Der Termin mit meinem Berater vom Integrationsfachdienst war wie für die Katz.
Ich hatte ihm ein Anschreiben für eine Bewerbung mitgebracht, die ich noch ein bisschen mit ihm besprechen wollte. Aber er hat sie einfach schnell gelesen und ok gesagt. Das ging so schnell, dass ich vergessen hatte, was ich eigentlich fragen wollte. Das hätte ich mir auch sparen können.
Danach haben wir wieder eine Stunde lange Stellenanzeigen angeschaut und nichts wirklich Gutes gefunden. Entweder wird Fachwissen oder Ausbildung gefordert oder es ist in Vollzeit - oder beides. Ich kann es kaum glauben, dass das die einzige Hilfe ist, die ich vom Integrationsfachdienst bekomme. Keine Tipps und Tricks, keine Suche nach Stellen für Schwerbehinderte, keine Hilfe zum Anschreiben.
Hinterher hätte ich am liebsten eine geraucht. Dann bin ich seit langem mal wieder an der Buchhandlung vorbei gelaufen und habe im Fenster oben eine ehemalige Kollegin gesehen. Mir kamen einfach die Tränen.
Es war so schön dort und es ist so schade, dass es nicht geklappt hat. Jetzt muss ich irgendeine Arbeit annehmen und ich habe noch nicht mal eine Perspektive. So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt.
Aus lauter Frust habe ich mir eine 300 g Tafel Milka Nussnougat gekauft. Schmeckt besser als Zigaretten...
Friday, 29 May 2015
Wednesday, 27 May 2015
Neue Zeit - alte Zeit
Ich fühle mich nicht wohl. Es ist zwar toll im neuen Haus zu wohnen, aber es ist immer noch erhebliches Chaos. Wir müssen noch so viel tun - nicht nur im neuen sondern auch im slten Haus - und ich habe das Gefühl, ich schaffe gar nichts.
Gleich habe ich ein Gespräch bei meinem Berater vom Integrationsfachdienst. Unser letztes Gespräch war merkwürdig. Wir haben im Internet nach Jobangeboten für mich gesucht. Zum Schluss hatte er mir vier ausgedruckt und gesagt ich soll Bewerbungen schreiben.
Durch den Umzug habe ich das einfach nicht geschafft. Jetzt fühle ich mich komisch dahin zu gehen. Vor allem weil ich nicht will, dass denkt, dass ich kein Interesse an der Jobssuche habe.
Nein, es ist das genaue Gegenteil. Ich will mich auch am Abbezahlen des Kredits beteiligen! Und wir haben noch viele Sachen nicht erledigt. Der Garten ist zum Beispiel noch nicht gemacht. Ein schöner Garten, mit Terrasse und Markise, Blumenbeet und Gartenzaun ist teuer und wir haben ihn noch lange nicht geplant.
Außerdem haben wir eine Zusage für die Schulkindbetreuung von Thea bekommen. Denn sie kommt nächstes Jahr in die erste Klasse. Unglaublich wue schnell die Zeit vergeht! Die Zusage ist einerseits sehr positiv, denn ohne die Betreuung hätte ich keine Chance zu arbeiten. Aber das kostet auch Geld und wenn ich bis dahin noch keinen Job habe ist es nicht nur ein schlechtes Gewissen, dass ich die Kinder"abschiebe", sondern auch eine finanzielle Belastung.
Ich fühle mich unter Druck. Ich möchte unbedingt arbeiten, aber ich weiß einfach nicht wie ich das hinkriegen soll.
Gleich habe ich ein Gespräch bei meinem Berater vom Integrationsfachdienst. Unser letztes Gespräch war merkwürdig. Wir haben im Internet nach Jobangeboten für mich gesucht. Zum Schluss hatte er mir vier ausgedruckt und gesagt ich soll Bewerbungen schreiben.
Durch den Umzug habe ich das einfach nicht geschafft. Jetzt fühle ich mich komisch dahin zu gehen. Vor allem weil ich nicht will, dass denkt, dass ich kein Interesse an der Jobssuche habe.
Nein, es ist das genaue Gegenteil. Ich will mich auch am Abbezahlen des Kredits beteiligen! Und wir haben noch viele Sachen nicht erledigt. Der Garten ist zum Beispiel noch nicht gemacht. Ein schöner Garten, mit Terrasse und Markise, Blumenbeet und Gartenzaun ist teuer und wir haben ihn noch lange nicht geplant.
Außerdem haben wir eine Zusage für die Schulkindbetreuung von Thea bekommen. Denn sie kommt nächstes Jahr in die erste Klasse. Unglaublich wue schnell die Zeit vergeht! Die Zusage ist einerseits sehr positiv, denn ohne die Betreuung hätte ich keine Chance zu arbeiten. Aber das kostet auch Geld und wenn ich bis dahin noch keinen Job habe ist es nicht nur ein schlechtes Gewissen, dass ich die Kinder"abschiebe", sondern auch eine finanzielle Belastung.
