Wir brauchen keine Bilderbücher mehr. Seit neustem schaut Thea nämlich beim Vorlesen nicht mehr die Bilder an, sondern mich. Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, habe ich erfahren warum.
Nachdem der Maulwurf einem Hundehaufen auf dem Kopf bekommen hat, macht er sich auf die Suche nach dem Übeltäter. Er trifft eine Taube, ein Pferd, einen Hase, eine Ziege, eine Kuh und ein Schwein, alle zeigen ihm, wie ihre Scheiße aussieht. Schlußendlich identifizieren zwei Fliegen die Scheiße auf seinem Kopf als Hundekacke. Und der kleine Maulwurf macht sich auf, sich am Hund zu rächen...
Ein tolles Buch! Witzig, originell und pädagogisch äußerst wertvoll: Endlich einmal ein Buch, das sich mit dem Kinderlieblingsthema Scheiße befasst! Endlich kann man guten Gewissens Scheiße sagen! Endlich kann man ganz offen über Scheiße sprechen! Endlich kann man sich Hundescheiße, Vogelscheiße, Pferdeäpfel, Hasenscheiße, Ziegenköttel, Kuhfladen und Schweinescheiße ganz in Ruhe anschauen. Aber Thea schaute lieber mich an.
Ich: Thea, was ist los? Gefällt dir das Buch nicht?
Thea: Doch.
Ich: Warum schaust du dann immer nur mich an?
Thea: Ich mag dich halt.
Gut zu wissen.
Monday, 30 April 2012
Monday, 23 April 2012
Der Stand der Dinge
Telefongespräch heute morgen um 11.24 Uhr.
Ich: Hallo?
Stimme am Telefon: Schönen guten Tag, spreche ich mit Frau Claudia M.?
Ich: Nein, hier gibt es keine Frau Claudia M.
Stimme am Telefon: Aha, und wer sind sie?
Nicht die Frau Claudia M.: Ich bin Frau Maria M. Die Frau von Florian M. und ich wohne hier.
Stimme am Telefon: Oh, dann bin ich wohl nicht auf dem neuesten Stand.
Hauptsache ich bin auf dem neusten Stand!?
Ich: Hallo?
Stimme am Telefon: Schönen guten Tag, spreche ich mit Frau Claudia M.?
Ich: Nein, hier gibt es keine Frau Claudia M.
Stimme am Telefon: Aha, und wer sind sie?
Nicht die Frau Claudia M.: Ich bin Frau Maria M. Die Frau von Florian M. und ich wohne hier.
Stimme am Telefon: Oh, dann bin ich wohl nicht auf dem neuesten Stand.
Hauptsache ich bin auf dem neusten Stand!?
Wednesday, 18 April 2012
Der Marktwert von Mario Gomez
Wieder einmal hat Bayern München Real Madrid besiegt. Und das im Halbfinale der Champions League. Was für ein Spiel!
Und was für ein Mario Gomez! Ganz schön klever, das alles entscheidende Tor erst in der 90sten Minute zu schießen. So theatralisch und furios ist nur er.
Kein Wunder, dass der Marktwert von Mario Gomez bei 42 Millionen liegt.
Wenn ich im Lotto gewinne, kauf ich ihn mir.
Und was für ein Mario Gomez! Ganz schön klever, das alles entscheidende Tor erst in der 90sten Minute zu schießen. So theatralisch und furios ist nur er.
Kein Wunder, dass der Marktwert von Mario Gomez bei 42 Millionen liegt.
Wenn ich im Lotto gewinne, kauf ich ihn mir.
Tuesday, 17 April 2012
Die Tupperware Profis
Ich war gestern auf meiner ersten Tupperparty.
All diese multifunktionellen Plastik-Produkte kennenzulernen, beeindruckte mich so sehr, dass ich für 139,98 Euro Geräte kaufte, die ich eigentlich nicht brauche.
Zuhause blätterte ich ungläubig den Katalog durch, um zu überprüfen, wie es zu dieser Summe kommen konnte. Und ich staunte nicht nur über die Preise, sondern auch über die äußerst ansprechenden Namen: Wiener Walzer, Tafel-Perle, junge Welle... und plötzlich wusste ich, dass mein Kauf richtig war. In mir stieg ein romantisches Gefühl von Hunger und Wonne auf. Ich hatte große Lust heute Abend ein leckeres 3-Gänge-Menü für Florian und mich zu kochen. Dank der praktischen Geräte von Tupper, im Nu fertig.
