wollte mir unbedingt rechtzeitig einen Babysitter organisieren, um das Spiel, wegen anfallender Kinderbetreuung, nicht wieder zu verpassen.)

Äußerst erstaunt stellte ich fest, dass heute, am 29.Juni 2011, immer noch 1. Spieltag ist. Und zwar schon seit 4 Tagen. Um genau zu sein, seit Anpfiff der WM am 26.06.2011, 15 Uhr. Also bis jetzt ca.77h. Ende mir unbekannt.

Bisher war ich immer der Meinung, dass ein Tag - an sich als solcher - 24 Stunden hat. Durch den Frauen Fußball lerne ich nun, dass dies nicht immer so sein muss. Zumindest tickt die Uhr in der Fußball-Welt der Frauen irgendwie anders. Der 1. Spieltag hat 77 Stunden. Der 2. Spieltag sogar stolze 92 Stunden. Den 3. kann ich jetzt so auf die Schnelle nicht errechnen...

Der Fußball scheint tatsächlich intellektuell anspruchsvoller zu sein, als ich das bisher angenommen hatte. Ist die Zeitrechnung im Männer-Fußball eigentlich genau so?

Offensichtlich habe ich mich bisher zu sehr auf den knusprigen Körper vor Mario Gomez konzentriert...

Ein Schloss aus Schokolade

Noch vor dem Kindergarten verkündete heute Morgen das Nachbars-Mädchen stolz, bei ihr sei über Nacht die Schnullerfee gewesen. Sie schleppte ein prachtvolles Prinzessinnen-Zelt aus dem Haus, das so wunderschön war, wie der strahlend blaue Himmel dieses Sommermorgens. Thea staunte über die Schönheit dieses wunderbaren Zeltes, das gemacht war aus dem zartesten Gewebes, übersät mit rosa Herzchen, glitzernden Sternchen und roten Röschen. 

Schlau wie ich bin, ergriff ich gleich die Chance, um bei Thea das Thema "Schnuller abgeben" anzusprechen.

Ich: "Schau mal Thea, ist dass nicht ein wunderschönes Schloss?"
Thea: "Ja!"
Ich: "Das hat die Schnullerfee gebracht."
Thea: "Ja?"
Ich: "Was meinst du? Willst du nicht auch den Schnuller abgeben?"
Thea: "Nein."
Ich: "Und wenn dir die Schnullerfee dafür auch so ein Schloss bringt?"
Thea: "Nein."
Ich: "Und wenn sie dir ein noch viel schöneres Märchenschloss bringt?
Thea: "Nein."
Ich: "Und wenn das Märchenschloss aus Schokolade ist?"

Pause. Pause. Pause.

Thea: "Nein."

Wir sind offensichtlich noch nicht so weit! Dann muss ich wohl das Schloss aus Schokolade selber essen.

Tuesday, 28 June 2011

Polititisch korrekte Einschaltquoten der Frauen WM

Nach meinem gestrigen Eintrag zur Frauen WM fühlte ich mich abends schlecht.

Wie kann gerade eine Frau all jene Vorurteile bestätigen, gegen die der Frauen-Fußball so bitter zu kämpfen hat? Wie konnte ich nur so sexistisch reagieren? Die Frauen wollen doch nur guten Fußball spielen und endlich für ihr ambitioniertes und technisch einwandfreies Spiel anerkannt werden.

Und was tue ich? Ich verliere mich in Gedanken an Mario Gomez. Das ist weder emanzipiert noch political correct. Als die Kinder im Bett waren, kramte ich mit schlechtem Gewissen die Deutschlandfahne raus, und setzte mich vor den Fernseher.

Flo: "Was machst du da?"
Ich: "Ich schaue Frauen WM."
Flo: "Die Spiele sind längst vorbei. Außerdem haben die Deutschen Frauen heute gar nicht gespielt."
Ich: "Ach."

Kein Wunder, dass die Frauen WM so niedrige Einschaltquoten hat. Frauen sind um diese Uhrzeit noch nicht fertig mit dem Haushalt und das Bier für die Männer ist noch nicht kalt.

Monday, 27 June 2011

Mario Gomez und die Frauen WM 2011

Man(n und Frau) kommt nicht an der Fußball Weltmeisterschaft der Frauen vorbei. Die Sportwelt, die Medien und ganz Deutschland gibt sich Mühe diesem Event genauso viel Aufmerksamkeit zu widmen, wie der WM der Männer 2010. Und zwar nicht nur der Diskussion über den Schnitt der Trikots und die Länge - bzw. Kürze - der Höschen.

Ich muss zugeben, dass ich lieber Männer-Fußball sehe. Das liegt aber nicht an der fehlenden Attraktivität des Outfits der Fußball-Damen. Sondern daran, dass ich lieber Männern beim Arbeiten, Schwitzen und Malochen zuschaue: Die wilden Blicke des Bastian Schweinsteiger vor dem entscheidenden Pass. Die sehnigen und muskulösen Arme des Arne Friedrich bei einem simplen Einwurf. Die Treffsicherheit eines Lukas Podolskis bei seinen 48 Tor... Doch am liebsten ist mir der stählerne Körper des durchtrainierten Mario Gomez, wenn er sich nach dem Sieg das schweißnasse Trikot vom Leib reißt. Warum gibts für diese sexy Geste eigentlich eine gelbe Karte? Das ist doch der absolute Höhepunkt eines jeden Spiels.

Aber, jetzt bin ich völlig vom Thema abgekommen. Ich finde durchaus, dass die Trikots noch kürzer, enger und figurbetonter sein könnten. Besonders das von Mario Gomez. Wie wärs mit durchsichtig? Oder am besten ganz oben ohne?!