Ich fühle mich unter Druck. Ich möchte unbedingt arbeiten, aber ich weiß einfach nicht wie ich das hinkriegen soll.
Saturday, 23 May 2015
Die erträglichen Besonderheiten der Maria M.
Am Dienstag war ich in Bremen. Es war ein komischer Tag, plötzlich losgerissen
aus dem Umzugs-Chaos, und sehr anstrengend, mit ganz vielen
unangenehmen Untersuchungen an beiden Augen. Aber irgendwie auch ganz
nett, was ganz anderes als Stress.
Bremen
ist eine interessante Stadt, schöne alte Häuser, viele
heruntergekommene Menschen, kalt und windig. Doch wenn man eine
positive Untersuchung hinter sich hat, ist auch das was man sich
hinterher anschaut, positiv. Selbst der Regen, der mich erwischt hat.
Ich war
in der Augenklinik und hatte mir noch einmal mein linkes Auge
untersuchen lassen. Es ist geblieben wie es im April war. Ich habe
keine epiretinale Gliose. Aber das Häutchen, das sich
glücklicherweise von selbst von der Netzhaut gelöst hatte, schwimmt
immer noch im Auge herum und das merke ich natürlich auch. Der Arzt
sagt, es hat sich ein klitzekleines bisschen verringert, aber ich
sehe keine Veränderung auf dem Bildschirm und merke auch keine
Verbesserung in meiner Sichtweise. Doch wenn er das sagt, muss ich es
ja wohl glauben. Und er sagt auch, dass ich immer noch ganz gute
Chancen habe, dass es noch ein bisschen geringer wird, oder
wenigstens absinkt und nicht mehr in der Augenmitte herum schwimmt.
Ich
hatte es mir ein bisschen positiver erhofft, aber es ist wie es ist,
und wenigstens ist es nicht schlimmer als letztes Mal. Da muss ich
wohl einfach noch ein bisschen Geduld haben und hoffen, dass ich
vielleicht irgendwann nichts mehr merke.
Ein
bisschen bedenklicher ist das kleine Teil vom linken Auge, das sie
das letzte Mal dort gefunden hatten. Es war nicht klar, was genau es
ist, der Arzt sagte, es könnte vielleicht die Folge vom Lasern sein.
Aber mein normaler Augenarzt sagte, dass er mich auf dem linken Auge
nicht gelasert hat. Nur am rechten Auge. Ehrlich gesagt kann mich
irgendwie gar nicht mehr daran erinnern.
Aber
eigentlich dachte ich schon, dass ich an beiden Augen gelasert wurde.
Doch bei einem anderen Augenarzt war ich vor der Operation nicht, und
vor lauter Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten kann ich mich
nicht mehr genau daran erinnern, ob es nur ein Auge, oder beide Augen
waren, die gelasert wurden. Der Arzt sagte heute, es kann auch
einfach nur eine kleine Anomalie, ein Hämatom, ein
Dingsbums-Schnickschnack, ein Irgendetwas... man weiß es einfach
nicht. Aber egal was, wenn es so bleibt wie es jetzt ist, ist es
nicht schlimm. Es muss einfach weiterhin untersucht werden und ich
muss mich damit abfinden.
Und das
mache ich auch, denn inzwischen bin ich es gewöhnt. So ist es halt
bei mir. Ich bin kein Null-Acht-Fünfzehn Mensch! Ich habe ganz viele
Besonderheiten, im Gehirn, in der Niere, im Herzen und jetzt auch
noch im Auge.
Da muss ich doch stolz auf mich sein!
Ich bin was ganz Besonderes – zumindest medizinisch gesehen.
Da muss ich doch stolz auf mich sein!
Ich bin was ganz Besonderes – zumindest medizinisch gesehen.
Tuesday, 19 May 2015
Geschafft
Der Umzug ist überstanden. Es war ganz schön anstrengend und chaotisch. Aber im Wesentlichen ist alles gut gelaufen.
Das Umzugsunternehmen kam eine Dreiviertelstunde zu spät. Aber es waren acht Personen und in vier Stunden war alles erledigt. Gepackt hatte ich fast alles selbst, mit ein bisschen Hilfe von meiner Mutter, und Florian hatte die Technik-Dinge übernommen. Eigentlich wollte ich die Kartons alle zählen, aber dazu bin ich nicht gekommen. Über Ebay Kleinanzeigen hatten wir 56 Stück gekauft, am Tag vor dem Umzug hatte Florian noch 15 aus einem Baumarkt geholt und im Keller hatten wir vom letzten Umzug noch einige Kartons behalten. Die Vorstellung, diese ganzen Kartons und Regale und Betten und Schränke und Tische selber demontieren und packen und schleppen und stapeln und wieder montieren, bringt mich jetzt noch ins Schwitzen. Ich bin froh, dass mein Schwiegervater sich erbarmt hatte und uns das Umzugsunternehmen spendiert hatte. Und ich bin auch sehr dankbar, dass meine Eltern uns beim Umzug geholfen haben.