Beim näheren Hinschauen, fiel mir allerdings auf, dass fast alle dieser multi-funktionellen Geräte, Männer sind: Quick-Chef, Turbo-Chef, Multi-Chef, Mahl-Chef, Knobi-Chef. Püriermeister, Sportfreund, Zackenkönig - und wenn man besonders engagiert ist, kauft man die Geräte gleich im Profi-Set.
Die einzige Frau, die es bei Tupper gibt, ist die Naschkatze. Empört über diesen Sexismus, beschloss ich, ab jetzt Tupperware zu boykottieren, und alle Geräte, die ich bestellt hatte, meiner Schwiegermutter zum Geburtstag zum schenken.
Als ich später neben Florian im Bett lag, verstand ich endlich, warum Tupperware bei so vielen Frauen beliebt ist. Wenn man(frau) schon im Bett keinen Profi hat, dann wenigstens einen Quick-Chef im Küchenschrank.
Nein Danke. Ich bleibe bei meinen Profi im Bett.
All diese multifunktionellen Plastik-Produkte kennenzulernen, beeindruckte mich so sehr, dass ich für 139,98 Euro Geräte kaufte, die ich eigentlich nicht brauche.
Zuhause blätterte ich ungläubig den Katalog durch, um zu überprüfen, wie es zu dieser Summe kommen konnte. Und ich staunte nicht nur über die Preise, sondern auch über die äußerst ansprechenden Namen: Wiener Walzer, Tafel-Perle, junge Welle... und plötzlich wusste ich, dass mein Kauf richtig war. In mir stieg ein romantisches Gefühl von Hunger und Wonne auf. Ich hatte große Lust heute Abend ein leckeres 3-Gänge-Menü für Florian und mich zu kochen. Dank der praktischen Geräte von Tupper, im Nu fertig.
Beim näheren Hinschauen, fiel mir allerdings auf, dass fast alle dieser multi-funktionellen Geräte, Männer sind: Quick-Chef, Turbo-Chef, Multi-Chef, Mahl-Chef, Knobi-Chef. Püriermeister, Sportfreund, Zackenkönig - und wenn man besonders engagiert ist, kauft man die Geräte gleich im Profi-Set.
Die einzige Frau, die es bei Tupper gibt, ist die Naschkatze. Empört über diesen Sexismus, beschloss ich, ab jetzt Tupperware zu boykottieren, und alle Geräte, die ich bestellt hatte, meiner Schwiegermutter zum Geburtstag zum schenken.
Als ich später neben Florian im Bett lag, verstand ich endlich, warum Tupperware bei so vielen Frauen beliebt ist. Wenn man(frau) schon im Bett keinen Profi hat, dann wenigstens einen Quick-Chef im Küchenschrank.
Nein Danke. Ich bleibe bei meinen Profi im Bett.
Monday, 9 April 2012
Die Krähenfüße der FDP
Seit Noah und Thea bis 15 Uhr im Kindergarten sind, habe ich viel Zeit, um mich ausgiebig im Spiegel anzuschauen. Am Freitag entdeckte ich mit Schrecken die ersten Falten an meinen Augen.
Ich fuhr sofort in die Apotheke, um eine Augencreme zu kaufen. Die Apothekerin erkannte gleich die natürlichen Alterungserscheinungen, die bei Frauen ungefähr ab der Lebensmitte auftreten. Sie klärte mich darüber auf, dass es, aufgrund der reduzierten Regenerationsfähigkeit der Körperzellen, zu natürlichen Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise Krähenfüße oder einer Verlangsamung der geistigen Beweglichkeit, kommen kann.
Ich war schockiert. Nicht nur die unübersehbaren Verschleißerscheinungen an meinen Augen, sondern viel mehr die Tatsache, dass die Abnahme meiner geistigen Beweglichkeit schon begonnen hat, bevor ich einen Job gefunden habe, versetzte mich in einen Zustand der Bestürzung.
