Friday, 27 May 2011

3. Tag, 13.00

Es ist wieder nichts gekommen. Ich fange mir an Sorgen zu machen. Die Münze steckt fest und mein Sohn kann nicht mehr scheißen.

Dafür ich umso mehr.

2. Tag, 20.13h

Gestern ist nichts passiert.

Jedes Mal wenn Noah aus Klo lief, rannte Thea hinterher und fragte: "kommt die Wurst?". Um Noah nicht in seiner Privatssphäre zu stören, und ihm seine Selbstständichkeit beim Klogang nicht zu nehmen, rief ich ihm nur von etwas weiter weg hinterher: "vergiss nicht ins Töpfchen zu machen!", und schlich ich mich in die Nähe des Klos, um zu überprüfen, dass er sich auch daran hielt.

Aber es passierte nichts. Die Münze ist immer noch drin. Allerdings regte der ständige Gedanke an Kacke und Co meine Verdauung an. Bei ihm ist eher das Gegenteil der Fall.

Thursday, 26 May 2011

2.Tag, 13.00h

Die Kacka-Wurst ist out. Im Kindergarten interessierte sich keiner mehr für unser Problem - einschließlich Noah.

Ich: Und? warst du auf dem Töpfchen?
Noah: Nein.

Er schnappte sich die Kanone, die er aus Klopapierrollen gebastelt hatte, steckte sie in seinen Rucksack, lief aus dem Kindergarten und das Thema Scheiße war erledigt.

Ich holte das Töpfchen und überlegte kurz, ob sie im Kindergarten eigentlich nicht auch ein Töpfchen haben sollten. Aber traute ich mich dann doch nicht, mich mit solch diskreten Dingen an die Erzieherinnen zu wenden.

2. Tag, 8.13

Natürlich passierte heute morgen nichts. Nur Thea fragte Noah neugierig: "Wann kommt die Wurst?

Als wir heute im Kindergarten ankamen, war das Interesse an unserem mitgebrachten Töpfchen schon abgeflaut. Noah nahm es kommentarlos in die Hand und brachte es an den gestern ausgesuchten Platz.

Lediglich eine Erzieherin bemerkte beiläufig: "Na Noah, es hat wohl noch nicht geklappt." und er schüttelte den Kopf.

Wednesday, 25 May 2011

1.Tag, 13.00h

Ich ging in den Kindergarten und war auf alles gefasst. Kaum trat ich ein, liefen schon zwei Erzieherinnen besorgt auf mich zu. Ich ahnte Böse.

Erste Erzieherin: Frau M., wir haben wirklich gut Acht gegeben.
Zweite Erzieherin: Aber es ist nichts passiert.

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Erleichtert packte ich das Töpfchen wieder ein und wir fuhren nach Hause. Heute Abend ist Flo zuständig.

1.Tag, 7.49h

Etwas nervös darüber, was mich jetzt erwartet, betrat ich den Kindergarten. Um der Gefahr vorzubeugen, in die gleiche Situation zu geraten, wie in meinem Traum, packte ich unser Töpfchen in eine Plastiktüte und nahm es mit.

Noah konnte es kaum erwarten, allen lautstark zu berichten, er habe eine Münze verschluckt. Gleich präsentierte er den Erzieherinnen - und allen Kindern, die in der Nähe standen - sein Töpfchen.

Noah: Jetzt muss ich so lange ins Töpfchen machen, bis die Münze wieder draußen ist.
Der Junge der neben ihm stand: Darf ich die Münze haben, wenn du sie ausgeschiessen hast?
Noah: Klar, ich schenk sie dir.

Und schon kam eine der Erzieherinnen und nahm Noah an die Hand.

Erzieherin: Komm, wir suchen einen Platz für dein Töpfchen. Machen sie sich mal keine Sorgen.

Ich stand einfach nur sprachlos da. Und Noah gab mir fröhlich einen Kuss und verschwand.