Jetzt sind fast alle Kartons ausgepackt, Zimmer eingerichtet, Schränke eingeräumt, Regale einsortiert. Eine Klobrille fehlt, die Fußbodenheizung funktioniert nicht, die Küche ist noch nicht fertig und die Dachfensterrollos sind noch nicht montiert.
Aber egal. In der Küche funktioniert alles, die Kinderzimmer sind schön und das Wohnzimmer ist gemütlich.
Und an ein Klo ohne Klobrille kann ich mich auch noch gewöhnen. Hauptsache die Spülung geht!
Friday, 8 May 2015
Countdown
Ich bin müde. Es ist eine sehr anstrengende Zeit.
Mein EEG verlief ganz gut. Ich habe keine epileptischen Potentiale. Aber auf beiden Seiten sind einige Nervenbahnen verlangsamt. Das ist nicht normal, aber das war auch vor der OP ab und zu so, und das kann man sich nicht erklären. Natürlich kommt in diesen Situationen die Angst in mir hoch: mein Gehirn ist eigentlich entzündet, ich habe einige Flecken auf der linken Gehirnhälfte, die Nervenbahnen sind verlangsamt. Dass es mir gut geht, ist fast unglaublich. Hoffentlich bleibt das so! Ganz lange! Doch wenn ich daran denke, habe ich Angst.
Wie gut, dass ich im Moment so viel Ablenkung habe. Im Haus ist noch jede Menge zu tun. Im Bad musste ein Teil von der Badewanne aus der Wand ausgetauscht werde, also wurde die Treppenwand auf der anderen aufgebohrt. Ein riesen Loch, genau an der Wand, die Florian vorgestern gestrichen hatte. Jetzt muss erstmal das Loch wieder gestopft werden und dann muss noch einmal gestrichen werden. Wieso haben sie uns noch nicht mal angerufen und es uns gesagt? Die Küche ist immer noch nicht fertig. Der Küchenbauer war da, hat sich alles angeschaut und mit uns alles genaustens besprochen. Heute kommt ein neuer Plan, in dem wieder zwei Dinge nicht stimmen. Da steht wieder, dass der Trockenbauer den Schrank befestigen soll. Aber besprochen hatten wir doch, dass dieser wichtige Schrank vom Küchenbauer befestigt werden muss, bevor der Trockenbauer den Rest machen kann. Das hatten wir doch eigentlich in diesem Gespräch geklärt. Wieso ist das jetzt immer noch unklar?
Außerdem sind Noah und Thea schräg drauf. Sie sind ziemlich hin und her gerissen, einerseits ist das neue Haus sehr schön und in der neuen Nachbarschaft wohnen auch einige Schulkameraden von Noah und Theas Freunde aus dem Kindergarten. Anderseits sind sie auch sehr traurig. Sie wollen nicht von den alten Freunden weg und sie brauchen keine neuen Zimmer, kein neues Haus, das sie nicht kennen.
Thea beschwert sich, dass wir so wenig Zeit für sie haben, schon so lange nicht mehr Oma und Opa besucht haben, nichts mehr unternommen haben, dass Florian immer im Haus arbeitet und nicht beim Abendessen und beim ins Bett gehen dabei ist. Ich versuche mir Zeit für sie zu nehmen, mit ihnen was spielen, was mit ihnen zu unternehmen. Aber Noah sagt zu allem immer "nein". Und sein neues Zimmer ist langweilig, der Teppich langweilig, die blaue Wand langweilig, das bunte Dachrollo langweilig.
Wir müssen durchhalten. Noch sechs Tage, dann ziehen wir um. Dann wird es hoffentlich wieder ruhiger und gemütlich und wohnlich und schön.
Mein EEG verlief ganz gut. Ich habe keine epileptischen Potentiale. Aber auf beiden Seiten sind einige Nervenbahnen verlangsamt. Das ist nicht normal, aber das war auch vor der OP ab und zu so, und das kann man sich nicht erklären. Natürlich kommt in diesen Situationen die Angst in mir hoch: mein Gehirn ist eigentlich entzündet, ich habe einige Flecken auf der linken Gehirnhälfte, die Nervenbahnen sind verlangsamt. Dass es mir gut geht, ist fast unglaublich. Hoffentlich bleibt das so! Ganz lange! Doch wenn ich daran denke, habe ich Angst.