Wie gut, dass die Apothekerin sich wirklich mit meinen Problemen auskennt. Sie empfahl mir eine anti-aging Augencreme, mit den Wirkstoffen Hyaluronsäure und Retinol (und einem gesalzenen Preis), die meiner Haut garantiert ihre straffe Konsistenz bewahrt. Zusätzlich legte sie mir diskret eine Probe-Packung Ginseng-Lecithin Kapseln zur Sträkung der Gedächnis- und Leistungsfähigkeit in die Tasche.
Auf der Rückfahrt hörte ich im Radio einen Bericht über die verheerende Wahlschlappe der FDP im Saarland. Der Bericht hatte eine unbeschreiblich beruhigende Wirkung auf mich.
Schließlich habe ich nur ein paar Krähenfüße. Die FDP hingegen steckt schon mittendrin in ihrer tiefsten Midlife crisis.
Ich fuhr sofort in die Apotheke, um eine Augencreme zu kaufen. Die Apothekerin erkannte gleich die natürlichen Alterungserscheinungen, die bei Frauen ungefähr ab der Lebensmitte auftreten. Sie klärte mich darüber auf, dass es, aufgrund der reduzierten Regenerationsfähigkeit der Körperzellen, zu natürlichen Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise Krähenfüße oder einer Verlangsamung der geistigen Beweglichkeit, kommen kann.
Ich war schockiert. Nicht nur die unübersehbaren Verschleißerscheinungen an meinen Augen, sondern viel mehr die Tatsache, dass die Abnahme meiner geistigen Beweglichkeit schon begonnen hat, bevor ich einen Job gefunden habe, versetzte mich in einen Zustand der Bestürzung.
Wie gut, dass die Apothekerin sich wirklich mit meinen Problemen auskennt. Sie empfahl mir eine anti-aging Augencreme, mit den Wirkstoffen Hyaluronsäure und Retinol (und einem gesalzenen Preis), die meiner Haut garantiert ihre straffe Konsistenz bewahrt. Zusätzlich legte sie mir diskret eine Probe-Packung Ginseng-Lecithin Kapseln zur Sträkung der Gedächnis- und Leistungsfähigkeit in die Tasche.
Auf der Rückfahrt hörte ich im Radio einen Bericht über die verheerende Wahlschlappe der FDP im Saarland. Der Bericht hatte eine unbeschreiblich beruhigende Wirkung auf mich.
Schließlich habe ich nur ein paar Krähenfüße. Die FDP hingegen steckt schon mittendrin in ihrer tiefsten Midlife crisis.
Tuesday, 3 April 2012
Das Schweigen der Schafe
Gestern Abend um 20.31.
Thea: Ich kann nicht schlafen.
Ich: Mach die Augen zu und denk an was Schönes.
Thea: Aber ich muss dir unbedingt was sagen.
Ich (gehe ins Zimmer): Was willst du mir denn sagen?
Thea (sitzt aufrecht im Bett): Die Schafe, sie sind über den Zaun gesprungen.
Ich (setze mich zu ihr): Welche Schafe?
Thea: Na, die Schafe.
Ich: Ach so, die.
Thea: Ja, sie sind über den Zaun gesprungen und jetzt gehen sie den Weg entlang, und halten sich an den Händen, und dann gehen sie den Berg hinauf, und dort ist eine Bäckerei, und dann gehen sie hinein, und dann kaufen sie für jeden einen Schokoladen-Donat, und dann gehen sie wieder hinaus, und dann setzen sie sich auf eine Bank, und dann essen sie die Donats, und der eine hat keinen Platz auf der Bank, weil ihm der Donat nicht schmeckt, und dann gibt er ihm seinem Vater, und dann gehen sie den Berg wieder herunter, und dort ist ein Bauernhof, und dann...
Ich: ...legen sie sich in den Stall und machen die Augen zu, und dann sind sie ganz still und schlafen alle ein.
Thea: Ja, genau.
Und dann macht sie die Augen zu, und dann ist sie ganz still und dann schläft sie ein
Thea: Ich kann nicht schlafen.
Ich: Mach die Augen zu und denk an was Schönes.
Thea: Aber ich muss dir unbedingt was sagen.
Ich (gehe ins Zimmer): Was willst du mir denn sagen?
Thea (sitzt aufrecht im Bett): Die Schafe, sie sind über den Zaun gesprungen.
Ich (setze mich zu ihr): Welche Schafe?
Thea: Na, die Schafe.
Ich: Ach so, die.