Das wäre einfach ein Genuss.

Tuesday, 21 June 2011

Wolfgang Herrndorf: "Tschick"

Zwei durchgeknallte Teenies, die unterschiedlicher nicht sein können: Andrej Tschichatschowschick, 14 Jahre alt, Spitzname: Tschick, Außenseiter. Sohn russischer Assi-Familie. Hat es trotz täglicher Alkoholfahne von der Förderschule aufs Gymnasium geschafft. Niemanden interessiert was er macht. Maik Klingenberg. 14 Jahre alt. Spitzname Psycho. Außenseiter. Sohn einer bankrotten Unternehmer-Familie. Mutter in Entzugsklinik. Vater mit Geliebten auf "Dienstreise". Zwei Wochen alleine in einer Villa mit Pool.

Wolfgang Herrendorfs Buch "Tschick" ist die Abenteuer-Reise dieser Jungs, die eigentlich nur ein bisschen Freundschaft suchen und Spaß haben wollen. Viel Spaß hat man auch als Lesern, durch ihre frische, freche, witzige und manchmal auch vulgäre Sprache. Und nicht zuletzt durch diese außergewöhnliche Geschichte: Sommerferien. Ein geklautes Auto. Kein Führerschein, kein Ziel und überhaupt kein Orientierungssinn. Irgendwo nahe Berlin.

Allerdings macht das Buch die Mutter zweier Kinder auch ein bisschen nachdenklich. Einerseits: Wehe, meine Kinder stellen jemals solch einen kriminellen, gefährlichen und schwachsinnigen Unfug an! Anderseits: Will ich meinen Kindern wirklich solch ein schräges, aufregendes und tollkühnes Abenteuer verwehren?

Dann ist es mir lieber, wenn ich nicht alles erfahre, was meine Kinder anstellen. Denn glücklicher Weise endet nicht jedes Abenteuer vor dem Jugendgericht. Hoffentlich!

Saturday, 18 June 2011

Erwachende Sexualität

Als ich Thea heute die Windel wechselte, kam sie mir ständig mit ihren Fingern in die Quere. "Thea, nimm deine Finger weg," sagte ich und versuchte ihre Hände vom Po fern zu halten, "da ist alles voll Kacka!" Ich beeilte mich so sehr ich konnte, den Hintern zu wischen, denn ihre Hände fummelten ständig dazwischen.

Doch sie konnte es kaum erwarten, bis ich fertig war. "Mama, kann ich endlich?" fragte sie ungeduldig. "Ist ja gleich so weit!", sagt ich und versuchte mich gegen die neugierigen Fingerchen durchzusetzen. Als der Po endlich wieder sauber war, fragte Thea wieder: "Kann ich jetzt endlich?" Ich schüttelte ungläubig den Kopf. "Was willst du denn?"

"Na, ein bisschen fummeln." antwortete sie und steckte sich äußerst genussvoll die Finger in die Scheide.

Friday, 17 June 2011

Die Biomüll-Katastrophe von Goethes Faust

Gerade schüttelte ich mit heißem Bemühen den Inhalt unseres Biomülleimers in die stinkende Tonne. Dann passierte es.

Der Keramik-Müllbehälter stürzte zu Boden. Da stand ich nun, ich armer Thor, mit dem Henkel in der einen Hand, und dem Kohle-Filter-Deckel in der anderen, und war so klug als wie zu vor.

Werde ich jemals mit saurem Schweiß einen adäquaten Ersatz dafür finden?
Ich starrte zu den von Staub bedeckten roten Scherben. Das wollte mir schier das Herz verbrennen.

Es kann kein Hund so länger leben. Ob ich mir mit Geistes Kraft nun Schokolade stopf in meinen Mund?

Thursday, 16 June 2011

Freche Essgewohnheiten

Heute Abend waren meine Schwester und ihr Mann zu Besuch. Natürlich hatten sie eine Kleinigkeit für die Kinder dabei. Für Noah gab es ein Auto, und er war mit einem der vielfältigen Auto aus dem Cars-Film-Sortiment für den Rest des Abends vollkommen zufrieden. Thea bekam ein Lillifee-Malbuch und neue Bundstifte. Die Freude war auch bei ihr groß, allerdings forderte sie unbedingt die Mitarbeit meiner Schwester beim Ausmalen der wunderschönen Prinzessinnen-Zeichnung. Meine Schwester vertröstete sie auf "nach dem Abendessen".

Flo hatte Bruschetta gemacht und wir aßen mal wieder einen gesunden Salat mit Gurken, Tomaten, Paprika und ohne Sprossen. Noah hatte schnell sein Brot hinunter geschlungen, um sich möglichst schnell wieder seinem neuen Auto zu widmen. Thea saß geduldig bei uns am Tisch und rührte sie sich nicht von der Seite ihrer Tante. Die Erwachsenen hatten sich einiges zu erzählen, und wir ließen uns bei einer guten Flasche Wein, Kaffee und Schokolandentorte alle Zeit dabei.

Wir waren schon eine ganze Weile fertig mit essen, Thea saß nach wie vor still an der Seite ihrer Tante und wartete geduldig. Doch als sich meine Schwester das zweite Stück Schokoladen-Kuchen nahm, sah Thea ihre Tante entsetzt und ungläubig an. "Tante Klara", fragte sie, "ißt du immer noch?"

Und meine Schwester stellt schuldbewusst das Tortenstück zurück und ging endlich ihr Versprechen einlösen.