Wednesday, 18 April 2012

Der Marktwert von Mario Gomez

Wieder einmal hat Bayern München Real Madrid besiegt. Und das im Halbfinale der Champions League. Was für ein Spiel!

Und was für ein Mario Gomez! Ganz schön klever, das alles entscheidende Tor erst in der 90sten Minute zu schießen. So theatralisch und furios ist nur er.

Kein Wunder, dass der Marktwert von Mario Gomez bei 42 Millionen liegt.

Wenn ich im Lotto gewinne, kauf ich ihn mir.

Tuesday, 17 April 2012

Die Tupperware Profis

Ich war gestern auf meiner ersten Tupperparty.

All diese multifunktionellen Plastik-Produkte kennenzulernen, beeindruckte mich so sehr, dass ich für 139,98 Euro Geräte kaufte, die ich eigentlich nicht brauche.

Zuhause blätterte ich ungläubig den Katalog durch, um zu überprüfen, wie es zu dieser Summe kommen konnte. Und ich staunte nicht nur über die Preise, sondern auch über die äußerst ansprechenden Namen:  Wiener Walzer, Tafel-Perle, junge Welle... und plötzlich wusste ich, dass mein Kauf richtig war. In mir stieg ein romantisches Gefühl von Hunger und Wonne auf. Ich hatte große Lust heute Abend ein leckeres 3-Gänge-Menü für Florian und mich zu kochen. Dank der praktischen Geräte von Tupper, im Nu fertig.

Beim näheren Hinschauen, fiel mir allerdings auf, dass fast alle dieser multi-funktionellen Geräte, Männer sind: Quick-Chef, Turbo-Chef, Multi-Chef, Mahl-Chef, Knobi-Chef. Püriermeister, Sportfreund, Zackenkönig - und wenn man besonders engagiert ist, kauft man die Geräte gleich im Profi-Set.

Die einzige Frau, die es bei Tupper gibt, ist die Naschkatze. Empört über diesen Sexismus, beschloss ich, ab jetzt Tupperware zu boykottieren, und alle Geräte, die ich bestellt hatte, meiner Schwiegermutter zum Geburtstag zum schenken.

Als ich später neben Florian im Bett lag, verstand ich endlich, warum Tupperware bei so vielen Frauen beliebt ist. Wenn man(frau) schon im Bett keinen Profi hat, dann wenigstens einen Quick-Chef im Küchenschrank.

Nein Danke. Ich bleibe bei meinen Profi im Bett.

Monday, 9 April 2012

Die Krähenfüße der FDP

Seit Noah und Thea bis 15 Uhr im Kindergarten sind, habe ich viel Zeit, um mich ausgiebig im Spiegel anzuschauen. Am Freitag entdeckte ich mit Schrecken die ersten Falten an meinen Augen.

Ich fuhr sofort in die  Apotheke, um eine Augencreme zu kaufen. Die Apothekerin erkannte gleich die natürlichen Alterungserscheinungen, die bei Frauen ungefähr ab der Lebensmitte auftreten. Sie klärte mich darüber auf, dass es, aufgrund der reduzierten Regenerationsfähigkeit der Körperzellen, zu natürlichen Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise Krähenfüße oder einer Verlangsamung der geistigen Beweglichkeit, kommen kann.

Ich war schockiert. Nicht nur die unübersehbaren Verschleißerscheinungen an meinen Augen, sondern viel mehr die Tatsache, dass die Abnahme meiner geistigen Beweglichkeit schon begonnen hat, bevor ich einen Job gefunden habe, versetzte mich in einen Zustand der Bestürzung.

Wie gut, dass die Apothekerin sich wirklich mit meinen Problemen auskennt. Sie empfahl mir eine anti-aging Augencreme, mit den Wirkstoffen Hyaluronsäure und Retinol (und einem gesalzenen Preis), die meiner Haut garantiert ihre straffe Konsistenz bewahrt. Zusätzlich legte sie mir diskret eine Probe-Packung Ginseng-Lecithin Kapseln zur Sträkung der Gedächnis- und Leistungsfähigkeit in die Tasche.