Thea: Ja, sie sind über den Zaun gesprungen und jetzt gehen sie den Weg entlang, und halten sich an den Händen, und dann gehen sie den Berg hinauf, und dort ist eine Bäckerei, und dann gehen sie hinein, und dann kaufen sie für jeden einen Schokoladen-Donat, und dann gehen sie wieder hinaus, und dann setzen sie sich auf eine Bank, und dann essen sie die Donats, und der eine hat keinen Platz auf der Bank, weil ihm der Donat nicht schmeckt, und dann gibt er ihm seinem Vater, und dann gehen sie den Berg wieder herunter, und dort ist ein Bauernhof, und dann...
Ich: ...legen sie sich in den Stall und machen die Augen zu, und dann sind sie ganz still und schlafen alle ein.
Thea: Ja, genau.
Und dann macht sie die Augen zu, und dann ist sie ganz still und dann schläft sie ein
Sunday, 1 April 2012
Erdbeeren im April
Heute Morgen rief ganz überraschend eine alte Schulfreundin an. Da wir uns lange nicht mehr gesehen hatten, hatten wir uns viel zu erzählen. Dementsprechend lang dauerte das Telefonat.
In der Zwischenzeit kocht Florian mit den Kindern das Mittagessen. Als es fertig war, musste ich nach anderthalb Stunden das Gespräch beenden.
Die drei hatten Nudeln mit Tomaten-Soße gekocht und ich setzte mich an den fertig gedeckten Tisch. Es herrschte verdächtige Stille und Thea und Noah futterten eifrig die Nudeln. Ich wunderte mich ein bisschen über ihren Heißhunger, doch ich führte es darauf zurück, dass ein selbstgekochtes Essen immer besonders gut schmeckt.
Nach dem Essen halfen beide freiwillig beim Abräumen des Tisches. Spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen. Sogar einen Nachtisch hatten sie vorbeitet. Es gab für jeden ein Schälchen mit gezuckerten Erdbeeren. Noah und Thea kamen mit ihren Schälchen aus der Küche zurück und Florian brachte mir meins. Als wir alle wieder am Tisch saßen, herrschte seltsame Stille. Noah und Thea beugten sich über in ihre Schälchen und sahen verstohlen zu mir rüber. Florian steckte sich grinsend eine Erbeere in den Mund.
Nichts ahnend spießte ich eine dicke Erdbeere auf, die mit besonders viel Zucker bestreut war, und nahm sie genießerisch in den Mund.
Doch als ich sie auf der Zunge war, zog sich in meinem Mund alles zusammen. Jetzt wusste ich, warum so eine verdächtige Stille beim Essen geherrscht hatte.
Meine Erdbeeren war nicht mit Zucker sondern mit Salz bestreut.
April, April!
In der Zwischenzeit kocht Florian mit den Kindern das Mittagessen. Als es fertig war, musste ich nach anderthalb Stunden das Gespräch beenden.
Die drei hatten Nudeln mit Tomaten-Soße gekocht und ich setzte mich an den fertig gedeckten Tisch. Es herrschte verdächtige Stille und Thea und Noah futterten eifrig die Nudeln. Ich wunderte mich ein bisschen über ihren Heißhunger, doch ich führte es darauf zurück, dass ein selbstgekochtes Essen immer besonders gut schmeckt.
Nach dem Essen halfen beide freiwillig beim Abräumen des Tisches. Spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen. Sogar einen Nachtisch hatten sie vorbeitet. Es gab für jeden ein Schälchen mit gezuckerten Erdbeeren. Noah und Thea kamen mit ihren Schälchen aus der Küche zurück und Florian brachte mir meins. Als wir alle wieder am Tisch saßen, herrschte seltsame Stille. Noah und Thea beugten sich über in ihre Schälchen und sahen verstohlen zu mir rüber. Florian steckte sich grinsend eine Erbeere in den Mund.
Nichts ahnend spießte ich eine dicke Erdbeere auf, die mit besonders viel Zucker bestreut war, und nahm sie genießerisch in den Mund.
Doch als ich sie auf der Zunge war, zog sich in meinem Mund alles zusammen. Jetzt wusste ich, warum so eine verdächtige Stille beim Essen geherrscht hatte.
Meine Erdbeeren war nicht mit Zucker sondern mit Salz bestreut.
April, April!
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