Wie gut, dass ich im Moment so viel Ablenkung habe. Im Haus ist noch jede Menge zu tun. Im Bad musste ein Teil von der Badewanne aus der Wand ausgetauscht werde, also wurde die Treppenwand auf der anderen aufgebohrt. Ein riesen Loch, genau an der Wand, die Florian vorgestern gestrichen hatte. Jetzt muss erstmal das Loch wieder gestopft werden und dann muss noch einmal gestrichen werden. Wieso haben sie uns noch nicht mal angerufen und es uns gesagt? Die Küche ist immer noch nicht fertig. Der Küchenbauer war da, hat sich alles angeschaut und mit uns alles genaustens besprochen. Heute kommt ein neuer Plan, in dem wieder zwei Dinge nicht stimmen. Da steht wieder, dass der Trockenbauer den Schrank befestigen soll. Aber besprochen hatten wir doch, dass dieser wichtige Schrank vom Küchenbauer befestigt werden muss, bevor der Trockenbauer den Rest machen kann. Das hatten wir doch eigentlich in diesem Gespräch geklärt. Wieso ist das jetzt immer noch unklar?
Außerdem sind Noah und Thea schräg drauf. Sie sind ziemlich hin und her gerissen, einerseits ist das neue Haus sehr schön und in der neuen Nachbarschaft wohnen auch einige Schulkameraden von Noah und Theas Freunde aus dem Kindergarten. Anderseits sind sie auch sehr traurig. Sie wollen nicht von den alten Freunden weg und sie brauchen keine neuen Zimmer, kein neues Haus, das sie nicht kennen.
Thea beschwert sich, dass wir so wenig Zeit für sie haben, schon so lange nicht mehr Oma und Opa besucht haben, nichts mehr unternommen haben, dass Florian immer im Haus arbeitet und nicht beim Abendessen und beim ins Bett gehen dabei ist. Ich versuche mir Zeit für sie zu nehmen, mit ihnen was spielen, was mit ihnen zu unternehmen. Aber Noah sagt zu allem immer "nein". Und sein neues Zimmer ist langweilig, der Teppich langweilig, die blaue Wand langweilig, das bunte Dachrollo langweilig.
Wir müssen durchhalten. Noch sechs Tage, dann ziehen wir um. Dann wird es hoffentlich wieder ruhiger und gemütlich und wohnlich und schön.
Tuesday, 5 May 2015
Ist das alles?
Heute hatte ich meinen Termin beim Integrationsfachdienst. Das einzige was wir gemacht haben war in der Homepage vom Arbeitsamt nach Stellenanzeigen suchen. Eine Stunde lang. Zum Schluss hat er mir fünf Stellenanzeigen ausgedruckt und mir einen neuen Termin in drei Wochen gegeben.
Das ist doch keine Hilfe! Im Internet nach Stellen recherchieren und drucken kann ich auch zu Hause, da muss ich doch nicht eine dreiviertel Stunde Bus fahren. Und was machen wir dann im nächsten Termin? Muss ich bis dahin für alle Stellen Bewerbungen geschrieben haben? Die Stellen sind auch nicht wirklich tolle Jobs.
Ich bin enttäuscht, bisher hatte ich das Gefühl, dass er sich individuell für mich einsetzt. Also wirklich auch Stellen für Schwerbehinderte raussucht, vielleicht eine "Insider-Suche" machen kann, auch intensiveren Kontakt hat. Davon habe ich nichts gemerkt.
Und so fühlte es sich nicht an. Jetzt fühle ich mich unter Druck gesetzt. Muss ich wirklich für alle fünf Stellen eine Bewerbung schreiben?
Ob ich das in drei Wochen schaffe, wenn wir in der Zeit auch noch mit Hausbau und Umzug beschäftigt sind, ist fraglich.
Das ist doch keine Hilfe! Im Internet nach Stellen recherchieren und drucken kann ich auch zu Hause, da muss ich doch nicht eine dreiviertel Stunde Bus fahren. Und was machen wir dann im nächsten Termin? Muss ich bis dahin für alle Stellen Bewerbungen geschrieben haben? Die Stellen sind auch nicht wirklich tolle Jobs.
Ich bin enttäuscht, bisher hatte ich das Gefühl, dass er sich individuell für mich einsetzt. Also wirklich auch Stellen für Schwerbehinderte raussucht, vielleicht eine "Insider-Suche" machen kann, auch intensiveren Kontakt hat. Davon habe ich nichts gemerkt.
Und so fühlte es sich nicht an. Jetzt fühle ich mich unter Druck gesetzt. Muss ich wirklich für alle fünf Stellen eine Bewerbung schreiben?
Ob ich das in drei Wochen schaffe, wenn wir in der Zeit auch noch mit Hausbau und Umzug beschäftigt sind, ist fraglich.
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