Auf der Rückfahrt hörte ich im Radio einen Bericht über die verheerende Wahlschlappe der FDP im Saarland. Der Bericht hatte eine unbeschreiblich beruhigende Wirkung auf mich.

Schließlich habe ich nur ein paar Krähenfüße. Die FDP hingegen steckt schon mittendrin in ihrer tiefsten Midlife crisis.

Tuesday, 3 April 2012

Das Schweigen der Schafe

Gestern Abend um 20.31.

Thea: Ich kann nicht schlafen.
Ich: Mach die Augen zu und denk an was Schönes.
Thea: Aber ich muss dir unbedingt was sagen.

Ich (gehe ins Zimmer): Was willst du mir denn sagen?
Thea (sitzt aufrecht im Bett): Die Schafe, sie sind über den Zaun gesprungen.
Ich (setze mich zu ihr): Welche Schafe?
Thea: Na, die Schafe.
Ich: Ach so, die.

Thea: Ja, sie sind über den Zaun gesprungen und jetzt gehen sie den Weg entlang, und halten sich an den Händen, und dann gehen sie den Berg hinauf, und dort ist eine Bäckerei, und dann gehen sie hinein, und dann kaufen sie für jeden einen Schokoladen-Donat, und dann gehen sie wieder hinaus, und dann setzen sie sich auf eine Bank, und dann essen sie die Donats, und der eine hat keinen Platz auf der Bank, weil ihm der Donat nicht schmeckt, und dann gibt er ihm seinem Vater, und dann gehen sie den Berg wieder herunter, und dort ist ein Bauernhof, und dann...
Ich:  ...legen sie sich in den Stall und machen die Augen zu, und dann sind sie ganz still und schlafen alle ein.
Thea: Ja, genau.

Und dann macht sie die Augen zu, und dann ist sie ganz still und dann schläft sie ein

Sunday, 1 April 2012

Erdbeeren im April

Heute Morgen rief ganz überraschend eine alte Schulfreundin an. Da wir uns lange nicht mehr gesehen hatten, hatten wir uns viel zu erzählen. Dementsprechend lang dauerte das Telefonat.

In der Zwischenzeit kocht Florian mit den Kindern das Mittagessen. Als es fertig war, musste ich nach anderthalb Stunden das Gespräch beenden.

Die drei hatten Nudeln mit Tomaten-Soße gekocht und ich setzte mich an den fertig gedeckten Tisch. Es herrschte verdächtige Stille und Thea und Noah futterten eifrig die Nudeln. Ich wunderte mich ein bisschen über ihren Heißhunger, doch ich führte es darauf zurück, dass ein selbstgekochtes Essen immer besonders gut schmeckt.

Nach dem Essen halfen beide freiwillig beim Abräumen des Tisches. Spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen. Sogar einen Nachtisch hatten sie vorbeitet. Es gab für jeden ein Schälchen mit gezuckerten Erdbeeren. Noah und Thea kamen mit ihren Schälchen aus der Küche zurück und Florian brachte mir meins. Als wir alle wieder am Tisch saßen, herrschte seltsame Stille. Noah und Thea beugten sich über in ihre Schälchen und sahen verstohlen zu mir rüber. Florian steckte sich grinsend eine Erbeere in den Mund.

Nichts ahnend spießte ich eine dicke Erdbeere auf, die mit besonders viel Zucker bestreut war, und nahm sie genießerisch in den Mund.

Doch als ich sie auf der Zunge war, zog sich in meinem Mund alles zusammen. Jetzt wusste ich, warum so eine verdächtige Stille beim Essen geherrscht hatte.

Meine Erdbeeren war nicht mit Zucker sondern mit Salz bestreut.

April, April!

Tuesday, 27 March 2012

Wahre Liebe

Gestern ist Florian von einer längeren Dienstreise zurück gekommen. Als die Kinder im Bett waren, freuten wir uns auf einen gemütlichen Abend.

Florian holte sich ein Bier und eine Tüte Chips aus der Küche. Dann lies er sich geschafft aufs Sofa fallen und machte den Fernseher an. Ich sah ihn von der Seite an und dachte über das Verhältnis von Ehemännern und Ehefrauen nach.