1. Tag, 5.24h:

Schweißgebadet wachte ich auf. Ich hatte ich einem furchtbaren Albtraum:

Ich sah mich im Kindergarten über eine Kloschüssel gebeugt, bei dem verzweifelten Versuch, mit einem Sieb die Scheiße aus dem Klo zu fischen. Eine Rotte Kinder mit zugehaltener Nase umringte mich, und Noah rannte durch den Kindergarten.

Noah: Kommt alle her! Meine Mutter fischt meine Scheiße aus dem Klo.

Woraufhin auch die letzten Kinder, die es bis dahin nicht mitbekommen hatten, ins Bad gerannt kamen. Gerade hatte ich es geschafft, die Wurst ins Sieb zu manövrieren, da kam eine Erzieherin.

Erzieherin: Benötigen Sie vielleicht einen Gummihandschuh?

Da zögerte ich einen Augenblick zu lange und die Scheiße flutschte über die Kante des Siebs. Aus purem Reflex steckte ich die Hand ins das Klo und erwischte die Schweiße im letzten Moment.

Angewiedert zerquetschte ich die braune, glitschige Masse mit der Hand, aber es war keine Münze drin.

Tuesday, 24 May 2011

Über den Verbleib der Münze (Nachtrag)

Zur Not-Operation kam es nicht. Ein Röntgenbild zeigte, dass die Münze sich im unteren Darmabschnitt befindet und wohl auf normalem Wege ausgeschieden wird.

Allerdings muss das natürlich gründlich beobachtet werden. Als Methode wurde die Filterung des Stuhls durch ein Sieb vorgeschlagen. Ich weiß schon genau, wer diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen wird. Macht nichts, ich werde mir einfach vorstellen, es sei ein nach Kacke aussehendes Stück Knete. (Siehe: Die Affinität von Knete und Kacke). Ich freu mich schon.

Wenn das gute Stück nach 5 Tagen immer noch nicht da ist, werde ich das Sparschwein wirklich schlachten!

Sparschwein mit Scheiße

Noah hat gerade ein Münze verschluckt. Statt wenigstens ein bisschen verängstigt und schuldbewusst zu sein, freute er sich über die plötzliche Aufmerksamkeit, die ihm und seinem Fremdkörper im Darm geschenkt wurde.

Alles Schimpfen und Versuchen ihm den Ernst der Lage klar zu machen, schlugen fehl. Vielmehr freute er sich über auf den spontanen Ausflug mit seinem Papa in die Kindernotaufnahme. Eine Notoperation ist bestimmt ein großes Abenteuer!

Und ich laufe jetzt mit einem Hammer auf und ab und warte darauf, das Sparschwein endlich zu schlachten, wenn es nach Hause kommt!

Saturday, 21 May 2011

Kleinkarrierter Pilzkopf

Heute hatte ich einen Termin beim Friseur. Weil ich so stolz auf Theas neue Frisur war, nahm ich sie mit. So konnte ich im Stillen schon mal auf mein Talent aufmerksam machen. Als wir zur Tür hinein kamen, versammelte sich das ganze Tealm um Thea.

Friseurin: Der Pilzkopf ist ja so süüüüüß!
Ich: Ja, nicht war?
Friseurin: Wer hat dir denn so lustig die Haare geschnitten?
Ich: Das war ich selbst.

Ich dreht Thea lässig einmal in Kreis. Meine Friseurin fuhr ihr ein bisschen durch die Haare.
Friseurin: Wollen wir dir gleich noch die paar Zipfchen abschneiden?
Ich: Nein, nicht nötig.

Beleidigt sagte ich während des Schneidens kein Wort mehr. Zähne knierschend musste ich zugeben, dass in der Badewanne tatsächlich ein paar zu lang geratene Härchen im Nacken zum Vorschein kamen.

Ich: Ich finde, bei einer Anfängerin könnte man durchaus eine Auge zu drücken!
Florian: Mach dir nichts draus, die wollte doch nur noch ein bisschen Geld verdienen.

Ich: Und wenn diese unterbezahlten Friseurinnen schon so kleinkarriert sind, will ich hier mal erwähnen, dass man diese Härchen nicht "Zipfelchen" sondern "Strähnen" nennt!