Wenn Frauen abends alleine sind, trinken sie ein Schlückchen Wein, schauen im Fernsehn einen Liebesfilm und essen Schokolade.

Wenn ihre Ehemänner zu Hause sind, sitzen Frauen neben ihnen auf dem Sofa und schauen zufrieden mit ihnen Fußball. Sie trinken statt Wein Bier, essen Chips statt Schokolade und der leichte Geruch von Schweiß macht ihnen überhaubt nichts aus.

Und rülpsen und furzen muss jeder mal. Ja, das ist wahre Liebe.

Wednesday, 21 March 2012

Nognog und Maugmaug

Florian ist auf Dienstreise. Wie immer herrscht beim ins Bett-gehen Chaos. Noah ist verschwunden. Thea rennt kreischend hin und her.

Ich sitze auf dem Boden mit Theas türkisfarbenen Schlafanzug in der Hand und starre das grüne Entchen mit gelben Riesenschnabel an.

Grüne Ente mit gelbem Riesen-Schnabel: Nagnag, Thea, nagnag, ich bin so müde, nagnag. Willst du mich nicht endlich anziehen, nagnag, dann können wir zusammen kuscheln.

Thea kommt sofort zu mir gelaufen.
Thea: Na klar.

Und sie streichelt liebevoll das gelbe Entchen auf dem türkisfarbenen Pyjama, zieht sich an und kriecht ins Bett.

Ich hab gar keine Zeit mich zu wundern, denn wie aus dem Nichts taucht Noah auf, reißt die Schranktüre auf und holt seinen blauen Schlafanzug heraus, auf dem eine graue Ratte mit Augenklappe ist.

Noah: Hallo Maungmaung, du mussst nicht traurig sei. Maungmaung, ich bin ja jetzt da.

Er streift den Schlafanzug über, umarmt sich selbst und die grauen Ratte auf seinem Bauch und schlüpft unter die Bettdecke.

Wie gut, dass Kinder so eine blühende Phantasie haben.

Tuesday, 6 March 2012

Die Sache mit Christian Wulff und meiner Tochter

Die Gemeinsamkeiten zwischen Christian Wulff und meiner Tochter nehmen nicht ab. Wulff hat sein hartnäckig verteidigtes Amt als Bundespräsident endlich aufgegeben und Thea ihren Schnuller.

Leider hat sie von der Schnullerfee nur das Prinzessinnen Schloss von Playmobil bekommen. Der Ehrensold von Christian Wulff wäre mir lieber gewesen.

Friday, 2 March 2012

Das verflixte dritte Jahr

Vor ungefähr einem halben Jahr traf ich im Supermarkt eine alte Bekannte meiner Mutter. Seit Jahren nicht mehr gesehen, wußte sie nichts von meinem Beitrag zur Verbesserung der Geburtenrate in Deutschland. Nun war sie überaus entzückt von Thea.

Alte Frau (tätschelt Thea den Kopf): Wie heißt du denn?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie heißt Thea.

Alte Frau (zwickt sie in die Backe): Und wie alt bist du?
Thea: Keine Antwort.
Ich: Sie ist zwei.
Thea (schaut empört von einer zur anderen und faucht): Ich bin zwei und halb!

Als wir den Supermarkt verließen, lobte ich Thea dafür, dass sie der alten Frau so pfiffig gekontert hatte. Und Thea war so stolz, dass sie fortan zwei-und-halb Jahre alt blieb - bis zu ihrem dritten Geburtstag.

Gestern war es nun soweit, das zwei-und-halbte Jahr war vorbei. Stolz streckte sie jedem, der ihr über den Weg lief ihre Hand entgegen.

Thea: Ich bin drei Jahre alt.

Und zu sehen waren vier Finger.

Thursday, 1 March 2012

Im Gedenken an Whitney Houston

Das letzte Foto von Whitney Houston (siehe: news.at): "So sah sie im Sarg aus".

Stimmt, auch in meinem Albtraum.

Aber das Foto ist nicht von mir. Als Sargträger hat man leider keinen Fotoapparat dabei.